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Bewegungswunder
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Gruppe "Food" bittet auf dem Übungsgelände in Nienberge zum Dog Dance
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Münster - Der Tanzpartner hat zwei Beine zuviel, einen behaarten Rücken und einen ungeheueren Spieltrieb. Kurzum: Er ist nicht unbedingt der gefragte Gefährte für einen Opernball. Dennoch tanzen die Hunde seit Anfang März in Münster. Auf dem Übungsgelände des Boxerklubs Münster in Nienberge trainiert jeden Donnerstagabend die Gruppe "Food" (Friends of our dogs). "Der Begriff Dog Dance hört sich englischer an, als er ist. Er wird eher in Deutschland benutzt", weiß Judith Brinkkötter, die den Hundefreunden und ihren Vierbeinern die Fußarbeit beibringt. Wer dabei an einen Dalmatiner denkt, der sich auf die Hinterpfoten stellt, um mit dem Besitzer einen flotten Walzer zu tanzen, liegt aber weit daneben. Zwar - um in der Tanzsprache zu bleiben - führt der Mensch, doch die Kunst besteht darin, dass der Hund es wie eine natürliche Bewegung aussehen lässt. Auf Füße und Pfoten kommt es bei dieser Anfang der 90er Jahre erfundenen Sportart an, die der Engländer als "Heel work to music" kennt. Die Fersen (englisch: heel) sollen sich ganz der Musik widmen. Die Hunde laufen eine Acht durch Frauchens oder Herrchens Beine, robben sich über den Boden, drehen einen Kreisel auf der Stelle oder gehen einfach nur rückwärts. "Man sucht sich ein Musikstück aus und bastelt dann an der Choreographie", erklärt die 24-Jährige, die vor drei Jahren den Dog Dance für sich entdeckte. Ihr damals sieben Monate alter Border Collie wollte beschäftigt werden, doch er war drei Monate zu jung für andere Hundesportarten. Ein Fernsehbericht weckte das Interesse am Hundetanz bei Judith Brinkkötter. Sie bildete sich in Seminaren weiter und leitet nun selbst zwei Gruppen. |
Von Dressur möchte man auf dem Hundeplatz in Nienberge, dessen abgeschiedene Lage schon manch einen Pizzaboten vor eine echte Herausforderung gestellt hat, allerdings nichts wissen. "Es basiert alles darauf, dass der Hund uns gefallen will. Dressur basiert hingegen auf Zwang", macht Judith Brinkkötter deutlich. Der Spieltrieb der Hunde wird in die Aufführung eingebaut. Der Faktor Humor, untermalt von einem Kinderlied, kommt bei den Preisrichtern ebenso gut an wie Sprünge über Arme und Beine. Eigentlich wollte Judith Brinkkötter nur eine Gruppe anbieten, doch mittlerweile trainieren die elf Hundefreunde, aufgeteilt nach Vorwissen, zu unterschiedlichen Zeiten. Dann schieben sich Airedale-Terrier, Dackel-Mischlinge oder ein niederländischer Koikerhondje über den grünen Rasen und zeigen ihre Kunststücke. Selbst ein Afghane, normalerweise nicht unbedingt ein Fred Astaire der Tierwelt, hat sich unter die tanzenden Hunde gemischt. "Eigentlich ist Dog Dance für alle Hunderassen geeignet", sagt Judith Brinkkötter. Selbst ein schwerfälliger Geselle wie der Berner Sennhund wird durch eine Tempoanpassung zum fast grazilen Bewegungswunder. Dog Dance ist allerdings nicht nur Fußarbeit, sondern auch der Kopf ist gefragt. Bevor die ersten Schritte geprobt werden, muss Frauchen oder Herrchen eine Zeichnung anfertigen. Schließlich soll die Bühne später richtig ausgefüllt werden und der optimale Winkel der Aktion zu den Zuschauern will bedacht sein. Zudem gehören zu jeder Tanzeinlage die passenden Kostüme. Dem Applaus folgt die Nachbetrachtung. So wurde der erste Auftritt der Gruppe Mitte April bei der NRW-Auktionsparade des Westfälischen Pferdestammbuches in Handorf aufgezeichnet. Den Videomitschnitt analysierten die "Dog Dancer" später gemeinsam. Die haarigen Tänzer treten auch ganz ohne Wettkampfstress auf. Wer "Food" buchen möchte, kann sich bei Judith Brinkkötter, Telefon 0251-9 74 30 49, melden.Andreas Jankowiak | |
![]() Ein Tänzchen mit dem Vierbeiner? Für die Gruppe "Food" ist das alltägliches Geschäft Foto: aj |
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