Fußball: Mesums Sieg ist Nebensache

Von Frank Reinker am 20.04.2008 21:31 Uhr

MÜNSTER/MESUM Eigentlich ist Mesums Kapitän Maik Müller ein harter Hund. Oberligaerfahren, zupackend, kompromisslos im Zweikampf. Es muss schon einiges vorgefallen sein, wenn so ein Haudegen weinend am Spielfeldrand sitzt. Vor Schmerzen. Sein Trikot ist Blut überströmt.

Müllers Mitspieler sind geschockt. Keeper Ingo Beckmann hält sich ein Handtuch vor den Mund. Auch er blutet. Die Folge eines Zusammenpralls, der das gestrige Landesliga-Spiel der Mesumer beim BSV Roxel überschattete.

Der 2:0 (0:0)-Sieg, durch den der SVM im Titelrennen weiterhin allerbeste Karten hat, trat in den Hintergrund. Was war passiert?

Nach einem weiten Schlag aus der Roxeler Hälfte stieg BSV-Stürmer Fabian Frönd zum Kopfball hoch und traf dabei Müller so unglücklich, dass dieser in der Luft übel mit seinem Keeper zusammen rasselte.

Verheerende Bilanz

Die verheerende Bilanz dieser Szene aus der 76. Minute: Beckmann verlor mehrere Zähne, Müller erlitt eine klaffende Risswunde an der rechten Wange und möglicherweise eine Jochbein-Verletzung. Mit dem Rettungswagen wurde der SVM-Routinier ins Krankenhaus gebracht, während sich Beckmann zu einem Zahnarzt bringen ließ.

Die Partie war eine Viertelstunde unterbrochen - und nahm danach nie wieder richtig Fahrt auf. Roxels Bemühungen um den Anschlusstreffer wirkten fortan äußerst zögerlich. Offenbar steckte auch den Gastgebern der Schock in den Knochen.

Für den BSV war es quasi der zweite lähmende Rückschlag an diesem Fußball-Sonntag. Den ersten hatte ihm Marco Castanheira nach 20 Minuten versetzt. Mit einem trockenen Flachschuss hatte der SVM-Stürmer Roxels druckvolle Anfangsphase mit einem Schlag für beendet und wertlos erklärt.

Das 1:0 der Gäste war zu diesem Zeitpunkt zwar äußerst glücklich, doch im weiteren Verlauf verdienten sich die Mesumer diese Führung redlich. Sie erarbeiteten sich ein deutliches Übergewicht und hatten die klar besseren Chancen.

Brüggemann trifft nicht

Allein Christof Brüggemann hätte gestern drei, vier Tore machen können, scheiterte aber jeweils kläglich - ob nun per Kopf (37.), im Liegen (39.), per Konter (74.) oder gar völlig allein vor Roxels Keeper Sven Martin (88.).

Wie man's besser macht, zeigte Stephan Gerigk, der nur drei Minuten nach seiner Einwechslung mit einem feinen Heber den Roxeler Schlussmann überwand (71.). Ein Traumtor. Es hätte die Szene des Tages sein können. Wenn nicht fünf Minuten später eine andere alles andere in den Schatten gestellt hätte...