Tiefpunkt einer guten Beziehung
 

 

 
Absolute Rückendeckung: Roxels Daniel Pietrucha (links) bleibt hier Zweikampfsieger gegen Ismael Harouna aus Disteln.
(Foto: Peter Leßmann)
 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Von Björn Meyer


Münster. Sport verbindet ja bekanntlich und so war es durchaus eine nette Geste, dass selbst Vertreter von Vestia Disteln am Sonntagnachmittag Roxels Torhüter Sven Martin Szenenapplaus spendierten, als der im Strafraum durch eine artistische Einlage in der 68. Minute einen Distelner Angriff entschärfte.
 

Allerdings konnten die Gäste das Spiel zu diesem Zeitpunkt bereits etwas lockerer sehen, als man es von einem Tabellenvorletzten der Landesliga, der in Roxel gastiert, erwarten darf. Zwar hatte die Mannschaft von Distelns Trainer Jürgen Klahs Mitte der zweiten Halbzeit längst nicht mehr die Feldvorteile aus Durchgang eins, die jedoch hatten bereits gereicht, um Vestia auf die Siegerstraße zu bringen. 0:3 stand es aus Sicht des BSV zum Pausentee. Ein Ergebnis, das auch nach dem Schlusspfiff noch Gültigkeit besaß.

Nach einer indiskutablen Leistung in den ersten 45 Minuten hatte Roxels verletzter Spielertrainer Timo Kemming seinen Mannen in der Pause mit auf den Weg gegeben: „Wenigstens das Gesicht zu wahren. Zumindest das hat ja geklappt“, durfte Kemmings Äußerung weniger als Galgenhumor, denn als purer Realismus verstanden werden. Zu schwach präsentierte sich seine Auswahl in allen Bereichen. „Vor allem an der richtigen Einstellung hat es uns gemangelt“, verwies Kemming auf die Leichtigkeit, mit der Disteln zu seinen Toren kam. Nach 17 Minuten tauchten gleich drei Vestia-Spieler vor Martin auf, der nach dem Querpass von Tobias Bockhoff keine Chance gegen Christoph Winklers 0:1 hatte. Ebenso nachlässig präsentierte sich Roxels Hintermannschaft bei einem Freistoß in der 31. Minute, den Ralf Schmitt aufs kurze Eck brachte, wo Adrian Stalka wenig Mühe mit dem zweiten Treffer hatte. Neun Minuten später wurde der BSV abermals von den flinken Offensivkräften des Gegners überlaufen. Der, aufgrund einer Nasenverletzung, mit Schutzmaske aufgelaufene Faruk Köse traf zum 0:3.

Zwar wurden die Platzherren in Durchgang zwei besser, brachten es bisweilen sogar zu echten Torchancen, Zählbares sprang bei den oft behäbig wirkenden Roxeler Angriffsversuchen jedoch nicht heraus: „Ich bin in viereinhalb Jahren Roxel das erste Mal wirklich enttäuscht von der Mannschaft. Aber das gibt es wohl in den besten Beziehungen“, so Kemming, der zudem feststellte: „Ab jetzt ist erstmal Abstiegskampf angesagt.“

Roxel: Martin – Iserloh, Seeger, Pietrucha – Israel, Gödecke, Marquardt, Berk, Arlinghaus – Lahutta (46. Buschung), Frönd (46. Griesche).