Gutes Timing ist alles
 
Münster. Es stand eine Menge auf dem Spiel für den 1. FC Gievenbeck, bei dem es in letzter Zeit nicht ganz rund lief. Nur neun Punkte aus elf Spielen, eine schwache Bilanz für Trainer Uwe Pieper und seine Mannen. Der Gast aus Roxel konnte die doppelte Punktzahl aufweisen – kein einfaches Spiel also für die angeschlagenen Gievenbecker, die nach 90 Minuten Kampf den Platz verdient als 3:1 (2:0)-Sieger verlassen konnten.

Roxels Obmann Heinz Schulze-Erdel war vor dem Spiel sehr optimistisch: „Gievenbeck steht mit dem Rücken zur Wand, Sie müssen unbedingt die Punkte holen, für uns ist der Sieg nicht so wichtig.“ Vielleicht hatte er schon geahnt, dass das Derby für Gievenbeck einen besonderen Stellenwert hatte und die Spieler besonders motiviert waren. Prompt erwischte Gievenbeck den besseren Start in die Partie; Tim Gieselers Schuss wurde von Roxels Keeper Sven Martin unterschätzt und landete nach nur zwei Minuten Spielzeit im linken unteren Toreck.
 

Roxel versuchte zu kontern, doch der von Dirk Marquardt direkt getretene Freistoß ging knapp über das Tor. In der 13. Minute gelang Anas Lotfi nach schöner Vorarbeit vom Ex-Roxeler Christian Lamskemper die 2:0-Führung. Sven Martin war chancenlos. Nur fünf Minuten später verletzte sich der Torschütze und musste mit Verdacht auf Bänderriss aus dem Spiel genommen werden.

Die Gäste waren gefordert, mussten das Spiel machen, doch Gievenbeck wirkte optisch überlegen, hatte die Platzhoheit. Anthony Francis Mc Danny überzeugte durch enorme Laufleistung und ständige Präsenz. Seinen Lauf durch die gesamte Roxeler Abwehr kurz vor dem Pausenpfiff sollte der völlig freistehende Christian Dan mit dem 3:0 abschließen, doch Dan gelang das Unfassbare, er schob den Ball am Tor vorbei und vergab die frühzeitige Entscheidung.

Nach dem Seitenwechsel versuchte Roxel den Druck zu erhöhen, Fabian Frönd traf in der 59. Minute per direktem Freistoß das innere Lattenkreuz, der Ball wollte aber nicht hinter die Linie. Sechs Minuten später foulte Christian Dan Roxels Spielertrainer Timo Kemming im Strafraum. Zum fälligen Elfmeter trat Fabian Frönd an. Gievenbecks Torhüter Carsten Kruth konnte den Schuss zwar parieren, im Nachschuss war Benjamin Künne dann aber doch zum 1:2 erfolgreich. Gievenbeck reagierte nervös, Hektik kam auf, doch Roxel gelang es nicht, daraus Profit zu schlagen. Vielmehr berappelte sich der Gastgeber in der Schlussphase wieder und traf zum richtigen Zeitpunkt zum 3:1. Stefan Schwinn reagierte am schnellsten, als Roman Pieroths Pfostentreffer ins Spielfeld zurück prallte. Die Gäste hatten zehn Minuten vor Ende der Partie noch zwei dicke Chancen. Dennis Lahuttas Schuss konnte Anthony Francis Mc Danny auf der Linie klären und Benjamin Künnes direkter Freistoß landete nur an der Latte.

Gievenbecks Trainer Uwe Pieper sah einen verdienten Sieg seines Teams. „Meine Mannschaft hat die richtige Antwort auf die Nackenschläge der letzten Wochen gegeben. Sie hat den Kampf angenommen und dagegengehalten. Die Tore fielen jeweils in den richtigen Momenten für uns.“

Timo Kemming war ein fairer Verlierer. „Wir waren von Beginn an nicht wach genug und haben deshalb verdient verloren. Selbst in den Standards waren wir nicht gefährlich genug.“

FC Gievenbeck: Kruth – Krins – Langner, Weitz – Gieseler, Mc Danny, Dan, Pieroth, Dubiel – Lamskemper (89. Atalan), Lotfi (18. Schwinn).

BSV Roxel: Martin – Seeger – Berk, Pietrucha – Fleuter (46. Buschung), Kemming, Künne, Israel, Marquardt (62. Josipovic) – Lahutta, Frönd.

 

 

 
Einen Schritt zu spät kommt in dieser Szene Julian Langner gegen Fabian Frönd (links). Am Ende aber reichte es für Gievenbeck trotzdem zum Sieg.
(Foto: Henryk Walkowski)

 


 

 

 

 

VON VERENA HAGEDORN