Hans Peschel  mailto: peschel@muenster.de
 

Werner Klöpper
 

"Benjamin gibt nicht auf"- Buchbesprechung

Der 71jährige Hans Peschel aus Münster hat mit "Benjamin gibt nicht auf"
sein erstes Jugendbuch veröffentlicht.
1929 wurde Peschel in Hermsdorf  bei Breslau geboren.
In Görlitz ging er zur Schule.
Nach Kriegsende machte er eine Malerlehre und arbeitete in den unterschiedlichsten
Berufen,u.a.in der Landwirtschaft und mit Körperbehinderten . Er war in Münster
lange Zeit Tierpfleger im Zoo.
Erst als Rentner kam Peschel zum Schreiben und fand darin eine neue Lebensaufgabe.
Ich lernte Peschel kennen , als er mit tamilischen Kindern Fußball spielte.

" Er war zwölf und hieß Benjamin. Er wäre nicht aufgefallen, wäre seine Haut  nicht
braun und hätte er nicht fast schwarze Haare. Er gehörte in die Klasse, und keiner
konnte sich vorstellen, daß es anders sein könnte", so beginnt die Geschichte
von Benjamin .
Während die meisten seiner Schulkameraden sich mit Benjamin gut verstehen,
gibt es in der neunten Klasse eine Clique, die sich gegen Ausländer wendet
und ihnen das Leben schwer macht. Zu ihnen zählen Streichholz, Igel und Brachy .
"Plötzlich waren sie da...Sie standen zu viert, einer neben dem anderen- wie
Revolverhelden im Western, die darauf warten, in Aktion zu treten."
Brachy und seine Kumpanen klauen Benjamin sein neues Fahrrad und
verletzen ihn mit einem Messer am Bein .
Nicht nur Benjamin terrorisieren sie. Auch Mechmed haben sie schon seine
Tasche  und die Bücher mit roter und gelber Farbe besprüht. Die Lehrer in
Benjamins Schule unternehmen nichts gegen diese Übergriffe der Schüler
gegen Ausländer .Bis es zur" Mutprobe" von Benjamin kommt :
Brachy zwingt ihn dazu (mit sanfter Gewalt) in einen Kellerschacht zu springen.
Benjamin ist seitdem an beiden Beinen gelähmt.
Seine Klassenkameraden versuchen ihm nun mehr zu helfen als vorher. Sie basteln ihm ein Gefährt,
mit dem er selber fahren kann.
In einer Spezialklinik wird Benjamin  mehrere Monate behandelt ,und mit sehr viel Energie
gelingt es dem Jungen und seinen Ärzten , seinen Gesundheitszustand zu verbessern.
Sie sagen ihm :" Du kannst deine Behinderung überwinden  Du allein" , aber er
dürfe sich nicht aufgeben. Er hatte in der Klinik auch Freunde gefunden,
" die ihn nie hatten spüren lassen, daß er eine andere Hautfarbe hatte. "
Als er die Klinik verläßt , kommt er zurück in die Stadt. " In der Stadt war
alles , wie es sonst auch immer gewesen war . An Hauswänden und an Mauern
standen die häßlichen Schmierereien gegen Fremde. Benjamin hatte ein ungutes
Gefühl, als er diese Drohungen las ."
Seine Klassenkameraden machen für ihn und alle bedrohten Ausländer eine
Demonstration in der Stadt. Doch die Gewalt eskaliert ."Die Leute in den
Springerstiefeln, die Lederjacken und Kurzgeschorenen kamen nun von
zwei Seiten...." um gegen die Kinderdemonstranten vorzugehen.
Die Lehrerin Frau Liesegang stellt die Frage :" Ist das euer Deutschsein? Könnt
ihr eure Stärke oder was ihr dafür haltet , nur gegenüber Schwächeren beweisen ?
Ist das euer Mut, ausländische Kinder und ihre Freunde in Angst und Schrecken
zu versetzen ?" Bis die Polizei zugunsten der Kinder eingreift und die Skinheads
und  Schlägertypen zurückdrängt .
Doch die Rache der Enttäuschten folgt bald : Sie werfen eine brennende Fackel
durch das Schlafzimmerfenster von Benjamin . Er schafft es, seinen von den Freunden
gebauten Rollstuhl durch die Tür zu schleudern und damit seinen Vater zu wecken ,
und seiner Familie das Leben zu retten.
Aber die Bedrohung von Benjamin  ist noch nicht zu Ende. Alle wissen von den
Bedrohungen gegen Ausländer, von Hetzparolen an Hauswänden und körperlichen
Angriffen, doch " niemand fühlte sich verantwortlich, etwas  gegen sie ( Brachy und
Kumpanen) zu unternehmen ."
Hans Peschel gelingt es in seinem Buch " Benjamin gibt nicht auf", einige
fast lyrische Textstellen mit der Kritik an der zunehmenden Fremdenfeindlichkeit
in unserer Gesellschaft zu verbinden.

Hans Peschel , Benjamin gibt nicht auf ,  Münster ,Tebbert-Verlag
212 Seiten,  ISBN 3-932508-43-2          15 Euro
(zu beziehen über den Buchautor)

(veröffentlicht  in der Evangelischen Kirchenzeitung " Unsere Kirche", Bielefeld , Ausgabe Münster,
am 1. April 2001 )
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Im Jahre 2003 erschien von Hans Peschel das Kinder- und  Jugendbuch  "Das grüne Gespenst" .
(52 Seiten  in Leinen gebunden , mit eigenen Zeichnungen des Autors . ISBN 3-89738-259-8  12,90 Euro )
Verschläft ein Gespenst den Sonnenuntergang und kommt nicht mehr rechtzeitig im Schutze der Dunkelheit
nach Hause zurück, dann hat es ein Problem : Es wird grün und somit für jedermann sichtbar .
In seinem neuen Buch "Das grüne Gespenst" schildert Hans Peschel anschaulich, was  ein grünes Gespenst
so alles unter den Menschen erleben kann. (WK)
In Vorbereitung ist sein neues Buch "Lukas gehört zu uns", nun schon unter ISBN 3935202148 bei "amazon" zu bestellen .
 

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Infos über  Hans Peschel

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Hans Peschel                                  Zeichnung : Blick von den Vogesen im Elsaß
 
 



 

Molla Demirel                         Foto: Werner Klöpper
 
 
 

Bibliographie

Molla Demirel wurde 1948 in Akcadag / Türkei geboren. Nach dem Abitur studierte er
Literaturwissenschaften an der Pädagogischen Hochschule in Diyarbakir.
1972 kam er nach Deutschland und belegte hier an der Fachhochschule Lüneburg den
Studienzweig Sozialpädagogik mit dem Schwerpunkt "Sozialarbeit mit Ausländern".
Um die Situation der ausländischen Mitbürger in Deutschland besser verstehen zu
können, arbeitete er für einige Zeit in einer Chemiefabrik.
Heute ist er als Medienpädagoge und Sozialarbeiter tätig .
Neben der literarischen Arbeit fotografiert er und beschäftigt sich mit türkischer und deutscher Literatur der letzten 50 Jahre.
Er wurde in der Türkei und in Deutschland mit mehreren Literaturpreisen ausgezeichnet.
Er ist verheiratet und Vater von drei erwachsenen Kindern.

Bisher hat er acht Bücher veröffentlicht, außerdem wurden Texte von ihm in Anthologien aufgenommen .

Literaturpreise:

                       1- Literaturpreis für Dichter Yazar Ibrahim Yildiz , Literaturzeitschrift Kiyi ,
                           Zonguldak 1996
                       2- Literatur- Kunst- und Friedenspreis " Zeitschrift Yenigün" , Stuttgart 1998
                       3- Literatur-, Kunst- und Völkerverständigungspreis "Zeitschrift - Stimme der
                       Aleviten", Köln 2000

Kontakt e-Mail: MollaDemirel@gmx.de
Homepageseite  Molla Demirel und  Radio Kaktus

                            Molla Demirel

                            Sag meine Rose
 

                            Sag meine Rose,
                            sag mein Engel,
                            wieso leben die Menschen nicht
                            wie die Vögel, wie die Blumen,
                            geschwisterlich zusammen ?

                            Sag mein Kleines,
                            wieso legen sie nicht
                            ihr Herz in die Waagschale,
                            stehen sie auf der Seite
                            des Friedens oder des Krieges,
                            der Liebe oder des Hasses ,
                            auf welcher Seite stehen die Menschen ?

                            Sag mein Engel,
                            wieso leben die Menschen nicht
                            fleißig  wie die Ameisen,
                            geschwisterlich wie die Bienen,
                            in diesem großen Bienenkorb der Erde
                            zusammen?



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