Sprachphilosophie: (Mauthner, 1849 - 1923)
Die Sprachphilosophie beschäftigt sich mit der Sprache des Menschen und ihrem Zusammenhang mit dem  Denken des Menschen. Weiterhin beschäftigt sie sich mit dem Zusammenhang zwischen der Sprache und der Welt, wobei die Sprache nach Sicht der Sprachphilosophie als Vermittler zwischen dem Ich und der Welt agiert. Aus diesem Grunde macht die Sprache den Menschen erst zum Menschen, was gleichzeitig eine der Kernthesen der Sprachphilosophie ist.

Nach Humboldt, einem wichtigen Vertreter dieser Philosophie, ist "Der Mensch (...) nur Mensch durch Sprache, um aber die Sprache zu erfinden müsste er schon Mensch sein."

Aus diesem Zitat resultiert dann die Frage: Woher kommt die Sprache? Und gibt es ein Denken außerhalb der Sprache? 

Nach Wittgenstein, einem weiteren Vertreter der Sprachphilosophie, "könnte ( man) nicht außerhalb der Sprache denken". 

Diese Aussage ist jedoch nicht unstrittig und wird deswegen unter verschiedenen Sprachphilosophen diskutiert. Es gilt also dieses Denken zu finden um Wittgensteins These zu widerlegen. Man muss dazu auch das Wesen der Sprache erkennen. So gibt es nach der Sprachtheorie keine Ur- bzw. Idealsprache, sondern Sprache richtet sich immer nach dem Gebrauchsaspekt. Daraus resultiert dann die Vieldeutigkeit der Sprache. Die Zeichentheorie beschäftigt sich auch indirekt mit dieser Vieldeutigkeit, denn sie versucht zu erklären, wie die Bezeichnung für ein Objekt mit der individuellen Konnotation durch den Betrachter zusammenhängt. 

Zu dieser Vieldeutigkeit hat Mauthner eine 3-Welten-Theorie entwickelt, die folgendermaßen aussieht:
 

  • Adjektive beschreiben Wahrnehmungseindrücke (Subjektivität)
  •  Substantive beschreiben stabile Gestalten (Wirklichkeit)
  • Verben verbinden die Aktivitäten

Wie aber kann man diese Vieldeutigkeit unterbinden? Das ist ein weiterer Aspekt der Sprachtheorie. Die Suche nach einem "Ganzen von Zeichen" ohne Vieldeutigkeit und die Erfahrung eines Mittels das die Weichheit und Veränderlichkeit der Wortsprache korrigiert. Wenn man dieses "Ganze von Zeichen" findet, hat man es geschafft an die Natur, die Wirklichkeit und die eigenen Empfindungen heranzukommen. Denn nach der Sprachtheorie hätte man dann den "ideologischen Schleier" über der Wirklichkeit gelüftet...
Quellen: 

Hartmann, Frank : Philosophische Grundlagen. http://mailbox.univie.ac.at/Frank.Hartmann/Vorlesung/Herder.htm

Hartmann, Frank : Philosophische Grundlagen. http://mailbox.univie.ac.at/Frank.Hartmann/Vorlesung/Humboldt.htm

Hartmann, Frank : Philosophische Grundlagen. http://mailbox.univie.ac.at/Frank.Hartmann/Vorlesung/Mauthner.htm

Hartmann, Frank : Philosophische Grundlagen. http://mailbox.univie.ac.at/Frank.Hartmann/Vorlesung/Frege.htm

Hartmann, Frank : Philosophische Grundlagen. http://mailbox.univie.ac.at/Frank.Hartmann/Vorlesung/Wittgenstein.htm

Hartmann, Frank : Philosophische Grundlagen. http://mailbox.univie.ac.at/Frank.Hartmann/Vorlesung/Peirce.htm

 

Nils Nowak/Jens Lanwer
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