Archiv für den Monat: September 2014

Dachterrasse Kalkbreite

Zu Besuch in der Kalkbreite, Zürich

Am 22. und 23. August wurde in Zürich das Wohnprojekt Kalkbreite feierlich eröffnet. Manuela und Thorsten vom Ökologischen Wohnprojekt Oxford haben mitgefeiert und natürlich auch ganz viele Fragen gestellt.

Das folgende fiktive „Interview“ ist entstanden als Gedächtnisprotokoll aus vielen Gesprächen mit Res Keller (Geschäftsführer), Thomas Sacchi (Projektleiter), Fred Frohofer (Vorstand Verein Großhaushalt) und verschiedenen BewohnerInnen der Kalkbreite.

Wie habt Ihr begonnen?

Die Kalkbreite wurde konzipiert von engagierten QuartierbewohnerInnen, die auf einem problematischen Gelände am Rande der Innenstadt ein zukunftsweisendes Projekt entwickeln wollten. Hierbei spielten soziale und ökologische Aspekte, insbesondere im Hinblick auf die 2.000 Watt-Gesellschaft, eine wesentliche Rolle.

Foyer Kalkbreite
Eingangsbereich mit „Desk“

Welche Anforderungen stellt ihr an die Bewohner im Hinblick auf die 2.000 Watt-Gesellschaft?

Alle Bewohner haben sich verpflichtet auf Autos zu verzichten, das schließt auch die private Nutzung von Firmenwagen ein. Mitarbeiter von den Gewerbetreibenden in der Kalkbreite dürfen übrigens auch nicht mit dem Auto zur Arbeit kommen. Die Auto-Regelung geht aber auch auf eine Abmachung mit der Stadt Zürich zurück: wir mussten dadurch keine Parkplätze bereitstellen.

Ansonsten gibt es an die Bewohner keine Anforderungen im Hinblick auf die 2.000 Watt. 16 Haushalte beteiligen sich aber an einem Projekt „Leicht leben“, in dem sie sich das Ziel gesetzt haben, nicht nur in einer „2.000-Watt-Wohnung“ zu wohnen, sondern auch ihr Leben entsprechend auszurichten. Die Gruppe stellt sich übrigens in unserer „Anleitung Kalkbreite“, die wir mit fast 50 Leuten in 9 Arbeitsgruppen 2011/12 entwickelt haben, selber vor: anleitung.kalkbreite.net

Ihr habt ja den Anspruch, dass eine Wohnung mit einer Mindestpersonenzahl (Anzahl Zimmer minus 1) belegt wird. Habt ihr eine Möglichkeit vorgesehen die Zimmergrundrisse beispielsweise durch flexible Wände an wechselnde Bedürfnisse anzupassen?

Wir sehen vor, dass unsere Bewohner bei Bedarf innerhalb der Kalkbreite umziehen. Außerdem bieten wir mit den Wohnjokern die Möglichkeit bei Bedarf einen zusätzlichen Raum hinzu zu mieten. Eine Veränderung der Wohnungsgrundrisse ist nicht vorgesehen, aber auch nicht unmöglich. Die Kalkbreite ist als sogenannte Stützen-Platten-Konstruktion gebaut, bei der nur die Treppenhäuser, Stützen und Platten (Böden) aus Beton sind und tragende Funktion haben. Alle anderen Wände sind Leichtbau-Wände, die wir aber nur verschieben würden, wenn wir feststellen, dass unsere Aufteilung sich als prinzipiell unpraktisch herausstellen würde.

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