|
|
Rahmentrainingskonzeption des Deutschen Handball-Bundes 2005 bis 2008 Stand: Dezember 2005
|
|
|
|
"Nur ein offensives Abwehrspiel schafft die notwendigen spielerischen Grundlagen für unsere Nachwuchsspieler. Mit einem einheitlichem Wettspielsystem, in dem Manndeckung und offensive Spielweisen verbindlich für ALLE werden, setzen wir die richtigen Akzente für unsere Sportart!" „Handball fördert nicht nur die Basismotorik wie Laufen und Springen, sondern hat auch eine hohe gesellschafts-politische Bedeutung. Junge Menschen lernen, sich in der Gruppe zu bewegen. Ein so toller Sport sollte im Sportunterricht fest verankert sein.“ Heiner Brand, Bundestrainer (nähere Informationen zur Trainingsgestaltung weiter unten) |
Die folgenden Tabellen geben einen Überblick über die wichtigsten Inhaltsbereiche der neuen DHB Rahmentrainingskonzeption. Die Konzeption ist wie ein Baukastensystem strukturiert: Zu den einzelnen Förderstufen des Nachwuchstrainings – neu hinzu gekommen ist die Förderstufe 5 zum Anschlusstraining mit etwa 19- bis 21-jährigen Spielern, die systematisch an die Anforderungen des Leistungshandballs herangeführt werden müssen – werden entwicklungs- und ausbildungsorientiert handballspezifische Inhalte (individuelle Schulung, kooperatives Spiel, Leitlinien im Team, Gegenstoß) zugeordnet. Quasi als Leitorientierung liegt jeder Förderstufe ein bestimmtes Spielerprofil zugrunde, damit unsere Nachwuchsspieler eine möglichst optimale Spielfähigkeit bzw. ein umfassendes Aktionsrepertoire erwerben. Die neue Rahmentrainingskonzeption ist in erster Linie für die Talentförderung auf Landesverbands- und DHB-Ebene gedacht. Angepasst an die jeweiligen Voraussetzungen ist sie aber auch eine sinnvolle Hilfe für die Nachwuchsarbeit in jedem DHB-Verein. In der Trainerzeitschrift Handballtraining finden Sie im Verbund mit weiteren modernen Lehrmaterialien kontinuierlich praxisorientierte Beiträge zur Aufarbeitung dieses neuen Grundkonzepts.
Wettspielstruktur im Kinder- und Jugendlichen-Handball (.pdf)
|
Inhaltsbaustein: Spielverhalten – Individuelle Ausbildung |
|
Offensives Abwehrspiel betont die zentrale Grundsituation im Handball: 1 gegen 1. Beginnend mit Formen der Manndeckung wird über erst offensive Formen der Raumdeckung der Bogen zu den klassischen Abwehrsystemen 3:2:1, 5:1 und 6:0 gespannt. Der aus dieser Abwehr resultierende Handlungsdruck für die Angreifer fördert auch deren Ausbildung,insbesondere im Spiel 1 gegen1 ohne Ball. |
|
Grundlagenschulung (bis 12 Jahre) |
|
1 gegen 1 in der Manndeckung erlernen Im Spiel 4+1 bei den Minis und im Spiel 6 gegen 6 bei E- und D-Jugendlichen werden die Grundelemente der Manndeckung ausgebildet. Der Abwehrspieler lernt, seinen Gegner ständig zu suchen, sich auf dem Spielfeld zu orientieren und die Aktionen des Gegners nicht nur zu verfolgen, sondern diese vielmehr vorherzuahnen, zu antizipieren. Das Angriffsspiel wird von den individuellen Aktionen (Freilaufen, Anbieten, Durchbruch mit Ball etc.) geprägt. Dabei werden die Angreifer – speziell im Spiel ohne Ball – durch die Manndeckung unter einen hohen Handlungsdruck gesetzt. |
|
Grundlagentraining (13 bis 14 Jahre) |
|
Individuelle Grundlagen im Positionsspiel Der Wechsel von der mann- zur raumorientierten Spielweise in der 2-Linien-Abwehr erfordert eine Erweiterung der individuellen Aufgaben des Abwehrspielers: Hilfs- und Sicherungsaufgaben bei Durchbrüchen auf benachbarten Spielpositionen und die Ausbildung von Regelbewegungen in der Abwehr. Im Angriff wird das Positionsspiel eingeführt: die Einnahme der verschiedenen Spielpositionen LA, RA, KM, RL, RM, RR (Positionierung) und die Ausbildung von Angriffsgrundbewegungen auf der eigenen Position (seitliche Bewegungen, Stoßbewegung), um sich gegenüber dem heraustretenden Abwehrspieler einen räumlich-dynamischen Vorsprung zu verschaffen (Anlaufen der Nahtstellen). |
|
Aufbautraining I (15 bis 16 Jahre) |
|
1 gegen 1 in Tornähe und im Tiefenraum Angriff – Spiel 1 gegen 1 … … auf allen Spielpositionen, in verschiedenen Räumen, mit variablen Täuschungen mit/ohne Ball, in unterschiedlichen Spielsituationen (defensives, offensives, antizipativ-offensives Gegnerverhalten) und situationsadäquate Folgehandlungen (Torwurf, Durchbruchaktionen zu beiden Seiten, Anspielvarianten, Parallelstoß-Pässe, lange Pässe), als auslösende Spielhandlung im kooperativen Zusammenspiel. Abwehr – Spiel 1 gegen 1 … … auf allen Spielpositionen (offensive und defensivere Grundposition), in verschiedenen Räumen (am Torkreis [Abschirmen des Angreifers von der Seite, von hinten, rückwärtig von vorn], im Tiefenraum), aus defensiveren, offensiven, antizipativ-offensiven Grundbewegungen |
|
Aufbautraining II (17 bis 18 Jahre) |
|
Gezielte Detailarbeit im Spiel 1 gegen 1 Angriff: Im Rahmen der zunehmenden Spezialisierung erfolgt jetzt gezielte Detailarbeit. Handlungsalternativen im Spiel 1 gegen 1 werden erweitert (z. B. weiteres Neulernen komplexerer Täuschungshandlungen, Anwenden mehrerer Täuschungen innerhalb einer 1 gegen 1-Aktion), verfeinert (Timing, Beobachtungsaufgaben, technisch-taktische Knotenpunkte) und Typ bedingt angepasst. Abwehr: Neue Schwerpunkte aufgrund defensiverer Abwehrformationen: Verteidigen von Gegenspielern im Raum (Verteidiger agiert zwischen Kreisspieler und Ball), Abschirmen/Abfangen von hohen und tiefen Kreisanspielen und Versperren von Durchbruchsräumen am Torkreis. Komplexes Training unter Zeitdruck und in Verbindung mit komplexen Spielhandlungen (z.B. Gegenstoß) steht im Vordergrund. |
|
Anschlusstraining (ab 19 Jahre) |
|
Typ bedingte individuelle Schulung Mit dem sich jetzt herausbildenden individuellen Spielerprofil erfolgt die Schulung zunehmend Typ bedingt. Ziel ist es, die ‘individuellen Waffen’ eines Spielers, d. h. sein spezifisches 1 gegen 1-Repertoire zu stärken und weiterzuentwickeln. Entscheidend ist, dass Spieler auch nach dem Übergang in das Erwachsenenalter durchaus noch bestimmte individuelle Spielhandlungen neu erlernen können. Trainingsmethodisch steht jetzt besonders das wettkampfnahe Training mit höherem Komplexitätsdruck (= ständig wechselnde Situationsbedingungen) unter physischen und psychischen (= Stresstraining) Zusatzbelastungen im Vordergrund. |
Praktische Übungen + weitere Informationen:
Auf den folgenden Seiten werde ich versuchen die ganze "graue Theorie" der oben stehenden Rahmentrainingskonzeptionen des DHB möglichst anschaulichen Grafiken, Bildern und Videos auch praktisch verständlich zu machen!
| Nr. | Thema |
| 1 | Aufbau einer Trainingseinheit (Theorie) |
| 2 | Schlagwurf (Theorie + Praktisches) |
| 3 | Täuschungen (Theorie + Praktisches) |
| 4 | Aufwärmspiele (Praktisches) |
| 5 | Koordinationstraining (Theorie + Praktisches) |
| 6 | Kraft (Theorie + Praktisches) |
| 7 | Ballgefühl verbessern (Praktisches) |
| 8 | Diskussionen/Artikel zu verschieden Themen (Theorie) |
| 9 | Abwehrformationen (Theorie) |
l