Warum Selbsthilfe?

„Sie (die Borreliose) kommt mir vor wie ein Mummenschanz.
Immer wieder schaut sie mit einer neuen Fratzenmaske um die Ecke.
Du weißt nie, wo und wann. Und wenn du glaubst, Karneval ist vorbei,
dann guckt sie dir von hinten über die Schulter.“

Die Krankheit Borreliose ist wissenschaftlich noch nicht so weit erforscht, dass es eindeutig erfolgreiche Behandlungskonzepte gibt. Im einfachen Fall erkrankt man nach einem Zeckenbiss gar nicht oder man entwickelt eine so genannte Wanderröte, welche erfolgreich mit Antibiotika behandelt werden kann.

Problematisch sind die unerkannten, unbehandelten, falsch behandelten oder ohne einen erkennbaren Grund langwierigen und komplizierten Fälle, in welchen sich die Krankheit bis zu einer Behinderung entwickeln kann. Dies passiert mit zunehmender Häufigkeit, bzw. wird zunehmend häufiger erkannt.

Folgende Problemfelder ergeben sich für die chronisch Betroffenen zusätzlich zu den zahlreichen klinischen Ausprägungen der Krankheit:

  • Viele Ärzte kennen sich mit der Materie nicht genügend aus.
  • Die diagnostischen Möglichkeiten sind (noch) sehr beschränkt.
  • Als Ursache für vermeintlich nicht erklärbare klinische Symptome werden dann gerne psychische Probleme angenommen.
  • Medizinische Leitrichtlinien verneinen die Existenz der Krankheit.
  • Medikamente werden häufig von den Krankenkassen nicht bezahlt.
  • Langfristige Arbeitsunfähigkeit kann den Verlust des Arbeitsplatzes nach sich ziehen.
  • Wirtschaftlicher Abstieg kann die Folge sein.
  • Juristische Fragestellungen werden aufgrund medizinisch nicht eindeutig geklärter Sachverhalte oft zum Nachteil der Betroffenen entschieden.
  • Das Beschäftigt sein mit der Krankheit führt zu sozialer Isolation.
  • Ein häufig gesund wirkendes äußeres Erscheinungsbild bewirkt Unverständnis bei anderen. Es entsteht Rechtfertigungsdruck.
  • Das Leben ist nicht mehr planbar.

Die Krankheit Borreliose erfordert bei Chronifizierung einen selbstbewussten Umgang mit Ärzten, Arbeitgebern, Juristen und im privaten Umfeld. Sie erfordert Aktivität, besonders was die Informationsgewinnung und Handlungsplanung anbelangt. Sie erfordert Geduld, ein hohes Maß an Frustrationstoleranz und die Bereitschaft, lebensverändernde Auswirkungen als Aufgabe anzunehmen.

Die Schwerpunkte der Selbsthilfegruppe liegen

  • im Austausch von Informationen
  • in der Unterstützung im Umgang mit Ärzten, Arbeitgebern, Juristen,…
  • im Ideenaustausch zur veränderten Lebensgestaltung

Parallel zur Selbsthilfgegruppe Borreliose besteht das Angebot einer Selbsthilfegruppe für Angehörige, die von den Lebensveränderungen unmittelbar mit betroffen sind. Der Schwerpunkt liegt hier

  • im Austausch über Probleme und Wahrnehmungen der veränderten Lebenssituation
  • in der Gestaltung sinnvoller Unterstützung für die Betroffenen als auch für die betroffenen Angehörigen selbst

Diese Gruppe ist offen für Angehörige von Menschen mit (neu) erworbenen Krankheiten und / oder Behinderungen.

 

 

Dieser Beitrag wurde unter Pressetexte veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.