900 - 1200 Aussiedlung

Seit dem Beginn des 9. Jahrhunderts kam es in Münster zu einem raschen Bevölkerungsanstieg, woraufhin ca. 200 Jahre später ein Aussiedlungsprozess einsetzte und in der direkten Umgebung der Domburg Siedlungen entstanden: Im Norden die Handwerker- und im Nord-Osten die Händlersiedlung.

Weiterhin wurde der alte Holzwall um die Domburg durch eine Steinmauer geschützt. Außerdem wurden weitere Stadttore gebaut, um den Zugang von den entstandenen Siedlungen zur Domburg zu erleichtern. Das im Norden entstandene Horsteberger Tor existiert heute als Treppenanlage am Dom weiter.

Auf der gegenüberliegenden Seite der Aa entstand in der Nähe der beiden Aa-Furten das Überwasserstift(später Liebfrauenstift), das seinen Namen durch den Umstand erhielt, dass man die Aa überqueren musste, um es zu erreichen. Vermutlich als direkte  Reaktion der Bürger wurde die Lambertikirche errichtet.

Weiterhin ließ der Bischof die Münzstätte auf Grund der von ihr ausgehenden Brandgefahr außerhalb der Domburg in der Handwerkersiedlung errichten.

Ungefähr um diese Zeit tauchte zum ersten Mal der Name Monasterium, was soviel wie Kloster bedeutet, für die Stadt auf.

Anfang des 12. Jahrhunderts entstand um das Liebfrauenstift eine kleine Vorstadt (Suburbium) mit eigenem Markt und eigener Gerichtsbarkeit. Zum Schutz der Vorstadt wurde ein Palisadenwall errichtet. Gleichzeitig entwickelten sich die Handwerker- und Händlersiedlungen weiter.

Das schnelle Wachstum der Stadt ist vor allem auf ihre geographische Lage zurück zu führen, da im Bereich der zwei Aa-Furten, die gleichzeitig die einzige Möglichkeit in der Umgebung boten, die Aa zu überqueren, mehrere wichtige Fernhandelswege aufeinander trafen.

Die außerordentlich guten Handelsbeziehungen des damaligen Münsters können durch einige Funde belegt werden. So wurden in Münster Teile von Glasgefäßen, die zur damaligen Zeit nur sehr schwer zu bekommen waren, gefunden.

 

 

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