Münster. Sport verbindet ja bekanntlich und so war es durchaus eine
nette Geste, dass selbst Vertreter von Vestia Disteln am Sonntagnachmittag
Roxels Torhüter Sven Martin Szenenapplaus spendierten, als der im Strafraum
durch eine artistische Einlage in der 68. Minute einen Distelner Angriff
entschärfte.
Allerdings konnten die Gäste das Spiel zu diesem Zeitpunkt bereits etwas
lockerer sehen, als man es von einem Tabellenvorletzten der Landesliga, der in
Roxel gastiert, erwarten darf. Zwar hatte die Mannschaft von Distelns Trainer
Jürgen Klahs Mitte der zweiten Halbzeit längst nicht mehr die Feldvorteile aus
Durchgang eins, die jedoch hatten bereits gereicht, um Vestia auf die
Siegerstraße zu bringen. 0:3 stand es aus Sicht des BSV zum Pausentee. Ein
Ergebnis, das auch nach dem Schlusspfiff noch Gültigkeit besaß.
Nach einer indiskutablen Leistung in den ersten 45 Minuten hatte Roxels
verletzter Spielertrainer Timo Kemming seinen Mannen in der Pause mit auf den
Weg gegeben: „Wenigstens das Gesicht zu wahren. Zumindest das hat ja
geklappt“, durfte Kemmings Äußerung weniger als Galgenhumor, denn als purer
Realismus verstanden werden. Zu schwach präsentierte sich seine Auswahl in
allen Bereichen. „Vor allem an der richtigen Einstellung hat es uns
gemangelt“, verwies Kemming auf die Leichtigkeit, mit der Disteln zu seinen
Toren kam. Nach 17 Minuten tauchten gleich drei Vestia-Spieler vor Martin auf,
der nach dem Querpass von Tobias Bockhoff keine Chance gegen Christoph
Winklers 0:1 hatte. Ebenso nachlässig präsentierte sich Roxels
Hintermannschaft bei einem Freistoß in der 31. Minute, den Ralf Schmitt aufs
kurze Eck brachte, wo Adrian Stalka wenig Mühe mit dem zweiten Treffer hatte.
Neun Minuten später wurde der BSV abermals von den flinken Offensivkräften des
Gegners überlaufen. Der, aufgrund einer Nasenverletzung, mit Schutzmaske
aufgelaufene Faruk Köse traf zum 0:3.
Zwar wurden die Platzherren in Durchgang zwei besser, brachten es bisweilen
sogar zu echten Torchancen, Zählbares sprang bei den oft behäbig wirkenden
Roxeler Angriffsversuchen jedoch nicht heraus: „Ich bin in viereinhalb Jahren
Roxel das erste Mal wirklich enttäuscht von der Mannschaft. Aber das gibt es
wohl in den besten Beziehungen“, so Kemming, der zudem feststellte: „Ab jetzt
ist erstmal Abstiegskampf angesagt.“
Roxel: Martin – Iserloh, Seeger, Pietrucha – Israel, Gödecke,
Marquardt, Berk, Arlinghaus – Lahutta (46. Buschung), Frönd (46. Griesche).