Drei Tore in einer Halbzeit
 
Münster. So sieht das also aus, wenn der BSV Roxel mal zeigt, was er wirklich drauf hat. Dank einer in der Offensive überragenden ersten Halbzeit schlug das Team von Timo Kemming gestern Nachmittag den Landesliga-Spitzenreiter Grün-Weiß Nottuln mit 3:1 (3:0).

Vor dem Seitenwechsel blieben dabei aus Roxeler Sicht praktisch keine Wünsche offen. Das Offensiv-Trio mit Dirk Marquardt und den beiden Stürmern Tobias Fleuter und Fabian Frönd machte 45 Minuten lang mit der Nottulner Abwehr, was es wollte. Schon nach fünf Minuten stand es dann auch 1:0: Nach einer schönen Flanke von Frönd traf Tobias Fleuter per Kopf. Beim 2:0 war es Dirk Marquardt, der zunächst die Latte getroffen hatte, bevor Frönd den Abpraller mit dem Kopf im Nottulner Tor unterbrachte (26.). Und kurz vor der Pause durfte Marquardt auch noch selbst treffen, als er aus dem Gewühl mit einem Schuss aus der Drehung erfolgreich war – 3:0 (39.). Mit so einem Roxeler Sturmlauf hatte nun wirklich niemand rechnen können, zumal der BSV sich sogar noch weitere Chancen erspielt hatte. Die Nottulner waren hinten völlig überfordert und machten es den Gastgebern mit ihren Fehlern auch ziemlich leicht.
 

Nur in der Offensive deutete der Spitzenreiter, der mit Alex Leifeld früh einen seiner wichtigsten Spieler verletzungsbedingt vom Platz nehmen musste, sein Potenzial an. Die größte Nottulner Gelegenheit versiebte Oliver Leifken, als er freistehend einen Kopfball neben das Tor setzte.

Nach der Pause ließ Roxel es dann deutlich ruhiger angehen. Nottuln bestimmte jetzt das Spiel, aber abgesehen von einer kurzen Phase direkt nach dem Wiederanpfiff ließ Roxel sich davon nicht beeindrucken. Große Torchancen gab es jetzt kaum noch. Der Nottulner Treffer durch Sennhenn (89.) kam viel zu spät und war für den BSV nicht mehr als ein Schönheitsfehler.

„Wir hatten uns schon etwas ausgerechnet, aber so eine erste Halbzeit haben wir gegen den Spitzenreiter natürlich nicht erwartet“, freute sich Timo Kemming nach dem Spiel. „Die Tore sind genau zum richtigen Zeitpunkt gefallen, deshalb war es in der zweiten Halbzeit dann relativ leicht für uns“, meinte der Roxeler Trainer, der keinen Spieler besonders loben wollte: „Ob Frönd, Arlinghaus oder Ferreira – eigentlich müsste ich da alle nennen.“

BSV Roxel: Martin – Ferreira – Berk, Pietrucha – Buschung (71. Künne), Seeger (79. Gödecke), Israel, Arlinghaus, Marquardt – Fleuter (75. Lahutta), Frönd.
 

VON MARTIN JUNG

Dirk Marquardt (l.) nimmt es in dieser Szene ganz allein mit den Nottulnern Pieter Knops und Tim Schulz auf.
(Foto: Henryk Walkowski)