Wahrheit |
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| Zur Frage: Was ist Wahrheit? eine Antwort zu finden ist alles
andere als leicht, denn unsere sogenannte subjektive Wahrheit ist nur die,
die wir für uns persönlich, eben subjektiv, empfinden. Sie muß
aber nicht mit der tatsächlichen, absoluten, Wahrheit übereinstimmen
und kann durch verschiedenste Täuschungen beeinflusst werden. Wollten
wir die Wahrheit als eine Wahrheit beschreiben, die durch unsere Sinne definiert
wird, müssten wir beweisen, daß unsere Sinne nicht zu täuschen
sind. Dass sie es aber sehr wohl sind beweisen optische Täuschungen
wie diese hier:
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| Auch bei den Eigenschaften von Dingen kann man keine definitive
Aussage über diese treffen. Denn die Eigenschaften, die wir wahrnehmen,
nehmen wir mit unseren Sinnen wahr und die können uns, wie oben erwähnt,
sehr schnell täuschen. Somit kann ich nichts über eine Farbe eines
Dinges sagen, daß den absoluten Wahrheitsanspruch beinhalten könnte,
den das Wort Wahrheit beinhaltet. Auch können wir nicht, wie es einige
Philosophen behaupten, die Dinge aus der Erfahrung erkennen, denn ein erster
Kritikpunkt ist, daß wir Erfahrungen ja auch durch unsere Sinne machen
und diese ja nichts Wahres erfassen müssen und es zudem noch Dinge
gibt, die wir überhaupt nicht aus der Erfahrung her wissen können.
Denn z.B. hat weder einer unserer Vorfahren noch wir selbst jemals etwas
Unendliches erfahren. Somit können wir uns auch keine Unendlichkeit
vorstellen, sondern nur Endlichkeit. Das gleiche Beispiel widerlegt auch
die Behauptung, daß man durch Wissenschaften die absolute Wahrheit
erkennen könnte. Denn zwar kann die Wissenschaft uns beweisen, daß
unsere Sinne uns nicht die absolute Wahrheit, das Ding an sich, vermitteln,
da z.B. uns ein Gegenstand nur grün erscheint, weil das von diesem
Gegenstand reflektierte Licht nur Impulse aussendet, die uns die Empfindung
von grün vermitteln. Aber die Wissenschaft geht auch von Dingen wie
Raum und Zeit aus und hängt von ihnen ab. Jedoch hat Kant gezeigt,
daß auch weder Raum noch Zeit absolute Größen sind. So
hängt die Zeit immer von einer räumlichen Veräderung ab (z.B.
die Zeiger einer Uhr). Den Ansatz den Raum als eine wahre, absolute Eigenschaft
der Dinge zu sehen, wiederlegt er auch, da der Raum entweder eine Eigenschaft
des Dinges an sich sein müsste und somit mit dem Ding verschwinden
müsste, wenn es entfernt wird. Das ist aber nicht so. Die zweite Möglichkeit,
daß der Raum den Gegenstand umgibt ist jedoch im gleichen Maße
unmöglich, da sich an jeden Raum ein weiterer anschließt und
man somit Unendliches betrachten müsste, was jedoch nicht möglich
ist, da noch keiner eine "Grenze des Grenzenlosen" (nach Kant) erreicht
hat und somit darüber urteilen könnte.
Nun also ein Urteil über die absolute Wahrheit, die einen Allgemeingültigkeitsanspruch hätte, zu fällen ist unmöglich, da wir in unserem alltäglichen Leben nur die Wahrheit nehmen, die uns für unser Leben nützlich bzw. sinnvoll erscheint. Somit ist ein Ding für uns z.B. grün und wir betrachten es eben als genau das. Im Alltag hinterfragt man dieses meist nicht. Und wenn man jemanden nach einer wahren Aussage fragt, meint er eben genau diese Alltägliche. Diese, von der man zwar wissen kann, daß sie keinen allgemeinen Wahrheitsanspruch hat, die uns aber dazu dient, bestimmt Dinge zu definieren und somit für jeden "zugänglich" zu machen... |
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| Quelle: Bilder: http://paedpsych.jk.uni-linz.ac.at:4711/LEHRPROGRAMME/PSYCHGRUNDLAGEN/Contents/W4Dgutge.htm | ||
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NiNo
4/5.2.01
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