Gegentore statt Kamelle für den BSV

Münster - Der Auftritt des SC Preußen im Achtelfinale des Kreispokals am Sonntag beim BSV Roxel hatte was von einer typischen Karnevalsparty: Erst geht alles etwas zäh los, dann nimmt die Sache plötzlich Fahrt auf, bevor am Ende dann ein absoluter Selbstläufer daraus wird, bei dem alle auf ihre Kosten kommen.

Mit 7:0 (2:0) setzte sich der SCP schließlich vor 632 Zuschauern bei dem Landesligisten durch, „etwas Geduld brauchten wir dafür aber schon“, gab auch Trainer Roger Schmidt zu. Denn obwohl seine Mannschaft das Spiel über 90 Minuten gnadenlos dominierte, sprang zumindest am Anfang dabei noch nicht viel Zählbares heraus. Als Roxels Tim Gödecke einen zu kurzen Rückpass spielte, sprintete Timo Scherping dazwischen und schob zum 0:1 ein (17.) – das war es aber auch erst einmal. Noch reichten bei Roxel die Kraft und die Konzentration.

Kurz vor der Pause hatte der Oberligist, bei dem Simon Talarek und Arthur Matlik als einzige die komplette „Doppelschicht“ der Spiele gegen Wiedenbrück und Roxel absolvierten, dann aber das Rezept entdeckt, wie der Gastgeber hinten geknackt werden konnte. Michael Erzen traf frei stehend mit einem Kopfball zum 2:0 (43.). Nach genau diesem Strickmuster schraubte Erzen nach dem Seitenwechsel das Ergebnis weiter in die Höhe. Einmal flankte Peter Endres von links, einmal Massih Wassey von rechts – Erzen hielt in der Mitte jeweils den Kopf hin und schon stand es 4:0 (58./77.).

„Das haben wir blitzsauber gemacht“, freute sich Roger Schmidt. Spätestens jetzt hatten sich die Preußen so richtig in Stimmung geschossen, für Roxel hagelte es statt Kamelle nur noch Gegentore. „Die sind gefallen wie die reifen Früchte“, ärgerte sich Trainer Timo Kemming. „Aber wir konnten dieses Spiel ja sowieso nur als zusätzliche Trainingseinheit sehen. Wir haben nur ein paar Mal trainiert und treffen hier auf einen topfitten Oberligisten. Uns war schon klar, dass wir nicht noch einmal so gut aussehen konnten wie im letzten Frühjahr. Dafür kam das Spiel zu früh.“

Eine Verlängerung hätte man Roxel am Sonntag aber auch nicht gewünscht. Denn natürlich ließ das Team mit jeder Minute weiter nach und kassierte noch drei späte Treffer durch Robert Magos (82./86.) und Massih Wassey (88.).

Roxel: Martin – Seeger – Berk, Pietrucha – Buschung, Israel, Gödecke (57. Arlinghaus), Marquardt (67. Griesche), Künne – Fleuter (76. Canal-Bruland), Frönd. – Preußen: Schulze Niehues – Brüggemeyer, Matlik, Endres – Ornatelli (75. Öztürk), Wassey, Talarek, Dede, Magos – Erzen, Scherping.
 
Sonntag, 3. Februar 2008 | Martin Jung, Westfälischen Nachrichten 

So hatte er es am liebsten: Michael Erzen setzt zum nächsten Kopfball an. (Foto: Jürgen Peperhowe)