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Prüferin Käthe Tschörtner (hinten links) testete am Sonntag, was die Hunde und ihre Halter bei ihrer Ausbilderin Marlies Pues (hinten rechts) gelernt haben

Prüferin Käthe Tschörtner (hinten links) testete am Sonntag, was die Hunde und ihre Halter
bei ihrer Ausbilderin Marlies Pues (hinten rechts) gelernt haben.    (Foto: -jr)
"Hier wird viel Wert auf Sozialverhalten gelegt"
Hundeführerschein abgenommen
Von -jr- WN vom 08.07.02
Münster-Nienberge. "Der Hund verhält sich mangel­haft in der Unter­ordnung", stellt Aus­bil­derin Marlies Pues be­dau­ernd fest. Ner­vös steht sie auf dem Übungs­platz des Boxer-Klubs in Nien­berge und be­ob­ach­tet, wie sich der La­bra­dor-Misch­ling den Be­feh­len seines Herr­chens wider­setzt. Marlies Pues ist sich sicher: "Der Hunde­führer ist nicht energisch genug."Und wenige Minuten später folgt das nicht über­raschende Ur­teil von Prü­ferin Käthe Tschörtner: "Keine Übung wurde korrekt aus­ge­führt, die Prü­fung wurde nicht be­standen."
Zum ersten Mal wurden am Sonn­tag beim Boxer-Klub in Münster 15 An­wärter für den
Hunde­führer­schein des Ver­bandes für das Deutsche Hunde­wesen (VDH) ge­prüft. Der landes­weit ein­heit­liche Schein wurde An­fang des Jahres auf­grund der neuen Landes-Hunde­ver­ordnung ein­ge­führt und stellt hohe An­for­de­rungen an Hund und Herr­chen. So muss der Hunde­halter zu­nächst in einem Sach­kunde­nach­weis ele­men­tare Fragen über den Hund und sein Ver­hal­ten be­ant­wor­ten. Im an­schließen­den prak­ti­schen Teil wird die "Unter­ord­nung auf dem Hunde­platz" ge­prüft. Ist dieser Teil der Prü­fung be­stan­den, muss der Hund in einer Außen­übung zeigen, dass er sich im Straßen­ver­kehr nicht durch Autos und Rad­fah­rer aus der Ruhe bringen lässt. "Hier wird viel Wert auf So­zial­ver­hal­ten ge­leg", be­rich­tete am Sonn­tag der Vor­sit­zende des Boxer-Klubs, Willi Jurasik.
Bereits seit Mitte April wur­den die Hunde in einem Kurs auf die Prü­fung vor­be­reitet. Vom Schäfer­hund über den Stafford­shire Ter­rier bis hin zum Rie­sen­schnau­zer trai­nier­ten ver­schie­dene Ras­sen ge­mein­sam in der Grup­pe. "Die Hunde wir­ken alle sehr gut vor­be­rei­tet", freut sich VDH-Prü­ferin Käthe Tschörtner. Doch sie stell­te auch fest: "Die Ner­vo­si­tät der Hunde­füh­rer wäh­rend der Prü­fung über­trägt sich auto­ma­tisch auf die Tiere und dann werden Fehler ge­macht."
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