Von Sebastian Vogel
Münster. Drei Spiele, sieben Punkte, 9:1
Tore – der BSV Roxel macht in der Landesliga da weiter, wo er in der
Bezirksliga aufgehört hat. Gestern erkämpfte sich die Mannschaft von Timo
Kemming einen 1:0-Heimerfolg gegen die Reserve von Eintracht Rheine und mischt
weiter in der oberen Tabellenregion mit.
Nachdem der BSV vor zwei Wochen Armisia Rheine noch mit 7:0 zerlegt hatte, bat
nun die Eintracht zum Tanz. Doch statt eines Tanzes wurde den Zuschauern eher
ein Krampf serviert. „Das war heute ein sehr umkämpftes Spiel“, erkannte auch
Kemming. „Wir haben aber sehr diszipliniert gestanden und aufgrund der
Torchancenrelation verdient gewonnen.“
Die Begegnung wollte nicht recht ins Rollen kommen, viele Fouls und
Ballverluste störten den Spielfluss. Einzig nach einem Fehler von Roxels
Keeper Sven Martin kam so etwas wie Torgefahr auf; die Chance durch Rheines
Alex Dingwerth konnte Martin jedoch entschärfen. Ansonsten kam keine der
beiden Mannschaften in die Nähe des gegnerischen Strafraums, die langen Bälle
in die Spitze wurden von den Abwehrreihen leicht abgefangen. Erst in der 31.
Minute wachten die Münsteraner auf, prüften durch Distanzschüsse vom
auffälligsten Roxler Fabian Frönd sowie Benjamin Künne den Rheiner Torwart
Patrik Kapke, der später noch eine besondere Rolle spielen sollte.
In der zweiten Hälfte drückten die Hausherren weiter aufs Tempo, ohne dabei
jedoch gefährlicher nach vorne zu wirken. Und so fiel das „Tor des Tages“ auch
nicht aus dem Spiel heraus, sondern nach einem indirekten Freistoß: Patrik
Kapke hatte einen angeblichen Rückpass seines Mitspielers aufgenommen. Eine
fragwürdige Entscheidung des eher unglücklich agierenden
Schiedsrichtergespanns, die Gäste protestierten lautstark – ohne Erfolg. Künne
ließ sich die Chance nicht entgehen und verwandelte in der 68. Minute mit
einem strammen Flachschuss zur 1:0-Führung. Alles in allem verdient, Roxel
hatte die Begegnung unter Kontrolle gebracht. Und sie legten nach: Wieder
probierte es Künne eine Viertelstunde vor Schluss aus der Distanz –
vergeblich. Fünf Minuten später netzte dann Christoph Siedler für die Gäste
ein, doch dabei stand er im Abseits. Als bereits die Nachspielzeit lief,
versuchte Gästekeeper Kapke, seinen Schnitzer wieder auszubügeln. Er rannte
aus seinem Gehäuse, bekam eine Freistoßflanke auf den Kopf und sorgte fast
noch für die Sensation – doch sein Versuch ging rechts am Tor vorbei. Nach
Spielschluss zog Kemming ein zufriedenes Fazit: „Ein Gegentor in drei
Landesligaspielen, das kann sich sehen lassen.“ Und fügt mahnend hinzu: „Wir
haben auch gesehen, dass wir jeden Sonntag 110 Prozent geben müssen, um hier
nicht unterzugehen.“
BSV: Martin – Pietrucha, Seeger, Iserloh – Marquardt (90. Griesche),
Gödecke, Israel, Künne, Arlinghaus (58. Berk) – Fleuter, Frönd (72. Lahutta)
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