Gievenbeck schaut nach oben
 
Münster. Man muss eben einfach nur zielstrebig sein. Mit 1:0 (0:0) siegte der 1. FC Gievenbeck gestern Nachmittag im Landesliga-Derby beim BSV Roxel, und die Mannschaft von Trainer Maik Weßels wusste auch, worum es dabei ging: Der Hallenstadtmeister hat den Klassenerhalt zwar schon in der Tasche, will am Ende der Saison aber jetzt auch als bestes münstersches Landesliga-Team dastehen. „Und dafür müssen wir eben die Derbys gewinnen“, meinte Weßels.

Die Roxeler sind bei ihrer Zielsetzung da erheblich weniger kreativ: Timo Kemming und seine Jungs wollen die restlichen Spiele wahrscheinlich einfach nur noch so schnell wie möglich hinter sich bringen – entsprechend sah das Derby gestern auch aus.
Ein tolles Spiel lieferten sich beide Teams wirklich nicht, wobei die Gievenbecker wenigstens immer noch einen Tick engagierter zur Sache gingen. Von daher war ihr Auswärtssieg insgesamt sicher auch verdient. „Die weniger biedere Mannschaft hat heute gewonnen“, brachte Timo Kemming die Sache auf den Punkt.

Der Gievenbecker Siegeswille zeigte sich gestern schon sehr schnell: Direkt beim ersten Angriff der Gäste traf Stürmer Thomas Eichler die Latte. Wenig später scheiterte Niklas Bonnekessel mit einem Kopfball. Die Roxeler brauchten deutlich länger, um ins Spiel zu finden und waren höchstens bei Standards gefährlich. Nach einem Freistoß von Stefan Arlinghaus vergab aber Dirk Marquardt bei einem Kopfball die beste Möglichkeit der Gastgeber.

Das 0:0 zur Halbzeit schmeckte den Gievenbeckern gar nicht, entsprechend offensiv kamen sie auch wieder aus der Kabine. Nachdem Sven Martin im Roxeler Tor zunächst noch gegen Florian Lürwer retten konnte (46.), war er zehn Minuten später in demselben Duell chancenlos: Atalan hatte Lürwer schön freigespielt, und diesmal traf der Stürmer zum 0:1 (55.).
Roxel reagierte nicht wirklich auf diesen Rückstand. Jedenfalls waren die Gäste auch in der Folge deutlich torgefährlicher als der BSV. Spätestens nach der Ampelkarte für Marquardt (72.) hätte das 0:2 fallen müssen.

„Da fehlte die Kaltschnäuzigkeit“, meinte Maik Weßels. „Aber wir haben eine taktisch ordentliche Leistung gezeigt.“ Während er sein Team 90 Minuten lang von der Linie aus gepusht hatte, ließ es Kollege Timo Kemming deutlich ruhiger angehen. „So macht das keinen Spaß. Ich hätte eigentlich die halbe Mannschaft auswechseln müssen.“

Roxel: Martin – Gödecke (64. Griesche) – Berk, Pietrucha – Buschung (64. Künne), Seeger, Israel, Marquardt, Arlinghaus – Fleuter, Frönd (60. Lahutta).
Gievenbeck: Kruth – Weitz, Bonnekessel, Langner – Dubiel, Alvarez Arribas, Dan (46. Atalan), Krins, Pieroth (85. Kirchner) – Eichler (79. Lamskemper), Lürwer.
 

VON MARTIN JUNG

Dicht gestaffelt ist die Gievenbecker Abwehr mit Sebastian Weitz, Carlos Alvarez Arribas und Tormann

Carsten Kruth, Roxels Sven Israel (links) wird dabei in die Zange genommen.
(Foto: Peter Leßmann)