ROXEL. So etwas hat es noch nicht gegeben. Das war wohl einmalig. Unglaublich. Da schaffen die Borussen beim BSV Roxel in der 87. Minute endlich, endlich das hochverdiente 1:1 und dann so etwas ...
Beim Anstoß wird Florian Reckels angespielt. Sieht, dass Borussentorhüter Martin Hoppe, der den verletzten Florian Haude vertritt, weit vor seinem Kasten steht. Und haut drauf ... Im Rückwärtsgang eilt Hoppe zurück, doch die Bogenlampe senkt sich über ihn hinweg ins Netz. 2:1. Die Punkte bleiben in Roxel. Und Roxel bleibt Borussias Angstgegner.
Dabei waren die Borussen am Sonntag klar die bessere Mannschaft. Sie waren aktiver, hatten die weitaus größeren Spielanteile, die reifere Spielanlage. Doch fehlende Passsicherheit und mangelnde Durchschlagskraft in der Offensive verhinderten einen Erfolg.
Ausgelassen feierten die Roxeler nach dem Schlusspfiff die Rückkehr an die Tabellenspitze - und wussten wohl selber nicht so recht, wie sie dort wieder hingekommen waren ...
Die erste Hälfte war noch relativ ausgeglichen. Borussia investierte zwar mehr, doch auf beiden Seiten waren die Abwehrreihen immer Herr der Lage. Was oft auch nicht schwer war, da viele Fehlpässe auf beiden Seiten die Offensive lähmten.
Eine einzige Torchance gab es vor der Pause - und gleich saß der Ball. Die
Borussen hatten die weiten Einwürfe des BSV nicht auf der Rechnung, einer
erreichte Florian Reckels, und der traf zum 1:'0 (42.).
Einziger Torschuss
Es sollte - bis zum kuriosen 2:1, das Borussias Co-Trainer Ramiro Almeida als
"Wunderding" bezeichnete - Roxels einziger Torschuss bleiben ...
Denn nach dem Wechsel spielte nur noch Borussia. Trainer Robert Borgelt
brachte Lirim Beqiri für Michael Rintelen, stellte gleichzeitig auf das gewohnte
4-2-3-1-System um. Vor der Pause hatten Peter Lakenbrink und Pantelis
Kaleitzidis ein Sturmduo gebildet, jetzt rückte Lakenbrink auf rechts, Beqiri
auf die Zehnerposition.
Zu lange gezögert
Und mit ihm bekam das Spiel der Borussen deutlich mehr Struktur. Kein Wunder,
dass Beqiri die erste Chance einleitete. Er schickte Pantelis Kaleitzidis steil,
BSV-Keeper Bernd Lütke Wiesmann wehrte ab, der Ball fiel Markus Meinigmann vor
die Füße, doch der zögerte fünf Meter vor dem Tor zu lange, Julian Seeger konnte
so entscheidend stören (56.).
Sieben Minuten später flankte Lirim Beqiri von rechts Nico Niemeier köpfte knapp über den Kasten.
Doch jetzt war Borussia dran. Roxel gelang es nicht einmal mehr, durch gelegentliche Konter für Entlastung zu sorgen. Aber die Gastgeber verteidigten geschickt - und mit ganz viel Leidenschaft. Und da Borussia nur selten zündende Ideen hatte, wurde es auch nur selten wirklich gefährlich für die Roxeler.
Pantelis Kaleitzidis versuchte es in der 86. Minute mit einem Schuss aus der Drehung, doch Lütke Wiesmann war rechtzeitig am Boden. Dann klappte es endlich. Peter Lakenbrink (Foto) spielte eine Beqiri-Ecke auf den Ausführenden zurück, der flankte erneut, und Nico Niemeier köpfte zum 1:1 ein.
Der Jubel aber war noch nicht verhallt, da traf die Borussen die eiskalte Keule von Florian Reckels. Und als Nico Niemeier wenig später seinen Mund einmal mehr nicht halten konnte und die Ampelkarte kassierte, durfte Roxel die glückliche Führung in den Schlussminuten in Überzahl verteidigen.
Fußball ist nicht immer gerecht. Manchmal entscheiden Geniestreiche. Wie der
von Julian Reckels ...
Mehr zum Spiel steht am Montag in der Printausgabe der Emsdettener Volkszeitung.