Die Entstehung des BGD

 

Für die Ureinwohner Indiens

Kreative Ideen und Aktionen, informative Kontakte zu den Mitgliedern und Spendern, präzise Projektabsprachen mit dem indischen Partner "vor Ort" kennzeichnen ein Hilfswerk, das längst über die Grenzen Münsters hinaus bekannt ist. Hervorgegangen aus der kleinen, selbstbewussten katholischen Gemeinde St. Margareta, setzt der "BasisGesundheitsDienst Partnerdiözese Jabalpur e.V." (BGD) sich seit vielen Jahren für die Ureinwohner in Indien ein. Der BGD finanziert und begleitet, eingebettet in ein Gesamtkonzept, mit viel Mühe und Kleinarbeit effektive und überschaubare Projekte in der Partnerdiözese Jabalpur (Bundesstaat Madhya Pradesh).

Kein Gießkannenprinzip

Seine große Stärke: Er schüttet seine Gelder nicht nach dem "Gießkannenprinzip" wahlweise über Asien, Afrika und Lateinamerika aus, sondern hält seit Jahrzehnten konsequent an einem Partner fest. Bisher hat der BGD insgesamt fast 200 Projekte gefördert: 41 im Bereich Gesundheit, 45 im Bereich Bildung, 47 im Bereich Soziales und darüber hinaus eine Vielzahl von kleineren Projekten. Entstanden sind 20 Sozial- und Krankenstationen, 25 Wohnunterkünfte für etwa 1.500 Kinder und Jugendliche und 30 Schulen mit über 5.000 Schülerinnen und Schülern. Ein Beweis für die Initiatoren, dass ihre Hilfe nicht nur der berühmte "Tropfen auf den heißen Stein" ist.

Systematischer Aufbau der Partnerschaft

Der schließlich so erfolgreiche Weg ist erst beim Gehen entstanden: Die Partnerschaft zwischen Münster und Jabalpur wurde schrittweise entwickelt und intensiviert. Die ersten Kontakte gehen auf persönliche Beziehungen zwischen der früheren Pfarrsekretärin der Kirchengemeinde St. Margareta, Klara Hagemann, und indischen Priestern in den 1960er Jahren zurück. 1975 ging St. Margareta die offizielle Partnerschaft mit dem Bistum Jabalpur ein. 1979 besuchte der jetzige Altbischof Theophane aus der Diözese Jabalpur zum ersten Mal "seine" münstersche Gemeinde. Drei Jahre später übergab die Pfarrsekretärin die Partnerschaft ganz in die Hände der Gemeinde St. Margareta. Bis dahin waren bereits 108.832 DM für Jabalpur eingegangen.

Solidaritätsaktion "Hungermarsch"

Im Jahr 1982 fand der erste Hungermarsch statt – mit einem überwältigenden Ergebnis: Statt der angestrebten 35.000 DM wurden 57.606 DM gesammelt. Aus Anlass des zweiten Solidaritätsmarsches im Jahr 1987 kam Bischof Theophane wieder nach Münster. Außer dem beeindruckenden Spendenergebnis von 70.000 DM wurde deutlich, dass zwischen der Pfarrei St. Margareta und der Diözese Jabalpur eine echte Freundschaft und Partnerschaft entstanden war. Beim dritten Hungermarsch 1992, an dem sich erstmals vier katholische und evangelische Gemeinden beteiligten, konnte die Spendensumme von 71.000 DM gehalten werden. Zu einem Solidaritätsmarsch "Münster in der Einen Welt" strömten auf dem Domplatz von Münster fast 7.000 Mädchen und Jungen von 18 Schulen zusammen und "erwanderten" die sagenhafte Summe von 150.000 DM. Aus Indien waren der damalige Generalvikar von Jabalpur, Father Benedict und Father George gekommen. Ein Solidaritätslauf von 5.300 Schülern in Rheine erbrachte 1999 eine Summe von 82.000 DM. Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums des kaufmännischen Schulwesens in Münster trafen sich im Jahr 2002 3.500 Schüler zu einem Sponsorenlauf rund um den Aasee. Dabei unterstützte die Hansaschule das Berufsbildungszentrum in Katni, ein Projekt des BGD.

Neue institutionelle Form

Beflügelt durch den Erfolg des ersten Hungermarsches, wurde 1985 die vorher lockere Zusammenarbeit in eine institutionelle Form gegossen, die den Bestand der Partnerschaft mit Indien auf Dauer garantieren sollte. Aus dem Sachausschuss "Mission-Entwicklung-Frieden" und dem "Hungermarschkomitee" wurde der "BasisGesundheitsDienst". Inzwischen wurde von der Mitgliederversammlung im November 2004 eine Satzungsänderung beschlossen: Seit 2005 können nicht nur Pfarrangehörige der Gemeinde St. Margareta, sondern Bürger aus dem gesamten Stadtgebiet Münsters – und in besonderen Fällen auch darüber hinaus – Mitglieder werden. Im Laufe der Jahre zeigte sich: Die Partnerschaft zwischen St. Margareta und Jabalpur ist keine Einbahnstraße. Das gilt auch weiter für den BGD in der neuen fusionierten Gemeinde St. Benedikt.