Preußen in bester Stimmung
 
Münster. Cihan Tasdelen stieg lächelnd in das Auto und brauste los in Richtung Hamm, wo er sich die erste Garnitur von Preußen Münster anschauen wollte. Der Trainer der Reserve war gut gelaunt. Immerhin feierten seine Fußballer nach dem Triumph gegen Gievenbeck in der Vorwoche gestern den zweiten Derbysieg in Folge. Mit 4:0 besiegte Preußen II auch den BSV Roxel und steht somit einen Spieltag vor Schluss bereits als Münsters beste Landesliga-Mannschaft 2007/08 fest. „Das ist für uns ein toller Erfolg“, lächelte Tasdelen.

Dabei sah der Preußen-Coach auch einen starken Auftritt seiner Elf, die einen tollen Kombinationsfußball spielte, Roxel permanent unter Druck setzte und so für eine einseitige Begegnung sorgte. Nach 20 Minuten war der BSV-Abwehrriegel das erste Mal durchbrochen, weil Hassan Nassrallah nach einem Foul an Aktas den fälligen Strafstoß zum 1:0 verwandeln konnte. Durch den Treffer war der Knoten bei den Preußen geplatzt, die danach weiter elanvoll auftraten und noch vor der Pause für die Entscheidung sorgten. Ein Distanzschuss von Aktas prallte vom Innenpfosten zum 2:0 ins Netz, Vincent Heitmann staubte eine Vorlage von Kerim Isiktekin zum dritten Treffer ab.
 

BSV-Trainer Timo Kemming nahm den deutlichen Rückstand aber gelassen zur Kenntnis. „Wir haben mit unserer Rumpfelf sowieso nicht mehr erwartet“, begründete er die Vorstellung mit personellen Nöten. Vier Spieler traten gestern in der Reserve an, Leistungsträger wie Arlinghaus und Seeger fehlten verletzt, mit Paul-Benedikt Stahl half sogar ein Akteur aus der dritten Mannschaft aus. „Wir wollten uns nur nicht blamieren.“

Das gelang den Roxelern auch, weil Preußen im zweiten Durchgang zu fahrlässig mit den Möglichkeiten umging. Erst Kücük sorgte kurz vor dem Ende für den Schlusspunkt. Trotzdem hatte auch Roxel noch etwas zu feiern. Denn der 5:2-Sieg der Reserve in Sendenhorst und der Sprung auf den ersten Platz in der Kreisliga B war nach der Klatsche bei Preußen ein echtes Trostpflaster. „Das ist wichtiger“, so Kemming. „Über das Spiel hier wird in zwei Monaten keiner mehr reden.“

SC Preußen Münster II: Mühlenhoff – Isiktekin, Scholz, Mikic, Heitmann (83. Schram) – Kücük, Wensing, Mrdovic (75. Schröer), Nassrallah – Aktas, Ambrozuk (66. Rama).
BSV Roxel: Martin – Berk, Ferreira, Stahl – Gödecke (76. Kortwinkel), Marquardt, Buschung (79. Künne), Könemann, Pietrucha – Griesche (57. Lahutta), Frönd.

VON FLORIAN SCHLECHT

Endstation: Der Roxeler Paul-Benedikt Stahl (re.) lässt Preußens Semih Aktas an der Seitenauslinie auflaufen. (Foto: Peter Leßmann)