Die Roxeler sind bei ihrer Zielsetzung da
erheblich weniger kreativ: Timo Kemming und seine Jungs wollen die restlichen
Spiele wahrscheinlich einfach nur noch so schnell wie möglich hinter sich
bringen – entsprechend sah das Derby gestern auch aus.
Ein tolles Spiel lieferten sich beide Teams wirklich nicht, wobei die
Gievenbecker wenigstens immer noch einen Tick engagierter zur Sache gingen.
Von daher war ihr Auswärtssieg insgesamt sicher auch verdient. „Die weniger
biedere Mannschaft hat heute gewonnen“, brachte Timo Kemming die Sache auf den
Punkt.
Der Gievenbecker Siegeswille zeigte sich gestern schon sehr schnell: Direkt
beim ersten Angriff der Gäste traf Stürmer Thomas Eichler die Latte. Wenig
später scheiterte Niklas Bonnekessel mit einem Kopfball. Die Roxeler brauchten
deutlich länger, um ins Spiel zu finden und waren höchstens bei Standards
gefährlich. Nach einem Freistoß von Stefan Arlinghaus vergab aber Dirk
Marquardt bei einem Kopfball die beste Möglichkeit der Gastgeber.
Das 0:0 zur Halbzeit schmeckte den Gievenbeckern gar nicht, entsprechend
offensiv kamen sie auch wieder aus der Kabine. Nachdem Sven Martin im Roxeler
Tor zunächst noch gegen Florian Lürwer retten konnte (46.), war er zehn
Minuten später in demselben Duell chancenlos: Atalan hatte Lürwer schön
freigespielt, und diesmal traf der Stürmer zum 0:1 (55.).
Roxel reagierte nicht wirklich auf diesen Rückstand. Jedenfalls waren die
Gäste auch in der Folge deutlich torgefährlicher als der BSV. Spätestens nach
der Ampelkarte für Marquardt (72.) hätte das 0:2 fallen müssen.
„Da fehlte die Kaltschnäuzigkeit“, meinte Maik Weßels. „Aber wir haben eine
taktisch ordentliche Leistung gezeigt.“ Während er sein Team 90 Minuten lang
von der Linie aus gepusht hatte, ließ es Kollege Timo Kemming deutlich ruhiger
angehen. „So macht das keinen Spaß. Ich hätte eigentlich die halbe Mannschaft
auswechseln müssen.“
Roxel: Martin – Gödecke (64. Griesche) – Berk, Pietrucha – Buschung
(64. Künne), Seeger, Israel, Marquardt, Arlinghaus – Fleuter, Frönd (60.
Lahutta).
Gievenbeck: Kruth – Weitz, Bonnekessel, Langner – Dubiel, Alvarez
Arribas, Dan (46. Atalan), Krins, Pieroth (85. Kirchner) – Eichler (79.
Lamskemper), Lürwer.
VON MARTIN JUNG
