Fragen an Bischof Gerald Almeida

 

1. Warum soll in Sakwah ein neues BasisGesundheitsZentrum errichtet werden? Was wird dort nach Fertigstellung geschehen?

Antwort: Das neue GesundheitsZentrum in Sakwah ist eines von vier aktuellen Projekten, die wir zurzeit mit Hilfe des BMZ realisieren. Es soll der medizinischen Versorgung der armen und an den Rand der Gesellschaft gedrängten Bevölkerung dienen, die in sehr abgelegenen und wenig entwickelten ländlichen Regionen der Diözese Jabalpur leben. Es ist notwendig, ein neues GesundheitsZentrum zu bauen, da die derzeitige alte Krankenstation 1965 gebaut wurde und in einem sehr schlechten Zustand ist. Von 1965 an bis heute leisten Ordensschwestern, ausgebildete Krankenschwestern, hier ihren Dienst. Damals, 1965, gab es noch keine Straße nach Sakwah. Die Baumaterialien mussten auf dem Kopf der Leute herangetragen werden.

2. Wie wird die neue „Krankenstation“ (so der traditionelle Name) aussehen?

Es wird ein Untersuchungszimmer für die Krankenschwestern geben, einen weiteren Raum für den Arzt oder die Ärztin, die einmal in der Woche für Untersuchungen kommt, einen kleinen Raum für Medikamente und Pflegeartikel, ein Krankenzimmer für Patienten, die von weit her kommen und wegen der Schwere ihrer Erkrankung nicht am selben Tag in ihr Dorf zurückkehren können, drei Toiletten und eine offene Veranda für die wartenden Patienten.

3. Wer leistet die Dienste? Wie ist die langfristige Finanzierung gesichert?

Die oben schon genannten Krankenschwestern, die seit 1965 hier arbeiten, werden auch nach Fertigstellung des neuen Gesundheitszentrums hier ihren Dienst tun für die benachteiligten Menschen in den umliegenden Dörfern, die keinerlei Zugang zu medizinischer Versorgung haben.

4. Viele Spender fragen sich, warum noch immer Hilfe für Indien nötig ist, wo das Land doch zu den führenden Schwellenländern gezählt wird – mit Zugang zur atomaren Bewaffnung und gar zur Weltraumforschung. Trägt das Bistum einen Eigenanteil?

Ein Teil der indischen Bevölkerung besteht aus gebildeten und wohlhabenden Menschen, die das Wissen und das Knowhow haben, um das zu bekommen, was sie brauchen.

Der andere Teil Indiens besteht aus der armen und an den Rand der Gesellschaft gedrängten Bevölkerung, die in der Mehrheit ist. Sie leben in völlig unterentwickelten Teilen des Landes. Die meisten von ihnen sind Tribals, Dalits, die Minoritäten und wirtschaftlich abgehängte Menschen. Ihnen bieten wir unsere Dienste an mit den begrenzten Möglichkeiten, die wir haben und mit der Hilfe, die wir von großzügigen Spendern erhalten.

5. Seit 30 Jahren ist der BGD im Bistum Jabalpur für die indischen Ureinwohner aktiv. Die Liste der Projekte in den Bereichen Gesundheit, Bildung und Soziales ist lang. Hat sich die Situation der Ureinwohner dadurch merklich verbessert? Gibt es einen ökonomischen Aufschwung auch für die Adivasi?

Gesundheitszentren, Boardings, Wohnunterkünfte für Kinder, Schulen, ein Krankenhaus, ein Berufsbildungszentrum, ein Internat für „Bahnhofskinder“….

a) Durch die Unterstützung, die wir vom BGD zum Beispiel für den Bau der Boardings/Hostels erhalten haben, hat es einen enormen Wandel gegeben im Blick auf die Kinder in den entlegenen Ortschaften ohne Schulen, die nun Zugang zu Bildung erhalten (21 Hostels für Mädchen, 22 Boardings für Jungen). Mehr als 2.500 Kinder leben während der Woche in einer Wohnunterkunft des Bistums Jabalpur und gehen von dort in die nahe gelegene Schule.

b) Es gibt ferner 32 Gesundheitszentren, die sich in den verschiedenen abgelegenen, wenig entwickelten Regionen des Bistums befinden. Fast alle sind mit Unterstützung des BGD aus Münster entstanden. Sie werden geführt von gut ausgebildeten Krankenschwestern, die einer religiösen Ordensgemeinschaft angehören. Sie leisten ihren Dienst für Menschen, die sonst kaum eine Chance auf eine medizinische Grundversorgung hätten.

c) Bildung macht den großen Unterschied. Zahlreiche Mädchen und Jungen, die eine gute Schulbildung im Bistum Jabalpur erfahren haben und in Boardings untergebracht waren, konnten inzwischen gute Jobs erhalten.

6. Ist ein Zeitpunkt absehbar, ab dem das Bistum finanziell auf eigenen Füßen stehen wird?

Es ist sehr schwierig eine deadline zu setzen, weil die Diözese Jabalpur sich auf 10 zivile Distrikte ausbreitet. Es wird jedoch jede Anstrengung unternommen, um die Diözese so bald wie möglich unabhängig zu machen, so dass sie sich selber helfen kann.

7. Kommen die abgeschlossenen Projekte wirklich allen Bedürftigen ohne Ansehen der Religion oder der Kastenzugehörigkeit zugute?

Christen im Bistum Jabalpur gibt es weniger als 0,1%. Darum kommen alle Anstrengungen der Diözese allen Gruppen der Gesellschaft zugute, unabhängig von Kastenzugehörigkeit, Religion und Hautfarbe.

8. Warum sollten Sponsoren sich für das BasisGesundheitsZentrum in Sakwah engagieren?

Die gute Absicht wird helfen, die benötigten Geldmittel für den Neubau des Gesundheitszentrums in Sakwah zu erlaufen, so dass eine medizinische Basisversorgung für Sakwah und die umliegenden Dörfer möglich wird.

9. Gibt es auch eine „innerindische Solidarität“ für Bedürftige und Randgruppen im eigenen Land?

Immer wieder nehmen viele Menschen in Indien die Tatsache wahr, dass die relativ kleine christliche Gemeinschaft auf dem Gebiet von Bildung und Gesundheit große Beiträge leistet. Solche guten Beispiele aufgreifend, gibt es viele Gruppen in verschiedenen Teilen Indiens, die ähnliche Hilfsangebote für Arme und Ausgegrenzte anbieten.

10. Welches Wort möchten Sie persönlich an die Förderer dieses Projekts richten?

Der Wiederaufbau des Gesundheitszentrums in Sakwah ist kein Bedürfnis für das Bistum, sondern ist ein Notwendigkeit für die Armen, die an den Rand der Gesellschaft Gedrängten.

Da ich der Bischof in dieser Region bin, bitte ich in meinem Namen und im Namen der Menschen in Sakwah darum, dass jeder Mann/jede Frau, die guten Willens ist, das neue Projekt unterstützt und dabei hilft, die benötigten Mittel für den Bau eines neuen Gesundheitszentrums zusammenzutragen.

Möge Gott Sie alle segnen.

Gerald Almeida, Bischof von Jabalpur