Aktuelles

 

Besuch aus Indien am Kirchort Margareta – Hearty Welcome Bischof Almeida!


Vom 13. September bis zum 20. September war Bischof Gerald Almeida aus Indien zu Besuch in Münster. Der BasisGesundheitsDienst und die Margaretengemeinde hatten etwas zu fei-ern: 40 Jahre lang besteht die Partnerschaft zwischen der Gemeinde St. Margareta und dem Bistum Jabalpur. Umso schöner, dass zu diesem Anlass wieder einmal ein Gast aus Indien zu Besuch war. Vor genau 40 Jahren kam nämlich der damalige Bischof Theophane zum ersten Mal nach Münster. Seitdem ist die Partnerschaft und Freundschaft u.a. durch gegenseitige Besuche immer weiter gewachsen, und der BGD engagiert sich unablässig für die indischen Ureinwohner (genannt: Adivasi). Über 250 Projekte im Bereich Bildung, Gesundheit und So-ziales sind in den letzten Jahrzehnten in der Diözese Jabalpur mit Hilfe des BGD realisiert worden.
Bischof Almeida nahm seinen Besuch in Münster deshalb auch zum Anlass, um „Danke“ zu sagen. Danke, auch im Namen der vielen Kinder, Jugendlichen, Frauen und Männer in sei-nem Bistum, die durch die Hilfe des BGD ein hoffnungsvolleres Leben führen können.
Am Sonntag, 15. September, zelebrierte Bischof Almeida gemeinsam mit Pastor Robert Mensinck den Gottesdienst in der Margaretakirche. In einer kurzen Ansprache berichtete er von seiner Papstaudienz, die er erst zwei Tage zuvor erleben durfte. Es war ihm aber auch ein wichtiges Anliegen, zu verdeutlichen, dass es für ihn „fünf Indien“ gibt. Damit wollte er auf die soziale Ungerechtigkeit in seinem Land hinweisen. Neben den Menschen, die unge-heuren Reichtum und sehr viel Macht besitzen (ca. 10% der Bevölkerung), gibt es eben auch die Rechtlosen, Adivasi und Dalits, die am untersten Rand der indischen Gesellschaft leben und teilweise ausgegrenzt und oft sehr arm und mittellos sind. Um diese Menschengruppe kümmert sich kaum jemand, weshalb die Arbeit des BGD auch weiterhin vonnöten ist. Er bedankte sich für die langjährige, gute Zusammenarbeit und die zahlreichen Spenden. Im Anschluss an den Gottesdienst mit indischem Flair gab es ein fröhliches Wiedersehen mit Gottesdienstbesuchern bei einem Stehkaffee.
Der Besuch der Pleisterschule stand ebenso auf dem Programm wie der Besuch des Mäd-chengymnasiums Marienschule in Münster. Beide Schulen sind langjährige Kooperations-partner und veranstalten regelmäßig Sponsorenläufe oder Sportfeste, deren Erlös dem BGD zufließt. Die Schüler*innen und Lehrer*innen begrüßten den indischen Gast freundlich und stellten interessiert vielseitige Fragen. Durch Fotos und Videos der letzten Projektreise konn-te ein Einblick in die Arbeit des BGD gegeben werden.
Bischof Almeida nahm sich aber auch die Zeit für ganz persönliche Gespräche und Besuche: So war er Gast bei einigen ehemaligen Vorstandsmitgliedern und Förderern des BGD. Hierbei wurde gemeinsam und mit großer Dankbarkeit an die Anfänge der Arbeit erinnert.
Natürlich wurden auch Planungsgespräche geführt. Der Vorstand arbeitet Hand in Hand mit Bischof Almeida an neuen Projekten, so dass auch zukünftig den benachteiligten Menschen im Partnerbistum geholfen werden kann.
Ein weiteres Highlight stellte auch der Besuch der Gemeinde St. Johann Baptist in Gimbte dar. Hier zelebrierte der Bischof gemeinsam mit Pfarrer Dr. Martin Thiele den Gottesdienst am Donnerstagabend. Musikalisch wurde der Gottesdienst durch den Kirchenchor begleitet, der extra für den Bischofsbesuch zusammenkam. Anschließend berichteten die Vorstands-mitglieder Hildegard Rickert und Anna Kohlmann über die Arbeit des BGD und von der letz-ten Projektreise nach Indien. Hierbei entstanden viele Gespräche mit den hoch interessier-ten Gemeindemitgliedern. Für viele war es ein besonderes Erlebnis, einmal aus „erster Hand“ über die Projekte des BGD zu erfahren und ihre Fragen an Bischof Almeida stellen zu können.
An einem Abend traf sich die ganze „BGD-Familie“: Hier begegnete Bischof Almeida, ehema-ligen und derzeitigen Vorstandsmitgliedern, deren Angehörigen und weiteren Aktiven des BGD bei Kürbissuppe, Zwiebelkuchen und Federweißem. Ein besonderer Abend, der „Jung und Alt“ zusammenbrachte und eines deutlich machte: der BGD ist gut aufgestellt und hat es geschafft, die so wichtige Arbeit in die nächste Generation zu tragen. Hildegard Rickert stell-te fest: „Der BGD ist erblich“.
Nach einer abwechslungsreichen Woche, bereichert mit vielen Eindrücken aus Münster und dankbar für die geschenkte Gastfreundschaft, verabschiedete sich Bischof Almeida „auf ein Wiedersehen im Bistum Jabalpur“.
Einen herzlichen Dank allen, die zum Gelingen des Bischofsbesuches beigetragen haben.

Frühlingsball verbindet Generationen bei einem rauschenden Fest

Im dritten Jahr in Folge hat am 04. Mai der Frühlingsball im Pfarrheim an der Margaretakirche stattgefunden. Das Pfarrheim war kaum wiederzuerkennen – ganz in Weiß und Grün dekoriert und mit Blumen geschmückt entstand ein Festsaal. An den einladenden langen Tafeln versammelten sich 120 fröhliche Menschen. Das „junge BGD-Team“ begrüßte jeden einzelnen mit einem Glas Sekt und nach schwungvoller Eröffnung des Abends labten sich die Gäste am üppigen Buffet. „Wir trinken für Jabalpur“ war das ausgegebene Motto. Als Neuheit erwies sich in diesem Jahr das „Fotostudio“, indem sich viele mit fantasievollen Accessoires geschmückt verewigen ließen – auch dies für den „guten Zweck“. Als der DJ gegen 22 Uhr den Tanz eröffnete, schwangen Jung und Alt gemeinsam das Tanzbein bis in den frühen Morgen. Ein generationsverbindendes Fest, das sowohl bekannte als auch unbekannte Gesichter zusammenführte.

Der Erlös wird dem BasisGesundheitsDienst zur Verfügung gestellt. Das Geld wird hier für den Bau zwei neuer Wohnunterkünfte im Ort Sunderpur im Partnerbistum Jabalpur eingesetzt. Zukünftig haben dann jeweils 50 Mädchen und Jungen Platz zum Leben und Lernen und finden hier ein „Zuhause auf Zeit“.

Ein herzlicher Dank an alle, die zum Gelingen des heiteren Frühlingsballs beigetragen haben. Auf ein Wiedersehen im Frühjahr 2020.

Die nächste Benefizveranstaltung für den BGD findet am Samstag, 05. Oktober 2019 statt, wenn es heißt: „Wir knödeln für Jabalpur“. Weitere Informationen zu dieser Veranstaltung werden demnächst auf der Homepage und am Kirchort Margareta bekannt gegeben.

Hilfe, die ankommt – Team des Basisgesundheitsdiensts zurück aus Indien

Gespannt flog das vierköpfige Team des Basisgesundheitsdienstes e. V. (BGD) aus dem Kirchort St. Margareta in der Pfarrei St. Mauritz nach Jabalpur, der Hauptstadt des gleichnamigen katholischen Bistums in Zentralindien. In den fast drei Jahren seit dem letzten Besuch dort waren zwei Boardings, kleine Internate, in der Nähe von Schulen auf dem Lande, mit Mitteln des BGD und Zuschüssen des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) fertig gestellt worden. Die wollten wir uns ansehen, und gespannt waren wir, weil die indische Regierung die Standards für die Unterbringung der Kinder und Jugendlichen verbessert hat: Unsere Bauten würden innen also anders aussehen, als wir es aus den vergangenen fast 35 Jahren der Partnerschaft zwischen St. Margareta und dem Bistum Jabalpur kannten: Statt Doppelstockbetten in den Schlafsälen gibt es nun feste Einzelbetten, die nicht mehr aneinandergeschoben werden können, um noch mehr Kindern das Wohnen im Internat zu ermöglichen. Dazu hat jedes Kind einen Tisch für seine Hefte und Bücher und eine eigene Ablage unter dem Bett für die „Box“, die alles enthält, was ein indisches Kind auf dem Land in diesem immer noch bettelarmen und archaischen Teil Indiens besitzt. Wir vier Frauen aus St. Margareta besichtigten auch Orte für neue Projekte: In Sunderpur entstehen eine Schule und je ein Internat für Mädchen und Jungen. Für diese beiden Internate hat der BGD die Finanzierung zugesagt, die Schule baut das Bistum aus eigenen Mitteln. Wir sahen die Pläne und den Baugrund und trafen außer einem hochmotivierten Team etwa dreißig Frauen und Männer, die in der Landwirtschaft tätig sind und uns zu Ehren gekommen waren, um uns für unser Engagement zu danken. Sie freuen sich auf die Schule und die Internate, die es ihren Kindern ermöglichen, zur Schule zu gehen, ohne jeden Tag viele Kilometer zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückzulegen. In der Kleinstadt Dindori, am gefühlten Ende der Welt, hat der BGD vor einigen Jahren ein Krankenhaus gebaut, das sich jetzt so gut entwickelt, dass mehr Wohnraum für Ärzte benötigt wird. Auch das Wohnhaus für Ärzte war mit Mitteln des BGD gebaut worden. Jetzt platzt es aus allen Nähten, so dass ein neues Stockwerk mit zwei weiteren Wohnungen als eine sinnvolle Investition erscheint. Auch hier wird der BGD die Kosten übernehmen. Es geht hier um Hilfe zur Selbsthilfe, und um Hilfe, die direkt ankommt. Davon konnten wir uns wieder einmal selbst überzeugen.

Mechthild Black-Veldtrup

Planungsgespräch Bischof Gerald Almeida und sein Generalvikar Father Abraham mit drei Vorstandsmitgliedern des BGD
(von links: Mechthild Black-Veldtrup, Hildegard Rickert, Bischof Gerald Almeida, Anna Kohlmann, Generalvikar Father Abraham, Father Jagan)
Bischof Gerald Almeida und das BGD-Team vor dem Bischofshaus
(von rechts: Anna Kohlmann, Anja Schwegmann, Bischof Gerald Almeida, Hildegard Rickert, Mechthild Black-Veldtrup)

Wenn die Bibel lebt

Benefizveranstaltung am Kirchort Margareta, Münster

„Erzählen vom Frieden“ war das Motto am 18. Februar bei einer Benefizveranstaltung in der Margaretakriche zu Gunsten des BasisGesundheitsDienstes und des ökumenischen Sozialbüros Münster-Ost.

Welche gesellschaftlichen Kräfte machten den Turmbau zu Babel möglich? Wie ging es Esau, als er spürte, dass sein Bruder Jakob ihn zum zweiten Mal hintergangen hatte, und wodurch kam es doch zur Versöhnung? Konnte Jesus, als er über die Stadt Jerusalem weinte, bereits wissen, wie schwierig es an diesem Sehnsuchtsort ist, Frieden zu halten oder wieder zu schaffen? Wie ging es dem Zebedäus, als seine beiden Söhne ganz unvermittelt dem Nazarener folgten und seine Lebenspläne dadurch zerstört wurden? Auf diese und viele andere Fragen konnten die über hundert Zuhörer, die den Bibelerzählungen von Margarete Kohlmann folgten, individuelle Antworten finden und sich durch Worte und Musik berühren lassen. Zwischen den Erzählungen sorgte Stefan Schirjajew für musikalische Höhepunkte im Kirchenraum. Das Publikum konnte die Türme von Babel wachsen und die Heftigkeit des Streits um das Erbe zwischen den Zwillingsbrüdern „hören“. Die gekonnten freien Improvisationen des Pianisten unterstützten das Nachwirken der bewegenden Erzählungen. Der ausgeleuchtete Kirchenraum, das ausdrucksstarke Fastentuch, das verhüllte Kreuz sowie schwebende weiße Friedenstauben trugen zum stimmungsvollen Gesamteindruck bei.

Das dramatische Bibelerzählen ist noch eine recht junge Disziplin, die jedoch derzeitig im deutschsprachigen Raum in der überkonfessionellen Bibelarbeit zunehmend Einzug hält. Das Besondere am freien Bibelerzählen ist, dass die Erzählerin mit einem hohen Maß an persönlichem Bekenntnis die Geschichten anfüllt und dadurch lebendige Bilder im Kopf entstehen können. Dieses innere Einlassen spürt der Zuhörer und ist sofort hineingezogen in das Geschehen, z.B. am Berg der Seligpreisungen.

Den Vertretern der beiden Hilfswerke - Sozialbüro Münster-Ost und dem BasisGesundheitsDienst - gelang es, den Zusammenhang zwischen der Sehnsucht der Menschen nach Frieden und der bestehenden sozialen Ungerechtigkeit (lokal und global) herzustellen. Die Spendeneinnahmen dieser Nachmittagsveranstaltung von 850€ werden beide Projekte für die konkrete Teilhabe von Kindern und Jugendlichen an Bildung verwenden. Ehrenamtliche Helfer beider Hilfswerke sorgten gemeinsam für Getränke in der Pause und für biblische Speisen beim sich anschließenden Beisammensein mit „theologisieren“. Die roten Linsen, um die sich Jakob und Esau einst stritten, wurden im Pfarrheim an der Margaretakirche friedlich gemeinsam genossen.

Eine eindrucksvolle Veranstaltung am ersten Fastensonntag, die Geschmack machte auf den  Katholikentag in Münster zum Thema „Suche Frieden“, wo Margarete Kohlmann ebenfalls erzählen wird.

Lebendig frei erzählte Bibelgeschichten und Harfenspiel bei Kerzenschein in Gimbter Kirche

Benefizveranstaltung am Sonntag, 6.November 2016, für den BGD

 

Was trieb den jüngsten Sohn des barmherzigen Vaters wieder in sein Vaterhaus zurück, nachdem er sein unverdientes Erbe leichtfertig verprasst hatte? Wie übermannte den Ältesten der Zorn, als er vom überschwänglichen Fest hörte, das sein Vater für den Nichtsnutz ausrichtete? Wie fühlte sich die Ehebrecherin, als die Pharisäer von Jesus das Urteil Steinigung verlangten? Wie erging es dem Juden wirklich, der in der sengenden Hitze in der Wüste von Räubern zusammengeschlagen liegengelassen wurde und ausgerechnet ein Samaritaner ihn liebevoll versorgte? Und wie sah das Leben einer gekrümmten Frau aus, die immer nur Staub und Steine sah, bis Jesus sie aufrichtete und dafür vom Synagogenvorsteher getadelt wurde – am Sabbat!?

„Barmherzigkeit“ war der rote Faden, der alle vier Geschichten durchzog, die von der Bibelerzählerin (und BGD-Mitglied) Margarete Kohlmann frei und sehr lebendig erzählt wurden. Der Vorstand des BGD hatte die Dorfkirche ganz in Kerzenlicht getaucht, bis auf den letzten Platz war der Kirchenraum gefüllt, von nah und fern waren die Menschen nach Gimbte geeilt, um aufmerksam und gebannt dem spannenden Erzählen zuzuhören und sich einfangen zu lassen von den Stimmungen und Gefühlen der Bibelgeschichten. Jeder kannte die Themen, auch aus seinem heutigen Leben.

In der Pause, beim Austausch des Erlebten, reichten BGD-Mitglieder Brot und Wein, bevor sich die Zuhörer wieder ganz in das stimmungsvolle Harfenspiel von Eva Bäuerle-Gölz sinken ließen, die die erzählten Geschichten mit fein abgestimmter Musik umrahmte.

Ein Ohrenschmaus und Seelenbalsam an einem grauen Novembernachmittag. Die anschließende Spendensammlung ergab 722,50 €. Der Erlös wird für die Renovierung und Erweiterung der Wohnunterkunft für Mädchen in Junwani im Partnerbistum Jabalpur in Zentralindien eingesetzt. Allen Spenderinnen und Spendern ein herzliches Dankeschön!

Dr. Martin Thiele (ebenfalls BGD-Mitglied), der Pfarrer der St. Johannes Baptist Gemeinde in Gimbte, zeigte sich sehr erfreut darüber, den Basisgesundheitsdienst als neues Sozialprojekt der Gemeinde durch eine solche besondere Veranstaltung begrüßen zu dürfen.

Dieser Sonntag war erstmals eine ganz andere Form, die Verbundenheit mit unseren Freunden im Partnerbistum Jabalpur zu leben. Ein herzliches Dankeschön an alle, die zum Gelingen beigetragen haben… Fortsetzung folgt? Warten wir ab!

30 Jahre nachhaltige Aufbauarbeit für indische Ureinwohner

BasisGesundheitsDienst feierte Jubiläum mit Bischof Almeida von Jabalpur am 12. Juni 2015

 

MÜNSTER. „Danke für 30 Jahre hochprofessionelle Aufbauarbeit“, fasste Pfarrer Martin Sinnhuber seinen Rückblick auf drei Jahrzehnte zusammen. So lange besteht jetzt das Hilfswerk BasisGesundheitsDienst (BGD) mit Sitz in Münster, das seinen Ursprung am Kirchort Margareta in der Pfarrei St. Mauritz hat.  Zur großen Freude der fast 60 Mitglieder und zahlreichen Freunde und Förderer war Bischof Gerald Almeida vom Partnerbistum Jabalpur in Zentralindien spontan gekommen: Feiern, dass „aus der Motivation durch den Glauben“ eine „Erfolgsgeschichte“ gewachsen ist.

„Im Namen ungezählter Adivasi (Ureinwohner)“ dankte Vorsitzende Hildegard Rickert den zahlreichen Gästen im Pfarrheim an der Margaretakirche für ihre Treue seit 30 Jahren. „Danke für das Vertrauen in den BGD und die Unterstützung in vielfältiger Form.“ Tausenden Adivasi sei durch die über 200 Projekte zu mehr Selbstbewusstsein und Menschenwürde verholfen worden.

In einem Rückblick auf drei Jahrzehnte erinnerte Rickert an den Anfang des BGD. Seit den 60er Jahren wuchsen persönliche Beziehungen zu indischen Partnern. 1975 führten sie zur offiziellen Partnerschaft zwischen der Pfarrgemeinde St. Margareta und dem zentralindischen Bistum Jabalpur. Ein Hungermarsch 1982 mit rund 400 Teilnehmern machte den Bau einer Ambulanzstation mit Apotheke und Entbindungszimmer in Damoh und eine Krankenstation in Chabi möglich. Eine Wiederholung 1987 motivierte über 600 Aktive.

Am 10. Juni 1985 dann – vor genau 30 Jahren – die Gründung des Hilfswerks BasisGesundheitsDienst Partnerdiözese Jabalpur / Indien e.V.  

Wechselseitige Besuche, Urlaubsvertretungen in der Münsteraner Partnergemeinde, Projektreisen von Vorstandsmitgliedern festigten diese Partnerschaft in den Jahrzehnten. Unvergessen ist vielen Spendern Bischof Theophane, der sogar zur Firmspendung nach Münster gekommen war.

Nachhaltige Wirkung hatte auch der Solidaritätsmarsch von 19 Münsteraner Schulen 1997, mit dessen Erlös ein großes Schulzentrum in Lalipur gebaut wurde. Vom Kindergarten bis zum Highschool-Abschluss besuchen zurzeit 3000 Schülerinnen und Schüler diese Einrichtung, in der Hindus, Moslems, Christen und Anhänger von Naturreligionen gemeinsam unterrichtet werden.

Die Bilanz der Hilfe kann sich sehen lassen: 11 Schulen, 33 Boardings, 25 Gesundheitszentren, ein Krankenhaus. Daneben viele andere kleinere Projekte wie Brunnen und Warmwasser-Solaranlagen, größere wie ein Berufsbildungszentrum, ein HIV-Beratungs- und Betreuungszentrum, eine Tageseinrichtung für Kinder und Jugendliche mit geistigen Behinderungen und ein Hostel für „Bahnhofskinder“.  Exemplarische Fotos von den Schwerpunkten Gesundheit, Bildung und Soziales führten die breite Aufgabenstellung des BGD vor Augen.

Dank Förderung durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), dank der Zusammenarbeit mit Schulen und Gemeinden, dank einer großen Zahl von regelmäßigen Spendern konnten so viele Projekte erfolgreich umgesetzt werden. Seit 1992 wurde dem BGD jährlich immer wieder das Spendengütesiegel verliehen. „Wir sind ein Hilfswerk mit gläsernen Taschen“ (Rickert).

Wie geht es weiter? Im Bau sind zurzeit zwei Jungen-Boardings und zwei Gesundheitszentren. Gefördert auch durch das BMZ. Ferner wird aus Mitteln des BGD  eine Ausbildungsstätte für Krankenschwestern am Katra-Hospital errichtet. Außerdem wird das Mädchen-Boarding in Junwani grundlegend saniert und mit neuen sanitären Anlagen und einer verbesserten Wasserversorgung ausgestattet.  

Rund 13.000 Kinder und Kranke besuchen täglich die Einrichtungen vom BGD.

Ein Video von Bischof Almeida über das Leben auf einigen Stationen, ein Büfett mit indischen Köstlichkeiten, ein Interview von Vorstandsmitglied Mechthild Black-Veldtrup mit Weggefährten in den drei Jahrzehnten würzten den kurzweiligen Abend. „Auch in mittelfristiger Zukunft ist die Partnerschaft noch notwendig“, appellierte Bischof Almeida an die Gäste. Denn die Entwicklung der Urbevölkerung in seinem Bistum gehe – trotz sichtbarer Fortschritte – doch noch recht langsam voran.

 

Text: Walter Plümpe

Fotos: Walter Plümpe und Norbert Kohlmann

 

 

Gelebte Partnerschaft mit dem Bistum Jabalpur in Indien

Am Wochenende 23./24. Januar 2015 war Bischof Gerald Almeida zu einem Kurzbesuch in Münster. Ganz im Zeichen der gelebten Partnerschaft traf er dabei zahlreiche Menschen, die mit ihm und dem Basisgesundheitsdienst verbunden sind. So stand am Samstag ein gemeinsames Kaffeetrinken mit der jüngeren Generation des BGD an, wo über verschiedene Formen des Glaubens und der Katechesen diskutiert wurde. Der sich anschließende Schneespaziergang war für den Bischof ein seltenes und erfreuliches Erlebnis. Am Samstagabend kam es zu einem Treffen mit dem BGD-Vorstand, um die aktuellen sowie zukünftigen Projekte zu erörtern  und zu planen. Im Sonntagsgottesdienst, den der Bischof mit Pastor Andreas Fink konzelebrierte, richtete er Dankesworte an die versammelte Gemeinde, besonders auch an die Sternsinger, und es kam zu persönlichen Begegnungen beim Gemeindekaffee. Den Abschluss bildete ein großes gemeinsames Freundschaftsmahl, zu dem auch alle ehemaligen und derzeitigen Vorstandsmitglieder geladen waren. Es herrschte große Einigkeit darüber, dass die am Kirchort Margareta seit 30 Jahren verwurzelte Partnerschaft auch in Zukunft sehr gut aufgestellt ist.

"Wo Kirche ist, wird es grün"

Indien-Reisende vom Gemeindeteil Margareta der Pfarrei St. Mauritz berichteten über BGD-Projekte.

MÜNSTER. Mit ausdrucksstarken Bildern und Kurzvideos, indischer Musik, farbenfrohen Saris, berichteten sie im voll besetzten Pfarrsaal an der Margaretenkirche von ihrer Projektreise: Dr. Mechthild Black-Veldtrup, Anna Kohlmann, Andrea Nettebrock, Harriet Veldtrup. Vor wenigen Wochen erst waren sie und Anja Schwegmann von einer Rundreise durch das Partnerbistum vom BasisGesundheitsDienst (BGD) aus Zentralindien zurückgekehrt. Hautnah, mit allen Sinnen erzählten sie von ihren Eindrücken.

35 Stunden dauert die Anreise in den "Adivasi-Gürtel", einem unübersehbar verarmten Teil des indischen Subkontinents. Harriet Veldtrup, mit 14 die jüngste Teilnehmerin, schilderte in einen Sari gehüllt die überreiche Gastfreundschaft der Partner. Empfang mit Blumenketten, Tänzen und Gesängen, Reden und Bindis (Stirnzeichen) immer wieder. "Es war einfach überwältigend."

Farbenfrohe Krippen vor ärmlichen Behausungen: der Einstieg von Andrea Nettebrock. Kühe, die im Müll nach Fressbarem suchen, Kühe als "Speedbreaker" (Geschwindigkeitsbremser im Straßenverkehr), überladene Fahrräder, farbenfrohe Märkte … Bilder und Filmausschnitte aus dem indischen Alltagsleben bei den Ureinwohnern (Adivasi).

Gelungene Projekte vom BGD präsentierte Dr. Mechthild Black-Veldtrup. "Wo Kirche ist, wird es grün" konnte man an vielen Beispielen sehen: Der Spielplatz der "Platform-Kinder" im "Home-away-from-home" war von prächtigen Bananenstauden umsäumt, die BGD-Mitglieder vor zwei Jahren mit gepflanzt hatten. "Hier herrscht ein schöner Geist" konnte man an vielen Bildern ablesen. Obwohl nicht einmal ein Prozent christlich ist, setzen sich katholische Ordensschwestern für Kinder ein, die von zu Hause geflüchtet sind. "Hier tragen Ihre Spenden an den BGD Früchte", wurde eindrucksvoll bei diesen "Bahnhofskindern" in Katni deutlich, bei den Berufsschülern im ITI, dem Industrial Training Institute (inzwischen haben alle 2.500 Absolventen eine Arbeit gefunden), bei den Boarding-Kindern in Dullopur, bei den Schülern in Lalipur (zur Zeit 2.800 Schülerinnen und Schüler), bei den 800 Ingenieur-Studenten im St. Aloysius-Institute of Technology. Dort zeigte Father Davis das neue Hostel, mit dessen Hilfe demnächst Studierende – auch Ureinwohner aus den verarmten ländlichen Regionen - einen qualifizierten Abschluss erwerben können. Zahlen und Bilder, die beeindruckten.

Von der Herzlichkeit der Partnerschaft berichtete Anna Kohlmann. Lebendige, gewinnbringende Gespräche für beide Seiten, Tänze mit Kindern und Senioren, kritische Reflexionen über Erreichtes und Künftiges prägten ihre Eindrücke. "Wir beten für euch." Ein Satz, der immer wieder auf der langen Reise zu hören war. Ausdruck einer "Partnerschaft auf Augenhöhe". Und das Fazit der Gruppe: "Wie setzen uns weiter für den BGD ein."

Anlass dazu ist schon am Samstag, 5. April 2014. Dann bietet eine "Solidaritätstour auf Rädern" Gelegenheit, der eigenen Gesundheit und den Partnern in Indien etwas Gutes zu tun. "Ihr habt uns den Einsatz für Benachteiligte schmackhaft gemacht und indischen Adivasi ganz viel Licht gebracht", bedankte sich BGD-Vorsitzende Hildegard Rickert für die gelungene Präsentation einer Projektreise. Langer Applaus des Publikums bekräftigte ihr Lob.

Walter Plümpe, Öffentlichkeitsarbeit BasisGesundheitsDienst (BGD), 10.02.2014

 

Bischofsbesuch