Technikphilosophie | ||
Definition: | Bezeichnung für die Gesamtheitdes Philosophierens über sämtliche Aspekte des PhänomensTechnik, also ihre Entstehung und Entwicklung, ihre Verwendung, ihre Bedeutungund ihre Folgen für den Einzelnen sowie für das ökonomische,soziale und kulturelle Leben. | |
Geschichte: | Die Philosophie der Technikwar schon seit Beginn des Philosophierens ein fester Bestandteil dieserGeisteswissenschaft, hat aber seit dem frühen 18. Jhrd auf Grund vonmaßgeblichen Fortschritten in der Wissenschaft eine zunehmend wichtigereBedeutung eingenommen. Gegenwärtig spielt siein Fragen der Beherrschbarkeit der Großtechnik (s.Gentechnik) undder sich daraus ergebenden politischen und rechtlichen Komplikationen eineRolle. Zur Zeit der Aufklärungwar die Technikphilosophie bereits vom Glauben geprägt, der technischeFortschritt verhalte sich identisch zum Fortschritt der Menschheit an sich. Die Philosophen des Marxismushingegen waren der Auffassung, in der Technik entfalte sich die Visioneiner sozialistischen Gesellschaft. Karl Marx erkannte zwar, dass die Technikals Instrument der Ausbeutung der Arbeiter und somit mitverantwortlichfür die Verelendung war, jedoch beschrieb er eine zukünftigesozialistische Gesellschaft, in der Industriearbeit dank einer vollkommenautomatisierten Produktion weitgehend überflüssig sein würde. Die Technikphilosophie unsererZeit beinhaltet laut Martin Heidegger, einem Philosophen des 20. Jahrhunderts,zum Großteil Kritik: Die moderne Technik erniedrige die Natur inseinem Bestand bis hin zur Ressource für selbige. Der Fortschrittder Technik führe so in die „Vergessenheit“, in der die Bedingungendes Seins ebenso vergessen seien wie nichttechnische, etwa künstlerischeWeisen der Erkenntnis. | |
| | ||
| | ||
| Quellen:Microsoft™ Encarta® 2000 Plus dtv© Lexikon Ausgabe 1999, Band 18/20 | ||
| Autoren:Maarten Willenbrink; Martin Waltermann 14.10.00 | ||