Anti-Mobbing e.V.
 
 
 



 
 
 
 
 
 
 
 

Januar 2002


 
 
 

Daten § Fakten§Hintergründe
 

Mit Unterstützung der MIKS, der Münsteraner Informations- und Kontaktstelle für Selbsthilfe, wurde 1993 eine Mobbing-Selbsthilfegruppe (MSHG) ins Leben gerufen.

Zur Gründung des - gemeinnützigen - Vereins kam es im Jahre 1994, um die Voraussetzung für eine ABM-Stelle als deren Träger zu erfüllen. Die für den jetzigen 1. Vorsitzenden, Werner Rogge, beantragte ABM wurde von Sept. 1995 bis Sept. 1997 durchgeführt und von der Bundesanstalt für Arbeit gefördert und finanziert.
 
 









Die in diesen zwei Jahren gemachten Erfahrungen sind in der Studie "Statistische Arbeitsauswertung, Analysen sowie Tätigkeits- und Erfahrungsbericht nach 2-jähriger ABM beim Anti-Mobbing e.V." zusammengefaßt.

Da nach Ablauf der Förderung ein anderer Träger nicht gefunden werden konnte, findet die Arbeit wieder privat und in Eigenregie statt. Nach wie vor ist insoweit Werner Rogge Ansprechpartner für Betroffene.

Die seit 1993 betriebene Gruppenarbeit wird nicht mehr angeboten

In unserem Verein, der zur Zeit 14 Mitglieder hat, ist jede/r willkommen. Ein Antragsformular zur Aufnahme als Mitglied ist bei uns erhältlich. Jedes neue Mitglied erhält die Mitgliederliste und die Pressemappe. Nichtmitglieder, die die psychosoziale (p/s) Betreuung in Anspruch nehmen, erhalten die "Pressemappe", eine Dokumentation von Presseberichten, sowohl zur Thematik als auch zur Entwicklung unserer Beratungsstelle seit 1994.

Wir verfügen auch über umfangreiches Studien- und Informationsmaterial, das wir in erster Linie unseren Mitgliedern, aber auch anderen Interessierten zur Verfügung stellen.

Der Vereinsbeitrag wird vierteljährlich in Höhe von € 9,00 durch Einzugsverfahren abgebucht.

Für Spenden sind wir besonders dankbar, Spendenquittungen zur Vorlage beim Finanzamt sind bei uns erhältlich.

Jede/r kann die p/s-Betreuung in Anspruch nehmen. Eine Mitgliedschaft in unserem Verein ist nicht erforderlich. Voraussetzung ist eine einmalige Spende von
€ 80,00, die beim Erstgespräch zu entrichten ist. Bei telefonischer p/s-Betreuung kann der Betrag in bar, per Post gezahlt oder überwiesen werden. Über den genannten Betrag wird eine Spendenbescheinigung ausgestellt. Das ausführliche, persönliche Erstgespräch kann kurzfristig telefonisch vereinbart werden.

Neben der büromäßigen Verwaltung des Vereins sind folgende Schwerpunkte zu verzeichnen:
 

1. Telefonberatung
2. Psychosoziale (p/s) Betreuung
3. Öffentlichkeitsarbeit


 

Zu 1.:

Der erste Kontakt findet per Telekommunikation statt.

Man kann seinen Frust ablassen, sich aussprechen, seine Konfliktsituation schildern, oder auch nur Fragen stellen - sei es anonym oder offen.
 
 

Zu 2.:

Grundlage einer p/s-Betreuung ist in der Regel ein persönliches Erstgespräch. Es dient zur ausführlichen Schilderung der Situation am Arbeitsplatz, ebenso einer ersten Analyse des Konfliktes, sowie einer möglichen strategischen Vorgehensweise.

Merkmale eines Beratungsgespräches:


 

Zu 3.:

Aufklärung und Information ist dringend erforderlich, um den ausufernden Psychostreß am Arbeitsplatz entgegen zu wirken; dabei sind besonders diejenigen gefordert, die Verantwortung für Untergebene tragen und "Führen" müssen - dies gilt auch und gerade für Personal- und Betriebsräte.

Um das öffentliche Bewußtsein für das Phänomen MOBBING zu schärfen, unterhalten wir auch sehr intensive Kontakte zu verschiedenen Medien, wie Presse, Rundfunk und Fernsehen.

Erfahrungen im Umgang mit Mobbing-Betroffenen zeigen, daß viele sich erst dann über ihre Situation bewußt werden, wenn sie entweder durch Presseberichte, TV- und Radiosendungen auf die Thematik gestoßen werden, wo sie sich dann in irgendeiner Weise wiedererkennen. Aus diesem Grund ist Öffentlichkeitsarbeit von äußerster Wichtigkeit!! Nur dadurch kann dem Einzelnen geholfen und die Gesellschaft für diese gesellschaftspolitische Problematik sensibilisiert werden.

Der Vorsitzende des Anti-Mobbing e.V., Werner Rogge, ist jederzeit gern bereit, sich für Referate, Vorträge, Diskussionsrunden etc. zur Verfügung zu stellen.

Die Mitgliedschaft, sowohl in der "Gesellschaft gegen psychosozialen Streß und Mobbing e.V.", (GPSM), Berlin, als auch in dem "Verein gegen psychosozialen Streß und Mobbing e.V." (VPSM), Wiesbaden, trägt nicht nur dazu bei, daß wir als bundesweite Ansprechpartner (Netzwerk) überregionale Beachtung und Anerkennung finden, sondern daß wir selbst durch regelmäßige GPSM/VPSM-Infos über Studien, Publikationen, Literatur etc. unseren Wissensstand über die Mobbing-Thematik ständig überarbeiten und aktualisieren können.

Neben diesem Info-Papier erhält der Interessierte unsere Broschüre über Ursache, Wirkung, Folgen und Prävention in Sachen MOBBING und die "Pressemappe" mit einer Sammlung von Zeitungsberichten, die über unsere Anliegen und unsere Tätigkeiten in den letzten Jahren Auskunft geben.

Empfehlenswert ist noch als Einsteigerlektüre die Broschüre "Mobbing - Psychoterror am Arbeitsplatz", herausgegeben von der DAG (Hamburg/Berlin), sowie die beiden Bücher von Prof. H. Leymann "Mobbing" und "Der neue Mobbingbericht", herausgegeben jeweils vom Rowohlt-Verlag. Eine Liste über weitere Mobbing-Literatur ist ebenso bei uns erhältlich.
 
 
 
 
 

Mobbing in der Endphase: soziale, gesundheitliche und juristische Aspekte - Suche nach Hilfe.
 

Die Ausgangssituation:
Mit steigender Verlaufsdauer des Mobbingprozesses, entwickelt sich dieser zu einer zunehmenden und immer schwierigeren gesundheitlichen, sozialen Belastung sowie juristischer Problematik. Die wie ein roter Faden den Mobbingprozeß durchziehende, langanhaltende Verweigerung gesetzlich garantierter Bürger- und Arbeitnehmerrechte (Rechtsbeugung), beinhaltet für den Betroffenen eine sich ständig wiederholende Mißhandlung am Arbeitsplatz und damit psychosoziale Dauerbelastung mit zunehmender und vielfältiger Krankheitssymptomatik bis hin zur Berufs- und Erwerbsunfähigkeit.
 
 
 
 

1. Soziale Folgen

a ) betriebliche Situation:
Der Betroffene ist in seiner Persönlichkeit stigmatisiert und isoliert, man arbeitet nur noch mit "innerer Kündigung", das Mißtrauen zu Kollegen wächst, Kollegen solidarisieren sich gegen den Gemobbten (negativer Solidarisierungseffekt), man fühlt sich unter ständiger Beobachtung (bis hin zum Verfolgungswahn), eigene Fehler häufen sich infolge der immer größer werdenden psychischen Belastung, die Fehler werden zum Anlaß genommen, die Unfähigkeit nachzuweisen, Schuldzuweisungen häufen sich.

Der Arbeitgeber will den lästig gewordenen Arbeitnehmer nun loswerden. Es folgen Versetzungen, Abschieben auf einen Arbeitsplatz ohne sinnvolle Tätigkeit, mit Über- oder Unterforderung etc., willkürliche Abmahnungen, zum Teil auch rechtswidrige Kündigungen (Rechtsbrüche durch die Personalabteilungen).

In Einzelfällen versuchen Arbeitgeber auch durch Unterstellung psychischer Krankheiten der Betroffenen deren fachärztliche Behandlung zu erwirken; dafür ziehen sie das Verhalten des Gemobbten heran. Motiv hierfür ist jedoch seltener ernstgenommene Fürsorgepflicht, als das Ziel, die jeweiligen Beteiligten krankheitsbedingt aus dem Arbeitsverhältnis zu drängen.
 

b) private Situation:
Man kann nicht mehr abschalten, Alpträume und Schlaflosigkeit sind an der Tagesordnung, man steht morgens mit Negativgedanken auf und geht abends mit diesen Gedanken zu Bett, die Gedanken kreisen nur noch um ein Thema (Gedankenterror), man überfordert sein privates Umfeld, indem man immer wieder diese Problematik anspricht (obsessives Verhalten), (Ehe)-Partner, Freunde und Bekannte sind nicht nur überfordert, es kommt vielmehr auch zu direkten und indirekten Schuldzuweisungen, man erhält Ratschläge, die eher schlecht als hilfreich sind. Der Betroffene zieht sich immer mehr zurück (Isolierungstendenz). Es kommt zur Beeinträchtigung sozialer Beziehungen und des gesellschaftlichen Ansehens, bis zum Verlust von Partnerschaft, Kollegen-, Freundes- und Bekanntenkreises, vollständiger sozialer Isolierung, Suizidgedanken und Selbsttötung.


 
 

2. Gesundheitliche Folgen

Die gesundheitliche Verfassung des Betroffenen hat sich in der Endphase (meist nach Jahren des Psychostresses) deutlich verschlechtert. Viele der psychosomatischen Symptome sind chronisch geworden. Neben Störungen des seelischen Gleichgewichts als Streßfolge (PTSD = Posttraumatische Belastungsstörung), treten allgemeine Angstzustände (GAD = Generelle Angstsyndrome), sonstige Sozialängste, sowie anhaltende Schuld- und Versagensgefühle auf. Des weiteren häufen sich Depressionen, Spannungskopfschmerzen, chronische Muskelschmerzen, Herzkeislauferkrankungen, Hörsturz, Magengeschwüre usw.

Viele Betroffene nehmen ihre Situation am Arbeitsplatz erst nach massiven psychischen und physischen Einbrüchen und Gesundheitsbeeinträchtigungen war. Vor allem bei Frauen gehören dazu morgentliches Erbrechen, Weinkrämpfe und Nervenzusammenbrüche.


 

3. Die juristische Problematik

Viele Betroffene  versuchen, dem Unrecht, daß ihnen zweifellos widerfahren ist, auf juristischem Weg beizukommen und aufzuarbeiten. Spätestens beim Rechtsanwalt erfahren sie, daß dies nicht bzw. in den Fällen möglich ist, wo rechtlich relevante Fakten vorliegen, z.B. unrechtmäßige Kündigungen, Abmahnungen usw.

Der Fachbegriff >Mobbing< kommt aus dem sozial-psychologischen Bereich und ist weder im Arbeits-, Zivil- oder Strafrecht relevant. >Mobbing< ist ein komplexer Vorgang (Psychoprozeß), der sich nicht auf ein oder zwei konkrete Handlungen reduzieren läßt, die man als >noch rechtmäßig< oder >schon rechtswidrig< beschreiben kann. Das Recht knüpft aber traditionell auf Einzelhandlungen an.

Das >Schneiden< durch Kollegen mag unschön und unmoralisch sein, es gehört genau so zur Normalität des Lebens wie die Ansteckung mit Erkältungskrankheiten. Bereitschaft zur Kommunikation ist rechtlich genau so wenig erzwingbar wie die Zuteilung sinnvoller und nicht schikanöser Arbeit. Ungerechte Verteilung von Arbeit und die Beschränkung auf Kopfschütteln statt des klärenden Gesprächs sind natürlich mißbilligende Verhaltensweisen, die gleichfalls noch im Rahmen einer Normalität liegen.

Zivilrechtliche Ansprüche gegen den oder die Mobber kommen nur aus unerlaubter Handlung nach den §§ 823ff des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) in Betracht. Es verpflichtet denjenigen zum Schadenersatz, der vorsätzlich oder fahrlässig die Gesundheit eines anderen schädigt. Auch hier stellt sich in gleicher Weise wie im Strafrecht die Frage, ob nicht ein Fall des >erlaubten Risikos< vorliegt. Die Gerichte werden sich zumindest sehr schwertun, jemanden deshalb zum Schadenersatz zu verurteilen, weil er aufgrund schlechter zwischenmenschlicher Beziehungen für die Krankheit des anderen eine Ursache setzte; insoweit sind derartige Forderungen gegen Kollegen und/oder Vorgesetzte bis auf wenige Ausnahmen unrealistisch.

Dasselbe gilt für Schadenersatzforderungen gegen den Arbeitgeber oder den Vorgesetzten als dessen Erfüllungsgehilfe. Obgleich in allen Mobbing-Fällen eine Vertragsverletzung des Arbeitgebers bzw. dessen Erfüllungsgehilfe vorliegt (u.a. § 75 BetrVG, wonach der Arbeitgeber die "freie Entfaltung der Persönlichkeit der im Betrieb beschäftigten Arbeitnehmer zu fördern und zu schützen" hat), ist ein gerichtsverwertbarer Nachweis kaum möglich. Verklagt der Betroffene tatsächlich seinen Arbeitgeber auf Schadenersatz, so stehen ihm - dem Arbeitgeber - Zeugen zur Verfügung, die das Gegenteil behaupten. Der Mobbing-Betroffene muß den Beweis erbringen, daß die Beeinträchtigung seiner Gesundheit eine betriebliche Ursache hatte. Läßt sich aber das Geschehen im Betrieb nicht klären, muß die Klage abgewiesen werden.

Ebenso ist Schmerzensgeld im Vertragsrecht nicht vorgesehen, es sei denn, der Arbeitgeber hätte eine unerlaubte Handlung begangen (§ 847 BGB). Das Verhalten des Vorgesetzten muß der Arbeitgeber sich nach § 831 BGB nur dann anrechnen lassen, wenn er diesen nicht sorgfältig ausgesucht oder beaufsichtigt hat.

Prof. Däubler vermerkt u.a. in "Der neue Mobbing-Bericht" als Resümee: "Der Sache nach geht es hier um relativ hilflose Versuche, zur Bekämpfung eines empörenden Mißstands, rechtliche Mittel einzusetzen, die dazu im Regelfall - nach derzeitiger Rechtslage - völlig ungeeignet sind."


 

4. Suche nach Hilfe

a) innerbetrieblich:
Die Suche nach Verbündeten und Ansprechpartnern entwickelt sich für Betroffene oft zum Spießrutenlaufen. Die starren Fronten, der negative Solidarisierungseffekt, sowie die fortgeschrittene Stigmatisierung des Betroffenen  lassen es meist nicht zu, bei Kollegen Unterstützung zu erhalten.

Beschwerden beim Vorgesetzten stoßen auf wenig "Gegenliebe", sind es doch gerade die Vorgesetzten, die entweder als Einzeltäter mobben, oder im Zusammenspiel mit den Kollegen. Eine dritte "Variante" sind Vorgesetzte, die sich aus allem raushalten. Jedenfalls ist allen diesen Vorgesetzten soziale Inkompetenz zu bescheinigen und vorzuwerfen.

Auch die Einschaltung höherer Instanzen verläuft zum größten Teil erfolglos, sind sie es doch, die sich beim direkten Vorgesetzten des Betroffenen informieren und bestätigen lassen, was alle Welt von "diesem Fall" bereits weiß.

Was noch bleibt sind Beschwerden beim Personal- bzw. Betriebsrat, oder die Einschaltung eines Betriebssozialarbeiters, Betriebsarztes oder ggfls. einer Frauenbeauftragten. Aber was nützt dem Betroffenen z.B. ein verbrieftes Beschwerderecht gegenüber dem Personal- oder Betriebsrat, wenn dort Kollegen weder bereit noch in der Lage sind, wirksam zu helfen und zu unterstützen -eher wird auch hier der Stigmatisierungs- und Schuldzuweisungsprozeß fortgesetzt.

Zweifellos sind die verschiedenen Formen des Mobbing rechtswidrig - aber was nützt dem Betroffenen eine "Fürsorgepflicht des Arbeitgebers", wenn in Mobbing-Fällen stän-dig dagegen verstoßen wird. Was nützt z.B. eine Anti-Mobbing-Dienstvereinbarung, wenn diese nicht gelebt und zu Gunsten der Betroffenen angewendet wird.

Im übrigen ist die Einschaltung der Personalabteilung sicher der falsche Weg, weil es ge-genüber dieser Instanz kein  Beschwerderecht gibt und zudem eine Personalabteilung das "ausführende Organ" des Arbeitgebers ist. Ist diese Abteilung erst einmal involviert, kommt es oft gegenüber Mobbing-Betroffenen zu Rechtsübergriffen und -Verstößen, wie z.B. nicht oder nicht ausreichend begründete Abmahnungen, unrechtmäßige Kündigungen etc. Insgesamt entspricht dies gleichzeitig einer mehrfachen bzw. sich ausweitenden Fürsorgepflichtsverletzung durch den Arbeitgeber.
 
 

b) außerhalb:
Eine mögliche - medizinische - Hilfe bietet der Hausarzt. Dort kann und wird jedoch in der Regel keine Ursachenforschung der Krankheitssymptome betrieben. Also werden diese mit Medikamente behandelt. Eine Verbesserung der Befindlichkeit, geschweige denn ein Wegfall oder Ende des Krankheitsbildes ist jedoch kaum zu erwarten, weil die eigentliche Ursache, nämlich die Stressoren am Arbeitsplatz, nach wie vor vorhanden sind.

Spricht der Patient seine Konflikte am Arbeitsplatz an, wird häufig an Neurologen oder Therapeuten überwiesen. Hier kommt es nicht selten zu Fehleinschätzungen und Fehldiagnosen aus unzureichendem Wissen über Ursache und Wirkung von Mobbing-Prozessen, die wiederum auf den Betroffenen zusätzlich stigmatisierend bzw. kränkend und/oder schuldzuweisend wirken und somit die Situation der Betroffenen noch verschlimmert (s.a. Prof. Leymann in "Der neue Mobbing-Bericht" 1995)!
 

Juristische Hilfe bieten Rechtsanwälte oder speziell ausgebildete Arbeitsrechtler. Bei - un-rechtmäßigen - Abmahnungen oder Kündigungen sollte auf jeden Fall juristischer Beistand eingeholt werden. Schriftliche Alleingänge, die rechtliche Bedeutung haben, sollten vermieden werden.


 
 

Unser Hilfsangebot einer psychosozialen (p/s) Betreuung von Mobbing-Betroffenen:

Von dessen Ursprung ist die p/s Betreuung eine Hilfe von und für Betroffene, in der, im Gegensatz zur Selbsthilfegruppe, individuell auf die persönliche und vor allem auf die arbeitsplatzbezogene Krisensituation eingegangen wird.

Am Anfang einer p/s Betreuung steht die Versendung des Info-Materials, das auch im Internet unter www.muenster.org/antimobbing abgerufen werden kann. Die Infos dienen zur Aufklärung über die Problematik und zur Darstellung unseres Beratungsangebotes.

Es folgt nach vorheriger Terminabsprache eine ausführliches, zeitlich unbegrenztes, persönliches Erstgespräch; dieses ist Grundlage der p/s-Betreuung. Ist die Entfernung zu unserer Beratungseinrichtung zu groß, die eine persönliche Kontaktierung unverhältnismäßig erscheinen lässt - durch den Anschluß im Netzwerk der Mobbing-Selbsthilfegruppen Deutschland . Schweiz - haben wir bundesweite Beratungskontakte - ist eine ausführliche telefonische Beratung möglich.

Das Erstgespräch kann natürlich auf Wunsch durch/mit (Ehe)-Partner, Freund oder Arbeitskollegen erweitert werden.

Merkmale und Ziele des Erstgespräche sind bereits ausführlich dargelegt. Der/die Betroffene bestimmt danach selbst, ob und in welcher Intensität mit dem Berater Kontakt gehalten wird. Sicher ist, je öfter man miteinander spricht, desto effektiver ist die Betreuung.

Die p/s-Betreuung ist keine Therapie, sie kann jedoch therapiebegleitend sein. Soweit es um die Aufarbeitung des Mobbing-Prozesses geht, deren persönliche Auswirkungen noch nicht gravierende psychische Störungen zur Folge haben, sind bereits die Therapieansätze falsch! In einer Gesprächs- oder  Verhaltenstherapie wird die Persönlichkeit des Patienten durchleuchtet und analysiert. Bei Mobbing-Betroffenen birgt dies die Gefahr, daß man gewonnene Erkenntnisse , wie z. B. defizitäre Beziehung zu Eltern oder etwa traumatische Erlebnisse in Kindheit/Jugend dahingehend verwendet, daß man letztlich glaubt, selbst Schuld an der Mobbing-Situation zu sein. Therapeuten verstärken oftmals diesen für den Patienten fatalen Irrglauben durch entsprechende Fehldiagnosen. Wissenschaftliche Untersuchungen und Erkenntnisse belegen jedoch, daß dem nicht so ist. Der/die Gemobbte ist zwar beteiligt, die Ursachen des Mobbings liegen jedoch nicht in der Persönlichkeit des Opfers, sondern im Zusammenspiel verschiedener negativer Faktoren am Arbeitsplatz. Deshalb analysieren wir das Arbeitsumfeld und nicht das Mobbing-Opfer!

Auch wird therapeutisch vielfach darauf hingearbeitet, sich zu stärken, um den immer stärker werdenden Druck auszuhalten, sich zu wehren oder gar „gegenzumobben“, was allein schon auf Grund der unterschiedlichen Machtverhältnisse und -strukturen vor allem in der Endphase von Mobbing in keinster Weise machbar ist. Lediglich in der Anfangsphase von Mobbing ist es möglich, sich zur Wehr zu setzen, indem man das Problem offen anspricht und Verbündete sucht.
 

In der Endphase von Mobbing geht es für Betroffene nur noch darum, endlich dem Psychotrauma ein Ende zu setzen, was fast immer die Aufgabe des Arbeitsplatzes zur Folge hat. In dieser kritischen Lebenssituation der Neuorientierung, Zukunftsängsten und möglichen Suizidgedanken, versuchen wir zu helfen und zu unterstützen - kompetent und neutral! Genauso wichtig ist eine nachträgliche Reflexion der Geschehnisse.

Da es kein Pauschalrezept gibt wie man sich vor Mobbing schützen kann, ist es umso wichtiger, eine außerbetriebliche Beratung wie die unsere aufzusuchen. Kurzschlußhandlungen entstehen dann, wenn die Betroffenen mit derartig fundamentalen Problemen allein dastehen bzw. keine Hilfe annehmen wollen.

Unser Mobbing-Telefon 02534/8455 ist rund um die Uhr, auch und gerade an Sonn- und Feiertagen, erreichbar!
 

Das Nachwort des Mobbing-Pioniers, Prof. Heinz Leymann, zu seinem 1993 erschienen Buch "Mobbing", bringt die Thematik und Problematik auf den Punkt und sollte allen Betroffenen ein wenig Hoffnung machen, die dem Psychoterror am Arbeitsplatz ausgesetzt sind und an sich und der Umwelt verzweifeln:
 
 

Viele Menschen, denen am Arbeitsplatz übel mitgespielt wird, fürchten, sie allein seien davon betroffen. Sie werden von Selbstzweifeln geplagt, verlieren ihr Selbstvertrauen und fragen: Was habe ich nur falsch gemacht? Doch Mobbing hat nichts mit der Persönlichkeit des Opfers zu tun. Es geschieht massenhaft, und es kann jeden treffen.

Heinz Leymann
 
 




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