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"Hundeverordnung mit heißer Nadel gestrickt" |
| Boxer-Klub sieht Landeshundeverordnung kritisch / Zuchtschau Mitte August |
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Von Uwe Mattern |
| Die neue Landeshunde-Verordnung ist in Kraft. Und im Boxer-Klub am Rüschhausweg wird eifrig darüber diskutiert. "Der Leinenzwang ist 100-prozentig in
Ordnung", kommentiert der erste Vorsitzende des Vereins, Willi Jurasik,
den Paragraphen. "Das habe ich schon immer so gehalten. Ich habe doch
keine Lust, meinem Hund hinterherzulaufen", stimmt Marlis Pueß ihm zu.
"Trotzdem gibt es Ungereimtheiten. Wie sieht es zum Beispiel bei einer
Fahrt von Bundesland A nach Bundesland B aus? Da gibt es doch keine
einheitlichen Regeln. Da besteht Handlungsbedarf", ist sich Willi Jurasik
sicher. Auf Unverständnis stößt dagegen der Maulkorbzwang für die im
Gesetz in Anlage 1 und 2 aufgeführten Hunde, den sogenannten Kampfhunden.
"Warum werden hier alle Tiere einer Rasse so über einen Kamm geschoren?
Meines Erachtens macht man diese Tiere dadurch noch aggressiver. Zudem
entstehen Beißereien mit den Tieren, die keinen Maulkorb brauchen. Diese
Tiere können den Artgenossen mit Maulkorb nicht einschätzen. Die Lefzen
sind ein wichtiges Verständniskörperteil", berichtet Marlis Pueß. Die
Hundeausbilderin ist nicht generell gegen den Maulkorb. Ihrer Meinung nach
sollten die Tiere auf ihre Aggressivität hin überprüft werden. "Schauen Sie
nach draußen, da läuft ein Staffordshire Bullterrier im umzäunten Bereich
herum. Der ist so lieb, dass er mit Kindern spielen könnte. Die Besitzer
haben nur noch hier die Möglichkeit, mit dem Tier herumzutollen", gibt die
Münsteranerin zu bedenken. Die Halter des Hundes fühlen sich im Boxer-Klub gut aufgenommen. Neben ihrem Haustier tollt eine Bordeaux Dogge herum. Das Tier gehört auch zu den in Anlage 1 aufgelisteteten. "Bloß keine Fotos. Wir haben schon genug Ärger", berichten beide Halter sehr verstört. Beide haben schon lange vor Inkrafttreten der Landeshunde-Verordnung ihren Hundeführerschein gemacht. Für Marlies Pueß ist das Gesetz mit der heißen Nadel gestrickt. Sie glaubt, dass es da noch einige Änderungen geben wird. |
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