Der Begriff des
"Willens" in der Lyrik-Theorie[...] Bewegten sich Goethes Vorstellungen zur Lyrik in einem weiten Spannungsfeld zwischen »enthusiastisch aufgeregter« Gefühlsaussprache u. situationsbezogener »Gelegenheitsdichtung« (Segebrecht 1977), so orientierte sich Schopenhauer im lyriktheoret. Exkurs von
Die Welt als Wille und Vorstellung (Lpz. 1819) ganz am Herderschen Lied-Denken u. definierte den »lyrischen Zustand« als Wechselspiel von »bewegtem Gemütszustand« (Wille) u. »reinem Erkennen« (Vorstellung). Diesen Ansatz griff Nietzsche auf, um Lyrik mit entschiedener Kritik am idealistischen Subjekt-Objekt-Dualismus als urspr. Einheit »dionysischer« (rauschhafter) u. »apollinischer« (ordnender) Kräfte zu charakterisieren (Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik. Lpz. 1871) [...].(Das Erlebnis und die Dichtung. Lpz. 1905) die [Sachlexikon: Lyriktheorie, S. 5 ff. Digitale Bibliothek Band 9: Killy Literaturlexikon, S. 25342 (vgl. Killy Bd. 14, S. 58 ff.)]