Aktuelles aus der Verbandsversammlung des Zweckverbandes SPNV Münsterland (ZVM)


 

zusammengestellt von Michael Schumann

Mai 2008:

Auf der Verbandsversammlung des Zweckverbandes SPNV Münsterland (ZVM) am 19.05.2008 in Münster wurde über den ÖPNV-Infrastrukturfinanzierungsplan informiert:

Verbandsvorsteher Thomas Kubendorff berichtete von den im Entwurf des Landes zum ÖPNV-Infrastrukturfinanzierungsplan für den Zeitraum von 2008 bis 2013 enthaltenen Maßnahmen. Dazu gehören neben Münster Hbf der Ausbau der Stationen Ahaus, Borken, Coesfeld, Greven, Gronau, Münster-Hiltrup, Münster-Zentrum Nord, Neubeckum, Nottuln-Appelhülsen und Rheine. Als neue Stationen sind Coesfeld-Schulzentrum, Münster-Mecklenbeck, Münster-Roxel und Warendorf-Müssingen enthalten. Die Stationen Ahlen, Ascheberg, Beelen und Maria Veen können nachrücken, wenn andere Vorhaben sich verzögern. „Damit sind die von uns eingebrachten Stationsprojekte vom Land berücksichtigt worden, die Ausbauvorhaben an Schienenstrecken jedoch nicht“, so Kubendorff. Hier forderte die Verbandsversammlung eine Aufnahme der im Infrastrukturbedarfsplan enthaltenen Strecken Münster – Coesfeld und Münster – Gronau in den ÖPNV-Infrastrukturfinanzierungsplan, der im Juni in Düsseldorf beschlossen werden soll. Mit Blick auf die Aufnahme in ein Folgeprogramm wurde für die Strecke Münster – Warendorf – Rheda-Wiedenbrück eine aktualisierte Neubewertung gefordert. Die Planungen zur technischen Sicherung und Beseitigung von Bahnübergängen an dieser Strecke sollen fortgeführt werden.

Den Landesplanungen zufolge sollen der Ausbau der Stationen Coesfeld, Gronau und Münster Hbf in 2009, Münster-Zentrum Nord, Nottuln-Appelhülsen und Borken in 2010, Neubeckum, Münster-Hiltrup, Ahaus und Rheine in 2011 sowie Greven in 2012 beginnen. Der Bau des neuen Haltepunktes Warendorf-Müssingen ist für 2009, der Bau der neuen Haltepunkte Münster-Roxel, Münster-Mecklenbeck und Coesfeld-Schulzentrum für 2011 vorgesehen.

Im Bereich des Zweckverbandes Nahverkehr Westfalen-Lippe sind weitere Bahnhöfe der Region zum Ausbau vorgesehen: Es handelt sich um die Stationen Preußen (vsl. 2010), Rheda-Wiedenbrück (vsl. 2011) und Bockum-Hövel (vsl. 2012). (zvm)

 

Fahrplanänderungen ab Dezember 2008:

 

Hellweg-Netz

Ab 15.12.2008 wird die Eurobahn den Betrieb im Hellweg-Netz aufnehmen und im Bereich des ZVM die Linien RB 50 Münster – Dortmund und die gemeinsam als Flügelzug betriebenen Linien RB 69 Münster – Hamm – Bielefeld und RB 89 Münster – Hamm – Warburg bedienen. Die Fahrpläne auf diesen beiden Linien bleiben annähernd wie heute bestehen. Die Eurobahn setzt vierteilige Elektrotriebwagen vom Typ FLIRT ein.

Auf der RB 50 verkehren die Züge mit zwei Einheiten und insgesamt 420 Sitzplätzen (in der Schwachverkehrszeit nur einteilig mit 210 Sitzplätzen) und ersetzen hier die lokbespannten n-Wagen-Züge von DB Regio NRW mit 340 Sitzplätzen. Die RB 89 verkehrt stündlich im Zugverband mit der RB 69 zwischen Münster und Hamm, so dass auch hier zwei Einheiten mit insgesamt 420 Sitzplätzen verkehren. Im gleichen Konzept werden bisher von DB Regio Elektrotriebwagen ET 425 mit jeweils 200 Sitzplätzen gefahren.

Durch die neuen Fahrzeuge werden von Münster bis Dortmund zwei Minuten und zwischen Münster und Hamm ein bis zwei Minuten Fahrzeit eingespart. Auf der Strecke Münster – Dortmund können weitere Fahrzeiteinsparungen aufgrund der nach wie vor auf der eingleisigen Strecke erforderlichen Zugbegegnungen der RB 50 untereinander in Capelle sowie mit dem IC in Davensberg nicht umgesetzt werden. An der Regelung der in Davensberg, Münster-Amelsbüren und Ascheberg veröffentlichten früheren Abfahrtszeiten zur Verbesserung der Pünktlichkeit durch eine flexiblere Betriebsweise soll festgehalten werden. Die Pünktlichkeit der RB 50 hat sich seit Einführung dieser Regelung um 5 % auf durchschnittlich 83,5 % in den Monaten September 2007 bis März 2008 verbessert.

Die im heutigen Fahrplan auf der RB 89 zweistündlich (im Wechsel mit der RE 7) über Münster hinaus von/bis Rheine verkehrenden Zugleistungen gehen in das neue Konzept der Linie RB 68 Münster – Rheine ein. Um die heutige Ankunft der RB 89 um 7.26 Uhr in Münster-Zentrum Nord beibehalten zu können, wird im Rahmen der laufenden Trassenanmeldung geprüft, ob die RB 89 in diesem einen Fall bis Münster-Zentrum Nord verlängert werden kann.

 

Neue RB 68 durch Neuordnung im Korridor Münster – Rheine

Durch die Inbetriebnahme des Hellweg-Netzes kann die RB 89 nicht mehr wie bisher zweistündlich nach Rheine durchgebunden werden, da der Abschnitt Münster – Rheine als Ersatzleistung für die RE 7 im Vertrag mit der DB verbleibt. Die Herstellung eines Anschlusses in dieser Fahrtbeziehung ist nicht möglich. Somit verbleibt die in diesem Abschnitt nur zweistündliche RE 7 als einzige durchgehende Verbindung zwischen Hamm und Rheine. Aus der zweistündlich in Münster Hbf endenden RE 7 besteht in 13 Minuten Anschluss an die RB 65 nach Rheine. Der ZVM hält weiterhin an der Zielsetzung fest, die RE 7 stündlich nach Rheine zu führen, wofür jedoch eine Reaktivierung des dritten Bahnsteigs in Rheine und die Blockteilung zwischen Rheine und Mesum erforderlich ist.

Um dem im Nahverkehrsplan enthaltenen Ziel eines Halbstundentaktes für alle Stationen an der Strecke näher zu kommen, wird mit den wegfallenden Leistungen der RB 89 die Zeitlage der bestehenden Verdichterzüge zu einer neuen Linie RB 68 aufgefüllt, die montags bis freitags ab Rheine von 5.17 bis 18.17 Uhr und ab Münster Hbf von 6.13 bis 19.13 Uhr verkehrt. Die neue Linie hält an allen Stationen mit Ausnahme einiger Zughalte am Nachmittag Richtung Münster in Münster-Zentrum Nord, wo der Bahnsteig durch die nach Gronau verkehrenden Verdichterzüge der RB 64 belegt ist. Somit gibt es von Montag bis Freitag gegenüber heute mehr Verbindungen, so dass an allen Stationen bis ca. 19 Uhr zwei Züge pro Stunde halten. Dafür entfällt die an Wochenenden bisher zweistündlich zwischen Münster und Rheine mit Halten in Greven und Emsdetten verkehrende RB 89, die aufgrund des kurzen Laufweges und fehlender Anschlüsse in Münster und Rheine eine geringe Nachfrage aufweist. Die Fahrgäste können auf die RE 15 und die RB 65 ausweichen, die am Wochenende stündlich verkehren und in Münster und Rheine gute Anschlussmöglichkeiten haben. Direktverbindungen über Münster hinaus werden weiterhin über die zweistündliche RE 7 angeboten.

 

Inbetriebnahme ESTW Coesfeld für Strecke Münster – Gronau

Im November 208 wird für die Strecke Münster – Gronau das elektronische Stellwerk in Coesfeld in Betrieb genommen. Daraus ergeben sich für den Abschnitt Münster – Steinfurt-Burgsteinfurt leicht veränderte Fahrzeiten und die Möglichkeit einer gleichzeitigen Ein- und Ausfahrt bei einer Zugkreuzung in Altenberge. Durch diese Änderung ist es möglich, die bisher nicht realisierbaren Zughalte bei den Verdichterzügen morgens in Steinfurt-Grottenkamp und Münster-Häger einzurichten. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, auch in die Gegenrichtung Verdichterzüge bis Steinfurt-Burgsteinfurt zu fahren.

Zur Entlastung des heute mit Schülern und Studenten mit Ziel Burgsteinfurt überbelasteten Zuges um 7.08 Uhr ab Münster Hbf sollen neue Verdichterzüge um 6.38 Uhr und 7.38 Uhr ab Münster Hbf bis Steinfurt-Burgsteinfurt verkehren. Dieses kann fahrzeugneutral erfolgen, indem der um 8.15 Uhr in Münster Hbf ankommende Zug künftig in Steinfurt-Burgsteinfurt mit dem Fahrzeug des Zuges um 6.38 Uhr ab Münster gestärkt wird. Auch in Richtung Münster kann mit dem Fahrzeug aus dem Zug um 7.38 Uhr ab Münster der Halbstundentakt ab Steinfurt-Burgsteinfurt um eine Stunde mit einer neuen Ankunft in Münster Hbf um 9.15 Uhr ausgedehnt werden.

 

Spätverkehr RB 67 Münster – Warendorf

Auf der RB 67 werden – wie bereits auf anderen Strecken ab Münster – in den Nächten auf Samstag und auf Sonn- und Feiertage zusätzliche Verbindungen nach 23 Uhr und 0 Uhr ab Münster Hbf und nach 22 Uhr und 23 Uhr ab Warendorf angeboten. (zvm)

 

 

 10.06.08