Naturphilosophie
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Definition: |
Die Naturphilosophie versucht
die Natur zu deuten und zu erklären. Dabei unterscheidet man zwei Wege:
1) durch die unmittelbare Naturbetrachtung und 2) durch naturwissenschaftliche
Ansätze. So versucht die Naturphilosophie naturwissenschaftliche Grundbegriffe
(Materie, Raum, Zeit, Leben, Naturgesetz, ...) zu klären und Zusammenhänge
und Gesetzmäßigkeiten zu finden. Dafür wurden im Laufe der
Zeit Beobachtungen und Experimente immer wichtiger und die Naturphilosophie
wandte sich somit von phantastischen Naturspekulationen ab. Die Naturphilosophie kritisiert aber auch die Naturwissenschaft als einzigen Weg die Natur zu verstehen. Andererseits ist der Stand der Naturphilosophie abhängig vom Stand der Naturwissenschaften. |
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Frage- und Problemstellungen: |
1) Die Naturphilosophie beschäftigt
sich z.B. mit der Erklärung von Naturphänomenen. So wurden z.B.
Naturgewalten früher durch Götter erklärt, während heute
naturwissenschaftliche Erkenntnisse einbezogen werden. 2) Auch die Beziehungen zwischen Mensch und Natur spielen eine wichtige Rolle. Man versucht zu klären, welche Stellung Menschen, Tiere und Pflanzen in der Natur haben. 3) Aktuell ist die Fragestellung, wie weit der Mensch in die Natur eingreifen und sie benutzen darf. Darf die Wirtschaft in ihrer Kosten-Nutzen-Analyse die Auswirkungen des Handelns auf die Natur außen vorlassen? Einige Naturphilosophen formulierten sogar einen neuen (naturphilosophischen) Imperativ, z.B. Hans Jonas: „Handle so, dass die Wirkungen deiner Handlungen verträglich sind mit der Permanenz menschlichen Lebens.“ Der Mensch soll demnach Acht geben, dass er seine Welt nicht letztlich verstört durch sein eigenes unbedachtes Handeln. Meyer-Abich formuliert: „Lasst uns tun, wozu wir gut sind, so dass die Natur durch die Menschen gewinnt.“ Er geht von einer Art Vorsehung des Menschen aus, einem Zweck den er zu erfüllen hat. Er habe eine Schuld gegenüber der Natur und müsse stets zu ihrem Wohle handeln. |
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| 4). Im 20. Jahrhundert begreift
sich die Naturphilosophie häufig als Wissenschaftstheorie der Naturwissenschaft.
Die Wissenschaftstheorie untersucht alle mit Wissenschaft zusammenhängenden
Probleme.
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Geschichte: |
Innerhalb der Geschichte der Naturphilosophie gab es drei Hochphasen: Die frühgriechisch-ionische Naturphilosophie, die Naturphilosophie der Renaissance und die Philosophie der Romantik. Die ionische Naturphilosophie ist die erste abendländische Philosophie überhaupt. Einzelne Elemente wurden als zentrale Prinzipien des Kosmos betrachtet, zum Beispiel Feuer, Wasser und Luft als Urgrund aller Dinge. Der frühgriechische Naturbegriff physis beschreibt eine Weise der Entwicklung. Fragt die vorsokratisch-ionische Naturphilosophie nach der Natur eines Phänomens , so fragt sie nach dem Prozess und dem Ziel des Werdens dieses Phänomens (Prozessgedanke ). In der Renaissance lautete die zentrale naturphilosophische These, die von Giovanni Pico della Mirandola aufgestellt worden ist, dass man über die Naturbetrachtung zur Kenntnis des Göttlichen gelänge. Um etwa 1800 erlebte die Naturphilosophie ihre dritte Blütezeit. Friedrich Wilhelm Joseph Schelling war der bedeutendste Philosoph jener Zeit. Schelling behauptete, dass es eine Identität von Natur und Vernunft gäbe: Dieselben Kräfte, die bewusst in der menschlichen Vernunft zum Ausdruck kommen , sind unbewusst auch in der Natur am Werk. Im 18. Und 19. Jahrhundert standen die Begriffe Raum, Zeit und Materie im Mittelpunkt, heute sind es vor allem die Begriffe Leben, Chaos und Selbstorganisation. |
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Quelle: Glombik, Gerd; Johanneum Lüneberg Naturphilosophie Meyer-Abich www.fh-lueneburg.de/u1/gym03/expo/jonatur/auffassu/mensch/abich.htm |
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Christina Loley/Delia Lammers/Heidrun Riese 13.10.00 |
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