Sieben Stück sind Preußen-Standard, wenn es innerstädtisch zum Fußballtest geht und ein Landesligist der Gastgeber ist. Mittwoch überraschte der BSV Roxel den Regionalligisten aber mit forschem Auftakt und dem ersten Treffer in Minute eins, aber zum 7:1 (3:1)-Erfolg auf Kunstrasen waren von 14 eingesetzten Regionalligaspielern fünf erfolgreich.
Mehmet Kara traf nicht, spielte aber erstmals in der Vorbereitung. Über volle Zeit. Auch Patrick Kirsch und Sercan Güvenisik sind wieder spielfähig – fehlt nur noch Hüzeyfe Dogan, der bisher keine Sekunde am Ball war, dafür aber Extraschichten im Training fährt. „Samstag muss er kicken“, legte sich Trainer Marc Fascher fest.
Den letzten Test bestreiten die Preuße dann (14.30 Uhr, Sportanlage am Badeweiher in Marl) beim von Olaf Thon trainierten VfB Hüls, dem Sechsten der NRW-Liga. Vielleicht sogar auf Rasen. Das für Dienstag nächster Woche geplante Spiel bei Drittligist Werder Bremen II wurde ersatzlos gestrichen.
Mehr Roxeler als Preußen am Ball
Dass ein Testspielgegner mehr Leute an den Ball bringt als die Preußen ist eine Seltenheit. Roxel machte das nicht nur wie geplant: Trainer Gundolf Lorenz musste vor der Pause schon die angeschlagenen Ron Buschung und Fabian Frönd auswechseln. Vor dem der auch auf schwierigem Boden schnelle Frönd, der das 1:0 durch Welke vorbereitete, spielte bis dahin bestens mit und wirkte motiviert wie zielstrebig.
„Wir sind nicht konzentriert ins Spiel gegangen“, sah Fascher, dass eine im Defensivverhalten nachlässige Elf wieder einen Wachmacher brauchte. Roxel nutzte die Gunst der Minuten nicht ausreichend – Beyer scheiterte an Keeper Lenz, Plischek jagte den Ball drüber. Es konnte 2:0 stehen, ehe sich die Adlerträger formierten. Gegen die Elf seines Vaters drehte Marc Lorenz links offensiv auf und sorgte für etliche Szenen.
Schulz im Brennpunkt
Wojciech Pollok traf, endlich einmal, zum 1:1 (19.), ehe sich der reaktionsstarke Colin Schulz im BSV-Kasten mehrmals auszeichnete. Einmal ließ er sich raus locken und wurde dafür bestraft, denn aus spitzem Winkel bediente Güvenisik den per Kopf treffenden Rico Schmider (35.). Oliver Glöden – den Mann kann man immer brauchen – legte per Bogenlampenkopfball nach. Polloks zweiten Treffer verhinderte Pietrucha auf der Linie.
Kara zog es von rechts häufig in die Mitte, weshalb die Preußen auf der Seite kaum gefährlich agierten. Dass sich im 4-4-2-System die Stürmer Pollok und Güvenisik aufs Zusammenspiel und die richtige Raumaufteilung verstehen, kann man noch immer nicht behaupten. Fascher hat hierzu noch kein Fazit gezogen.
Marc Lorenz sorgt für Vorteile
Mit Riepenhof als Innenverteidiger und Lahutta als einziger Spitze setzte Roxels neue Formation nach dem Wechsel auf eine kompakte Mitte. Eine Szene hatte Zafar, aber Lenz passte auf. Die Preußen, allen voran der offensiv emsige Marc Lorenz, rissen jetzt mit Kara aus der Zentrale heraus die Abwehr über links auseinander. Jetzt spielten sie konditionelle Vorteile mit viel Tempo aus.
Gute Hereingaben passten: Lorenz setzte Huckle ein, dessen Zuspiel Babacar N'Diaye nutzte. Lorenz traf selbst aus Entfernung per Aufsetzer und bediente N'Diaye ideal zum 6:1, ehe Kara im Gegenstoß auf Pollok spielte und der ins kurze Eck schoss. Es hätte noch deutlicher werden können, zumal BSV-Schlussmann Bernd Lütke Wiesmann ein Unsicherheitsfaktor war, der mehrfach nur ungenügend klärte.
Fascher kommt ins Grübeln
Aktuell ist für Fascher noch vieles offen mit Blick aufs Düsseldorfspiel am 28. Januar. „Ich werde ein bisschen grübeln müssen – aber das mir auch lieber so.“ Dogan wird ein Härtefall, auch vorne und im linken Mittelfeld wird es knappe Entscheidungen geben.
Gundolf Lorenz sah seinen BSV am Ende von jenen distanziert, „die eben fixer auf den Beinen sind. Wir haben stark angefangen – wenn da sogar das 2:0 fällt, wird es interessant.“ Ein wenig ärgerte er sich darüber, „dass wir in der zweiten Halbzeit zu viele Bälle einfach her gegeben haben.“
Thomas Austermann
Namen und Zahlen
Roxel 1. HZ:
Schulz – Pietrucha, Küpper, Kleine-Badenhorst – Buschung (37. Daldrup), Beyer,
Plischek, Dransmann – Marquardt – Frönd (39. Lahutta), Welke.
Roxel 2. HZ: Lütke Wiesmann – Küpper, Riepenhof, Kleine-Badenhorst –
Daldrup, Albers, Plischek – Tawidde, Marquardt, Zafar – Lahutta.
SCP: Lenz – Halet (64. Duah), Kirsch, Mümken, Huckle – Kara, Glöden, Schmider (46. Möllering), Lorenz (75. Ornatelli) – Pollok, Güvenisik (46. N'Diaye).
Tore: 1:0 Welke (1.), 1:1 Pollok (19.), 1:2 Schmider (35.), 1:3 Glöden (39.), 1:4 N'Diaye (48.), 1:5 Lorenz (55.), 1:6 N'Diaye (75.), 1:7 Pollok (78.)

Die Kapitäne Dirk Marquardt (Roxel, l.) und Patrick Kirsch (SCP, r.) begrüßen die Unparteiischen Andre Frankrone, Thomas Kappek und Max Krämer (v. l.). Foto: Austermann