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Wenn ein Leckerli lockt, traut sich fast jeder Welpe, die Stellwand hinab zu klettern

Wenn ein Leckerli lockt, traut sich fast jeder Welpe, die Stellwand hinab zu klettern.

 
Angstfrei durch den Tunnel
Spielkursus für Welpen aller Rassen beim Boxerklub
Von Ellen Bultmann - WN vom 22.05.02
Münster-West.  Ein roter Tunnel, an dessen Ende bunte Flatterbänder den Blick nach draußen versperren. Wohin der mehrere Meter lange
Gang führt, kann derkleine Golden Retriever nicht ahnen, denn so etwas hat er in seinem erst wenige Wochen langen Leben noch nie gesehen. Von gutem Zureden und ein paar Leckerli ermuntert, tapst er dennoch mutig hindurch und begrüßt am anderen Ende wedelnd sein Herrchen. Wenige Momente später wagt sich der Welpe auf eine hölzerne Schrägwand, hält auf der Spitze kurz inne und klettert kopfüber hinunter.
Vielleicht merkt er es in seiner Entdeckerlaune gar nicht, doch wenn er ihn braucht, ist sein zweibeiniger Gefährte immer schützend in der Nähe. "Kleine Stress-Situationen stärken die Bindung zwischen Hundeführer und Welpe", erklärt Sibylle Marpmann, die mit Astrid Liebert den Welpenspielkursus auf dem Gelände des Boxerklubs am Rüschhausweg leitet.
Hunde aller Rassen können von der achten bis zur 20.Lebenswoche samstags ab 14 Uhr auf den Platz kommen. Bis zum Alter von etwa zehn Monaten schließt sich ab 15 Uhr die Junghundegruppe an. Jeder Hundehalter kann sofort teilnehmen, wenn er den Welpen vom Züchter übernommen hat. Mitgebracht werden müssen der Impfpass, ein Beleg der Haftpflicht-Versicherung und eine Bescheinigung über die Wurm- und Flohfreiheit des Hundes.
Im Welpentreff geht es vor allem darum, dass die Hunde das richtige Sozialverhalten untereinander lernen. Sie erhalten daher viel Gelegenheit zum Spielen, während die Kursleiterinnen darauf achten, dass die Kraftproben und Verfolgungsjagden im normalen Rahmen bleiben. Beispielsweise soll kein Welpe von anderen "gemobbt" werden, all zuübermütige Raufbolde müssen in die Schranken verwiesen werden und eher Ängstlichen wird geholfen, positive Erfahrungen mit Artgenossen sammeln zu können.
Während die oft noch
tolpatschigen Hundchen durcheinander wuseln, werden sie mit störenden Geräuschen und plötzlich aufklappenden Regenschirmen konfrontiert. Alles, was sie jetzt kennen lernen, jagt ihnen später nicht so leicht einen Schrecken ein, erläutert Marpmann: "Bis zur 16. Woche ist die Hauptprägune des Hundes abgeschlossen. In dieser Zeit und im ersten halben Jahr ist er am lemfahigsten." Daher sei es wichtig, schon den Welpen die Grundlagen der Erziehung zu vermitteln und darauf hinzu wirken, dass sie angstfrei gegenüber Umweltreizen und nicht aggressiv werden.
Zugleich erhalten die Hundeführer Anregungen, wie sie ihre Vierbeiner mit Hilfe positiver Bestärkung des erwünschten Verhaltens ausbilden können. In der Junghundegruppe wird nach einer kürzeren Spielphase mehr Gewicht auf die Erziehung gelegt. Die Hunde lernen außerdem weitere Geräte der Geschicklichkeitssportart "Agility" kennen.
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