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Westfälischer
Friede Der Westfälische Friede
als Modell politischen Handelns -------------------------------------------------------------------------------- Ferdinand von Bayern, Kurerzbischof von Köln
und Fürstbischof von Münster, hatte den
Dreißigjährigen Krieg wie sein Bruder, der Herzog
Maximilian von Bayern, und wie Kaiser Ferdinand II. als
konfessionellen Ständekampf und religiösen Missionskrieg
begonnen. Es sei, schrieb er "vor Gott und im gewissen nit zu
verantwortten, den uncatholischen an landt und leuthen ichtwas
einzuraumen." Für Ferdinand kamen in der unbedingten
Verteidigung der katholischen Kirche "die religiösen, die
metaphysischen Antriebe seiner Politik" (Edith Ennen) zum Ausdruck,
einer Politik, die sich in den unmittelbaren Dienst Gottes gestellt
wußte und mit den Schlichen und Fallen des Teufels handfest
rechnete. Keine Seele, so seine feste Überzeugung, dürfe an
die Kirchen der Reformation verloren gegeben werden. Das war nicht
allein eine Denkfigur von Dunkelmännern, sondern eine auch in
protestantischen Fürstenspiegeln abgesicherte politische
Mentalität: "Beide Konfessionen hielten daran fest, daß es
von Glaubens und Rechts wegen eigentlich nur die eine wahre
katholische [allumfassende, A. H.] Kirche im wahren Verstand
des Evangeliums gab und geben konnte. Sie waren durch eine Welt
geschieden von einer Anerkennung jedweder Pluralität und
Gleichberechtigung verschiedener Konfessionen und
Religionsgemeinschaften." (Martin Heckel) Je länger der Krieg
dauerte und sich zum Hegemonialkrieg eines neu entstehenden
europäischen Staatensystems wandelte, um so mehr wurde eine
solche Haltung obsolet. Aus der Kriegserfahrung, aus der totalen
Erschöpfung selbst ging geradezu notgedrungen eine
Säkularisierung des Politikbegriffs hervor. Die Reichspolitik
war gezwungen, Religion und Bekenntnis in weltlich-juristische Formen
zu gießen, so daß "die Entkonfessionalisierung, die
Entideologisierung der internationalen Beziehungen" (Konrad Repgen)
die Reichsebene prägte. Man war gezwungen, um des Friedens
willen eine Parität zuzulassen, und die Trennung der
Konfessionen formal wie einen unausgetragenen innerkirchlichen
Lehrkonflikt zu behandeln. Kurz: Außenpolitisch maß kein
europäischer und deutscher Staat dem Konfessionellen mehr
handlungsleitende Priorität zu. siehe
Seiten von Priv.-Doz. Dr. Andreas Holzem, Theologische Fakultät
der WWU >Der
Westfälische Friede als Problem der Religions- und
Kirchengeschichte< Als Modell für Pluratiät ist der
Westfälische Friede immer noch ein Leitbild politischen
Handelns. Links:
MUENSTER