25 Jahre MS-Lyrik

Roboter am Schreibtisch        Foto: W. K

"Lyriker gesucht" : diesem Aufruf folgten im April 1979 weit über 49
Lyriker aus Münster und dem Münsterland . Schon 1 Monat später -im Mai 1979- erschien die
von Werner Klöpper, Angela Rohde und Wolfgang Ueding herausgegebene
Literaturzeitschrift MS-Lyrik-79 , pünktlich zum Lyrikertreffen in Münster .
(MS-Lyrik/Prosa 1979-1983, ISSN 0721-7986 )
"Seitdem die Studenten nicht mehr demonstrieren, schreiben sie wieder
Gedichte und - was schwerer wiegt- wagen sich auch mit ihnen hervor"...,
so begann Walter Hink in der FAZ vom 30. Mai 1979 seinen Artikel" Die
Renaissance des Gedichts" über das Lyrikertreffen in Münster.
(nachzulesen in : MS-Lyrik/Prosa ,Materialien, 1983/84, Bd.1 )"Vor dem
Hörsaal in Münster verkauften Studenten ihre hektographierten
Lyrik-Hefte"(ebenda).
"Wo bleiben die `zornigen jungen Männer` und Frauen, die uns
schreiben?...Die sprachlose
Generation hat für Literatur keinen Platz mehr..."( Werner Klöpper in
`Einladung zum Schreiben: Die sprachlose Generation`
in: Materialien, Bd.1,1984)
Literaturzeitschriften, wie MS-Lyrik/Prosa u.a., bieten jungen Autoren
Publikationsmöglichkeiten. "Little Mags" können auch literarische
Entwicklungen vorbereiten,
indem sie ungewöhnliche und neuartige Arbeiten drucken, die sonst
nirgends eine Chance
hätten .Sie sind auch ein kleiner Ersatz für das `literarische Leben`.
Im April 2004  - 25 Jahre danach - möchten wir mit der Erinnerung an den
Lyrikeraufruf von 1979 an dieses wichtige Datum in der Münsteraner
Literaturgeschichte
erinnern und gleichzeitig zu einem Rückblick auffordern.

Werner Klöpper im April 2004




 

Angela Stamm, geb. Rohde        2004
lebt in Würselen bei Aachen und leitet die Literaturwerkstatt Pegasus

Bruchstimmung
Schau-Fenster(Bildbeschreibung)



 


 

Beate Maria Kruchen
geprägt durch die humanistische Schule und frühe Hinführung zur Lyrik und
Philosophie   (besonders Nietzsche, Rilke)
Beruf: Mediengestalterin / Design & Druck

Zeit/Morgen



 Dato Barbakadse (geb.1966) Schriftsteller, Essayist
 und Übersetzer.
 Es regnet und die Menschen mit den Regenschirmen


Aus Paris erreichte uns die etwas humorvolle Zuschrift von Rainer Maria Rilke

Rainer Maria Rilke

Der König von Münster

Der König war geschoren;
nun ging ihm die Krone zu weit
und bog ein wenig die Ohren,
in die von Zeit zu Zeit

gehässiges Gelärme
aus Hungermäulern fand.
Er saß, von wegen der Wärme,
auf seiner rechten Hand,

mürrisch und schwergesäßig.
Er fühlte sich nicht mehr echt :
der Herr in ihm war mäßig,
und der Beischlaf war schlecht.




Kutschenwallfahrt in Telgte 2004   - Panorama Planwiese-                         Foto: Werner Klöpper

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