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Das Leben in Münster während des Westfälischen Friedens Mit Schwerpunkt auf dem Spanisch-Niederländischen Frieden Der Friedenskongress erstreckte sich über einen Zeitraum von fünf Jahren. Der Grund, warum die Friedensverhandlungen fünf Jahre dauerten ist, dass es keine Vollversammlung und keine offizielle Kongresseröffnung gab. Die Gesandten waren nur Vertreter ihrer Souveräne, d.h. jeder Herrscher eines beteiligten Staates schickte Vertreter nach Münster oder Osnabrück. In Münster tagten die katholischen Gesandten und in Osnabrück die protestantischen. Die Einigung zwischen den Parteien, auch innerhalb Münsters, erfolgte durch Schriftsätze und mündliche Erläuterungen. Dies brachte einen hohen Zeitverlust mit sich, da die Gesandten erst ihre Souveräne per Post um Erlaubnis fragen mussten. Der Nachrichtentransport kostete viel Zeit. Ein Brief von Münster nach Wien war fünfzehn Tage unterwegs und bis Antwort zu erwarten war verging ein Monat. Nicht selten wurden die Postkutschen und Kuriere von Soldaten ausgeraubt. Westfalen besaß noch einen ländlichen Charakter, der für die Gesandten, die meist aus Großstädten wie Paris und Amsterdam kamen, gewöhnungsbedürftig war. Das Vieh lebte oftmals mit den Bürgern unter einem Dach.
Die Gesandten Von Anfang an wurden Protokoll- und Rangstreitigkeiten sehr ernst genommen. Die Gesandten verbrachten ihre freie Zeit mit Musik, Tanz und Aufführungen. Oft brachten die Vertreter auch ihre ganze Familie samt Gefolge mit. Besonders vornehme Gesandte hatten ihre eigenen Köche, Kuchen- und Pastetenbäcker, Mundschenke und Hühnerfänger, die vor den Stadttoren Münsters Rebhühner und Fasane fingen, mitgebracht. Auch wurden weitere Verkaufsstände am Prinzipalmarkt für Eier, Käse und Butter errichtet, um die Gesandschaft zu verpflegen. Fabio Chigi wurde 1643 vom Papst nach Münster entsandt, um dort die Verhandlungen im Sinne der katholischen Kirche zu unterstützen. Angeblich soll er über 800 Einzelkonferenzen mit den verschiedenen Parteien gehalten haben. Die Niederlande bestanden aus sechs Provinzen, wobei jede Provinz einen Gesandten und Holland zwei Gesandte schickte. Adriaen Pauw war zwar nicht der Hauptgesandte der Provinz Holland, aber der politisch einflussreichste während des Kongresses. Die Holländer waren im Krameramtshaus untergebracht, welches sich heute am Alten Steinweg neben der Stadtbücherei befindet. Die Spanier bewohnten das Observantenkloster in der Bergstraße. Mit den Gesandten wurde auch fahrendes Volk nach Münster angezogen. Die Kriminalität inner- und außerhalb der Stadtmauern nahm zu. Nicht selten kam es zu Messerstechereien und Handgreiflichkeiten, die die eingesetzten Nachtwächter nicht gänzlich verhindern konnten. Darüber hinaus gab es Feuerwächter auf dem Lambertiturm, die auf mögliche Brände achteten. Auch eine Sperrstunde gegen Bettelei und Prostitution, die im Winter 1646 verhängt wurde, konnte die Kriminalität nicht ganz eindämmen.
Die Bürger Münsters Die Bürger kamen insgesamt mit den Gesandten gut aus, jedoch forderten sie den Abzug der fremden Soldaten, die die Stadtgarnison aufstockten. Manche Bürger verdienten sich einen zusätzlichen Lohn mit eingerichteten Geldwechselstuben und dem Glückshafen, einer Lotterie. |
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