Freudloses Unentschieden

 
Münster. So richtig freuen mochte sich nach dem Abpfiff der Fußball-Landesligapartie zwischen dem BSV Roxel und Westfalia Gemen niemand. In einem zerfahrenen Spiel verpassten es beide Mannschaften, die wenigen Chancen, die sich boten, für sich zu nutzen.

Nach dem Remis in Rheine am vergangenen Wochenende begannen die Hausherren engagiert, ließen keinen Zweifel daran aufkommen, dass sie die drei Punkte unbedingt wollten. Bereits in der 2. Spielminute bot sich für Stefan Arlinghaus eine ideale Einschussmöglichkeit, aus kurzer Distanz scheiterte er jedoch an Gäste-Torwart Fabian Hummelt. Für lange Zeit sollte das die letzte Torchance bleiben. Die Gäste aus Gemen fanden nach der Anfangsphase besser ins Spiel, begünstigt durch zahlreiche Flüchtigkeitsfehler des BSV. „Da fehlt uns zur Zeit einfach Sicherheit und Selbstvertrauen,“ urteilte Roxels Spielertrainer Timo Kemming. Zusätzlich geschwächt wurde die Heimmannschaft durch eine Verletzung von Abwehrspieler Julian Seeger, der fortan humpelnd über den Platz lief. In der 38. Minute gelang es den Gästen ihr Übergewicht zu nutzen. Niklas Kreß schob den Ball nach einem Alleingang durch die Beine von BSV-Keeper Sven Martin.
 

Nach dem Seitenwechsel waren beim BSV wieder Angriffsbemühungen zu erkennen, im Spielaufbau unterliefen den Hausherren aber zu viele Abspielfehler.

Erst die Gelbrote Karte von Gemen’s Markus Seyer (wiederholtes Foulspiel) brachte Roxel zurück ins Spiel. Hundertprozentige Chancen blieben dabei weiterhin Mangelware. Die Mannschaft von Kemming wirkte aber nun wieder gefasster. „Es ist ja klar, dass man so eine Klassemannschaft auch in Überzahl nicht an die Wand spielt.“

Fabian Frönd erlöste dann sein Team. Nach misslungenem Klärungsversuch nutzte er die Situation und glich in der 73. Minute aus. Beide Mannschaften leisteten sich zahlreiche Fouls. Nach einer Verletzung von Torjäger Johannes Kohlruss musste Gemen das Spiel sogar mit acht Feldspielern beenden.

„Ich kann nicht sagen, dass ich mit dem Punkt zufrieden bin“, ärgerte sich Westfalia-Trainer Olaf Oing. „Wir waren heute die bessere Mannschaft, da war mehr drin.“

Mit gemischten Gefühlen verließ auch Timo Kemming den Platz: „Wir müssen heute irgendwie zufrieden sein. Vor allem nach der ersten Hälfte.“ Richtige Freude klingt anders. BSV Roxel: Martin – Berk, Pietrucha, Seeger (46. Kemming) – Israel, Künne, Arlinghaus (70. Griesche), Buschung, Gödecke – Marquardt, Frönd.

VON ULRICH SCHAPER
 

 

 
Endstation Stefan Arlinghaus: Der Roxeler Mittelfeldspieler stoppt den vorsichtshalber abhebenden Gemener Jonas Harlacher.
(Foto: Wilfried Hiegemann)