Roxel kann Schockmomente nicht verdauen
Frank Reinker am 20.04.2008 20:56 Uhr
MÜNSTER Kreidebleich blicken sich die Spieler des BSV Roxel an, beobachten das hektische Treiben am Spielfeldrand. Dort sitzt der Mesumer Kapitän Maik Müller. Weinend vor Schmerzen. Sein Trikot ist Blut überströmt. Wenige Meter weiter hält sich Mesums Keeper Ingo Beckmann ein Handtuch vor den Mund. Auch er blutet. Die Folge eines Zusammenpralls, der das gestrige Landesliga-Spiel des BSV Roxel gegen den SV Mesum überschattete. Die Roxeler 0:2 (0:0)-Niederlage trat angesichts dieser Szene in den Hintergrund.
Was war passiert?
Nach einem weiten Schlag aus der Roxeler Hälfte stieg BSV-Stürmer Fabian Frönd zum Kopfball hoch und traf dabei Mesums Libero Müller so unglücklich, dass dieser in der Luft übel mit seinem Keeper zusammen rasselte. Die verheerende Bilanz dieser Szene aus der 76. Minute: Beckmann verlor mehrere Schneide- und Eckzähne, Müller erlitt eine klaffende Risswunde an der rechten Wange und möglicherweise eine Jochbein-Verletzung.
Die Partie war eine Viertelstunde unterbrochen - und nahm danach nie wieder richtig Fahrt auf. Roxels Bemühungen um den Anschlusstreffer wirkten fortan äußerst zögerlich. Offenbar steckte den Gastgebern der Schock in den Knochen.
Für den BSV war es der zweite lähmende Rückschlag. Den ersten hatte ihm Mesums Marco Castanheira nach 20 Minuten versetzt. Mit einem trockenen Flachschuss hatte der SVM-Stürmer Roxels druckvolle Anfangsphase mit einem Schlag für beendet und wertlos erklärt. Das 1:0 der Gäste war zu diesem Zeitpunkt zwar glücklich, doch im weiteren Verlauf verdienten sich die Mesumer die Führung. Sie erarbeiteten sich ein deutliches Übergewicht und hatten die klar besseren Chancen.
Stephan Gerigk machte mit einem Heber über BSV-Keeper Sven Martin hinweg alles klar (71.). Ein Traumtor. Es hätte die Szene des Tages sein können. Wenn nicht fünf Minuten später eine andere alles andere in den Schatten gestellt hätte.