..Chilibulo..

Spenden sind willkommen
Kinderhilfsprojekt Chilibulo e.V.
Konto-Nr.: 0 22 70 82
Bankleitzahl: 400 700 24
Spende f. gemeinnützige Zwecke gem.
§§ 51 ff AO / Anerkennung It. Bescheinigung
des Finanzamtes Münster-Innenstadt
NR. 336/00674422

  1. Quito - die Hauptstadt Ecuadors

  2. Die Einwohner Quitos

  3. Das Chilibulo-Viertel

  4. Die Einwohner des Viertels

  5. Das Projekt der Schule

  6. Die ärztlichen Einrichtungen

  7. Die formalen Abläufe

  8. Das Kinderhilfsprojekt Chilibulo e.V.

 

Quito, die Hauptstadt Ecuadors

Chilibulo ist der Name einer der ärmsten Stadtteile in Quito, der Hauptstadt Ecuadors. Diese Stadt liegt 2750 m hoch und nur eine paar Kilometer südlich des Äquators. Man denkt, dass es dort tropisch heiß und feucht ist, sozusagen der ewige Hochsommer. Aber durch die Höhenlage reichen die täglichen Temperaturen nur maximal an 23° oder 24° C, dafür aber werden die Nächte sehr kalt, 5° bis 0° in Bodennähe, wobei die Regen, wenn auch nicht täglich, aber doch reichlich in zwei deutlichen Regenzeiten fallen.

nach oben

 

Die Einwohner

Die Mehrzahl der Einwohner in der Millionenstadt ist arm wie in allen Ländern der so genannten dritten Welt; die kleine Zahl der Reichen und extrem Reichen wohnt im modernen Norden der Stadt, genießt alle Vorteile moderner Metropolen, Wasser, Elektrizität, modernste Kommunikationsmittel, alle Einrichtungen einer sozialen und wirtschaftlichen Infrastruktur: Krankenhäuser, Schulen und Universitäten, Märkte und Einkaufszentren mit hochrangigem Angebot und Ausstattung nach dem Vorbild der Vereinigten Staaten - 90% der Bevölkerung kann diese Vorteile nicht genießen, der ärmste Teil von ihnen lebt im äußersten Süden Quitos, u.a. in einem Viertel mit dem Namen Chilibulo.

nach oben

Das Stadtviertel: Chilibulo

Chilibulo ist jahrelang der bevorzugte Anziehungspunkt für die zuwandernde hungernde und besitzlose Landbevölkerung Ecuadors gewesen, weil sich in einer der tiefen Andenschluchten eine der größten Müllhalden der Stadt befand. Hier konnte man wenigstens nicht „verhungern“, und so wurde der angefahrene Müll täglich von Hunderten durchwühlt und aussortiert. Heute ist die Müllhalde offiziell geschlossen, illegal wird täglich weiter hier abgeladen und dazu kommt der Müll, den die Anwohner hier selbst produzieren, denn in diesem Elendsviertel gibt es keine städtische Entsorgung.

nach oben

 

Die Einwohner des Viertels

Hier stehen die Häuser und Hütten der Kinder unseres Projekts und ihrer Familien, wobei der Begriff „Familie“ nicht in unserem Sinn zu verstehen ist, denn oft leben die Mütter allein mit einer Zahl von Kindern, z.T. unterschiedlicher Väter, während diese auf der Suche nach Arbeit oder auf der Flucht vor dem Elend weggezogen oder dem Alkohol verfallen sind. Gewalt, Misshandlungen, Hunger und vor allem Krankheiten durch unzureichenden Schutz vor dem Andenklima und durch Infektionen aus dem Müll sind das tägliche Leid vor allem der Kinder. Hier arbeiten seit 1980 spanische Ordensschwestern „Esclavas del S.C. de Jesus“,  die über die Jahre hinweg drei Kinderhorte errichtet haben, in denen die Kinder aus ärmsten Verhältnissen tagsüber ein „Zuhause“ mit einer warmen Mahlzeit und der Erziehung zur Hygiene und Ordnung erhalten.

nach oben

Das Projekt der Schule

Wie kommt das Annette von Droste Hülshoff Gymnasium dazu, in diesem entfernten Winkel der Erde ein Projekt zu unterstützen? Ende 1985 wurde eine Kollegin, Frau Ilonka Forwick, von der deutschen Schule in Quito an das Annette Gymnasium versetzt. Sie kannte sich mit den Verhältnissen in den armen Vierteln aus und begann, für die Kinder im besonders benachteiligten Chilibulo zu werben, Spenden zu sammeln und damit eine medizinische Einrichtung ins Leben zu rufen, die bis heute fest installiert ist, sogar ausgebaut werden konnte.

nach oben

Die ärztliche Einrichtung

Mit Hilfe der Spenden von Eltern, Freunden, Bekannten und einer Münsteraner Gemeinde und dem uneigennützigen Einsatz von Kollegen gelang es, in einem von spanischen Ordensschwestern unterhaltenen Kinderhort, eine ausgebildete Kinderärztin, zunächst für 2 -3 Stunden täglich zu gewinnen. Sie untersuchte die an Parasiten, Lungen- und Hautkrankheiten leidenden Kinder, Medikamente wurden verabreicht, erste Erleichterungen spürbar. Mit der Zeit nahm das Projekt größere Ausmaße an, ein Sprechzimmer konnte gebaut werden, ausgestattet mit sparsamsten Einrichtungen zur Untersuchung und Behandlung, Eltern, die bisher höchstens einem der überall tätigen „Heiler“ vertraut hatten, finden langsam den Weg in die Praxis, die Ärztin berät und behandelt inzwischen auch sie. Der tägliche Praxisbetrieb wurde ausgeweitet, der Kontakt zu staatlichen Gesundheitsstellen hergestellt und ein Karteikartensystem aufgebaut, das inzwischen dem Gesundheitsministerium zugänglich ist, allerdings ohne eine finanzielle Unterstützung von dieser Institution.

Eines der größten und traurigsten Probleme ist die Unterernährung, unterernährte Mütter bekommen kaum lebensfähige Kinder, können sie nicht ernähren. Auch hier hat die Ärztin mit einer Helferin aus dem Viertel selbst Ernährungs- und Hilfsprogramme entwickelt und wendet sie an. Einige Leiden können nicht mehr geheilt, aber doch etwas erleichtert werden: die durch Alkoholismus entstandenen Schäden und die Vergiftungen, die durch das Brennen hochbleihaltiger Erde zu Ziegeln, einer wichtigen Einnahmequelle des Viertels, entstehen, und die bei kleineren Kindern innerhalb von vier bis fünf Jahren zum Tod führen können. Seit vier Jahren arbeitet auch eine Zahnärztin mit einer eigenen kleinen Praxis im Projekt und wird vom Verein unterstützt. Es gibt Kinder, die mit drei bis vier Jahren noch nie feste Nahrung bekommen haben, deren Zähne bereits im Kiefer krank sind und verfaulen, wodurch schwere körperliche Krankheiten und Leiden entstehen. So können wir auch ihnen helfen.

 

nach oben

Formale Abläufe

Wie funktioniert das Projekt? Das über Schülermithilfe z. B. beim Vokabeltest der Quinten, über Kollekten aus Gottesdiensten, über persönliche Spenden, über spezielle Aktionen und Aufrufe an Schulveranstaltungen hereinkommende Geld geht zunächst auf ein Sonderkonto an der Deutschen Bank. An einer renommierten Bank in Quito, „Banco de Pichincha“, unterhalten wir ein Sonderkonto, zu dem nur die Ordensschwestern Zugang haben. Jährlich gehen etwa 17.000 € über dieses Konto an das Projekt. Monatlich erreichen die Abrechnungen an den Chilibulo per Fax das Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium und werden an den Verein unter Leitung von Frau Forwick weitergereicht. Die Schwestern schicken am Ende jedes Jahres eine Abrechnung über Eingänge und - detailliert - über die Ausgaben; dazu wird ein Wirtschaftsplan für das kommende Jahr erstellt. So sind alle sicher, dass das gespendete Geld ohne irgendeinen Verwaltungsverlust an die richtige Adresse kommt.

Seit Januar 1997 ist aus der Einzelinitiative, der sich mittlerweile viele selbstlose Helfer angeschlossen haben, ein eingetragener gemeinnütziger Verein geworden:

nach oben

Kinderhilfsprojekt Chilibulo e.V.

Vom Finanzamt als „mildtätig“ eingestuft, hat der Verein das Recht, Spendenquittungen auszugeben, um Mitglieder zu werben. Unter § 2 der Vereinssatzung ist der Zweck eindeutig formuliert:

„Der Zweck des Vereins ist die humanitäre Hilfe zur Bekämpfung von Krankheiten, Unterernährung und Kindersterblichkeit. Diesen Zweck verfolgt der Verein ausschließlich und unmittelbar in uneigennütziger Art und Weise..... der Verein ist selbstlos tätig und verfolgt keine eigenwirtschaftlichen Zwecke. Der Satzungszweck wird durch partnerschaftliche Hilfe zur Selbsthilfe unter Berücksichtigung der traditionellen und kulturellen Gegebenheiten in Ecuador für die Versorgung und Gesundheit der Kinder und ihrer Mütter im Kinderhilfsprojekt Chilibulo verwirklicht vor allem durch:

- Finanzierung einer Ärztin, einer Zahnärztin und ihrer Helferinnen

- Kauf erforderlicher Medikamente und ärztlichen Materials,

- Zuschüsse zu baulichen Renovierungsmaßnahmen im Praxisbereich,

- Unterstützung spezieller Ernährungsprogramme bei Unterernährung.“

 

Seit 2002 gehen jährlich Zivildienstleistende aus dem Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium in das Projekt, leisten wertvolle Arbeit und nehmen Erfahrungen für ihr ganzes Leben mit zurück.

 

In monatlichem Abstand gehen Briefe hin und her mit Informationen, Fragen, Berichten und Fotos, etwa alle drei Jahre besucht Frau Forwick „Ihre“ Kinder und ihre Familien , die ihr seit Jahren vertraut geworden sind. Die Freude des Wiedersehens ist auf beiden Seiten ehrlich, der Abschied verdeutlicht mit seinem „bis zum nächsten Mal“ die Dauerhaftigkeit dieser Verbindung .

nach oben

 

Text: I. Forwick

zurück