Zeit ...ist eine Wolke die dich verbirgt, ich kann dich noch spüren in mir, nicht sehen, nicht mehr ansehen, nicht mehr ...ist erfüllt von dir, nichts vergeht, bedeckt von deinem Mund immer noch, immer noch, gehe ich weiter, allein und doch mit dir ...ist vergangen, was weiß ich davon, Tag begann und Nacht kam, was weiß ich davon, lag in deiner Hand, lag und sank bis auf dem Grund, in Dir, in Dir ...ist ein seltsames Spiel, so lange wie ein Wimpernschlag oder ein Schlag wie ansehen und wegsehen könnten wir das Spiel beenden und uns ansehen, bis auf den Grund sinken und wieder sein Beate Maria Kruchen Morgen Der Morgen erwacht, erwacht im Osten der Welt steigt auf aus lichtlosen Seen, über Inseln schläfrigen Grüns steigt aus der Tiefe, die sich gründet vom Anfang der Welt leuchtet, entzündet den Himmel, verbrennt die Nacht, spät erst erreicht den Westen sein zärtliches Rot. Er erzählt vom Tag, vom Licht, von begegnen und berühren, singt uns von Vögeln die sich sammeln im Osten, dort schlafen in Gottes Gefieder, vom Wind, der aufsteht aus flüsterndem Schilf und tanzendem Gras mit jeder Stunde Licht steigert sich der Vögel Kraft damit sie, im ersten rötlichen Glanz des Himmels schimmernde Schatten werfen und das gerade geborene Kind vernimmt den Ruf und seine Seele zittert vor Glück auch der Mann, der sich fallen lässt in die Arme einer Frau die seinen Kopf in ihren Händen birgt und ihren Mund ruhen lässt in der sanften Beuge seines Halses hört den Ton, er steigt auf in ihm wie Glockenklang der sich ausbreitet über Ebenen die endlos sich weiten und der Schatten in seiner Seele weicht für kurze Zeit und die Frau, die den Mann in ihren Armen hält, sich seiner Sehnsucht überlässt, die sich gründet ersten Atemzug eines Menschen, ergibt sich dem Gesang der sie umschließt, der Melodie die weich und selig für die Nacht gemacht ist immer beginnt so der Tag kommt das Licht aus dem Osten bringt uns das Leben. Beate Maria Kruchen