Sozialdarwinismus

Die Übertragung der Theorie Darwins zur biologischen Evolution ("struggle for life", "survival of the fittest") auf die menschliche Gesellschaft.
Daraus folgt eine Beurteilung des Wertes des Menschen nach seinem Erfolg im "Überlebenskampf".
In der Kaiserzeit und vor allem in der NS-Zeit diente der Sozialdarwinismus in Deutschland unter Rückgriff auf Rassenhygiene und Rassenanthropologie als Rechtfertigung für Krieg und Völkermord. 
 
Kritik:
Der Sozialdarwinismus ist aus verschiedenen wissenschaftlichen und philosophischen Gründen nicht haltbar:
  • Wie seine geschichtlichen Folgen zeigen, ist er zutiefst inhuman
  • Er reduziert den Menschen auf seine biologische Existenz
  • Er begeht den naturalistischen Fehlschluss (Folgerung von einem Ist-Zustand auf ein Sollen)
  • Er missbraucht die Wissenschaftlichkeit als Pseudoreligion
  • Schon Darwin vermischte gesellschaftliche und biologische Kategorien ("struggle")
  • Die Verhaltensforschung zeigt, dass "survival of the fittest" nicht bloßes Überleben meint, sondern Zeugung möglichst vieler fortpflanzungsfähiger Nachkommen
  • Eine Population ist nicht selten deshalb besonders erfolgreich, weil sie die solidarisch ist und die Schwachen schützt.
Philip Clodt u.Philosophiekurs11.2.
01.06.2004
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