Das gesellschaftswissenschaftliche Fach Philosophie ist nicht nur als ein Ersatz für Religion zu sehen, sondern vielmehr als eigenständige Wissenschaft, die dem Schüler differenziertes Denken abverlangt, ihm aber auch Lösungsvorschläge für viele Situation des Lebens bietet. Schon seit Menschengedenken stellt sich der Mensch Fragen verschiedener Art:
"Was bin ich?", "Was ist meine Umwelt?", "Gibt es einen Gott?", "Wie ist alle entstanden?"
Diese und unzählige andere Fragen wurden schon von vielen weisen Menschen genauestens untersucht, und auch wenn selbst von den ganz großen Philosophen wie Descartes, Kant, Platon, Aristoteles keine Antwort auf diese gegeben werden kann, so hilft es dem Menschen durch eine nähere Befassung mit dem jeweiligen Thema, der Antwort näher zu kommen. Die Philosophie ist nämlich eng verknüpft mit den Naturwissenschaften und bedient sich auch der Ergebnisse jener. Deshalb lässt sich feststellen, dass die Philosophie nicht gänzlich ergebnislos arbeitet: Jede noch so kleine Teilerkenntnis gilt oftmals als ein großer Erfolg in Hinblick auf andere Wissenschaften.
Ein großartiger Erfolg war so z.B. die Definition des Begriffes "Aufklärung", einem für den modernen Menschen nicht mehr wegzudenkendem Fortschritt in der Evolution, den Immanuel Kant treffend als den "Ausweg des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit" beschrieb.
In der Schule wird versucht, in offenen Diskussionen oder in längerfristiger Arbeit, philosophische Fragen ebenfalls zu bearbeiten, sich von den bisherigen Betrachtungsweisen zu lösen und dem Geist alle Freiheiten zu lassen.
Die Einleitung in die Schulphilosophie kann zum Beispiel mit der Frage nach Gut und Böse, oder nach Richtig oder Falsch erfolgen, also mit der Frage, die jeder individuell für sich definieren muss. So lernt man das offene Gespräch mit den Mitschülern und dem Lehrer, der in der Regel nicht gewohnte Rolle des Belehrenden übernimmt, sondern vielmehr die des Diskussionsleiters, und die Fähigkeit, sich und seine Meinung in geeigneter Form zu präsentieren.
Die beschriebene Einstiegskategorie bezeichnet man allgemein als Ethik. Die Ethik fragt nach moralisch Vertretbarem, wobei die Würde des Menschen im Vordergrund steht.
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So ist ein immerzu aktuelles Thema die "Beschneidung"
junger Mädchen, wie sie in anderen Kulturen vollführt wird.
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Für unsere westeuropäische Kultur
ist diese "Sitte" undenkbar und eine Verletzung der Menschenwürde,
für andere Kulturen jedoch ist dieses Ritual Teil der Religion oder
anderweitig in den Normen der Gesellschaft verankert.
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Auch die Inhalte
der bekannten Ausstellung "Körperwelten" sind ethisch fraglich. Der
in vielen Kreisen geschätzte Prof. Gunther von Hagen stellte mit viel
Erfolg tote Menschen, deren Organe, Muskeln, Knochen, Venen und Sehnen
zur Schau. Die Reaktionen der Besucher, Kritiker und der Presse waren unterschiedlich.
Die einen begrüßten diese neuartige und revolutionäre Art
der Kunst, Andere wiederum sahen in der Ausstellung etwas moralisch nicht
Vertretbares.
Wer sich selbst
ein Urteil machen will, sollte sich auf der Homepage der Ausstellung <www.koerperwelten.de>
genauer informieren.
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Weitere ethische
Fragestellungen setzen im alltäglichen leben an und beschäftigen
sich mit der Moral des normalen Menschen. So zum Beispiel gibt es
kaum jemanden, der noch nie etwas Wertvolles gefunden hat und kennt jeder
den kleinen Teufel auf seiner Schulter, der einen für einen Moment
zögerlich macht. Ob jemand Fundsachen nun behält oder abgibt,
liegt in seinem moralischen Ermessen und muss mit dem eigenen Gewissen
vereinbart werden können.
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Als weiterer interessanter und weiträumiger Unterrichtsinhalt kann die Frage nach der Wirklichkeit stehen, die Frage nach der absoluten Wahrheit, die sogenannte Erkenntnistheorie.
Schon in der Stufe 11 beginnt man dieses Thema mit der Frage, was ein Tisch, Stuhl oder z.B. auch die Tafel ist, also die Frage nach einer Definition desselben. Dabei wird schnell deutlich, dass es mehrere Auffassungen darüber gibt, wie man zur absoluten Wahrheit gelangt.
Ein wichtiger Standpunkt in der Erkenntnistheorie ist der Naive Realismus; er besagt, dass alles, was man über unsere Umwelt weiß, durch den Gebrauch der Sinnesorgane, erkannt wird, und dass wir uns auf diese vollkommen verlassen können. Einige Menschen halten dies nicht für ausreichend genug, die sogenannten Empiristen. Sie wollen all die Erfahrungen aus dem Alltag noch einmal im Geiste rekapitulieren, um dadurch noch mehr über ein Erlebnis zu erfahren. Dem entgegen steht der Absolutismus, eine Theorie, die alles anzweifelt. Wissen wir, ob das, was wir sehen, der Wirklichkeit entspricht?
Viele der Theorien bemängeln, dass die Sinnesorgane eine verlässliche Informationsquelle sind, so auch der Rationalismus, die den Weg zur kompletten Erkenntnis ohne den Gebrauch der Sinne und nur durch geistige Kombinationen zu erreichen sieht.
Das wir uns nicht notwendigerweise auf unsere sensorischen Erfahrungen
verlassen
können, zeigt auch einer der bekanntesten und erfolgreichsten Filme,
Matrix. Auch hier ist der Kerninhalt die Frage nach Realität
und Illusion. Der folgende Filmausschnitt (rm-file
610kb) verdeutlicht dies sehr gut:
bessere qualität:
filmausschnitt matrix als mpg-file (3400 kb)
Aber auch das alltägliche Leben beweist uns die Unzuverlässigkeit und Beeinflussbarkeit der Sinnesorgane. Erfahrungen mit Drogen machen dies sehr deutlich.
Ein weiteres interessantes Thema kann die sogenannte Geschichtsphilosophie sein. Sie sucht innerhalb der Geschichte nach einem Konzept.
Es gibt eine progressive Geschichtsauffassung, die davon ausgeht, dass sich die Menschheit innerhalb der Geschichte zum Positiven, um Kants Worte zu benutzen zum Aufgeklärten hin entwickelte und weiterhin entwickelt.
Auch die Frage, wie die perfekte und vollkommene
Staatsverfassung der aufgeklärten Menschheit auszusehen hat, wird
diskutiert und erarbeitet. Wie sehen unsere demokratische Gesellschaft
heute als selbstverständlich an, doch die Philosophie lehrt uns, welche
Überlegungen zu diesem von uns als perfekt angesehen Regierungskonzept
führten.
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für
fragen und anregungen:
e-
mail: rkischmidt@muenster.de |