Was wird in zehn Jahren aus mir? Wahrsagen konnten die 50 Oberstufenschüler auf diese Frage nicht. Das Projekt "Aufwachen - Anpacken" sollte die jungen Leute aber dazu anregen, sich ihre Zukunfts-Ziele bewusster zu machen.
Jetzt
fand das im September begonnene Projekt in der Aula des
Geschwister-Scholl-Gymnasiums seinen Abschluss. Es war von der Stiftung der
Deutschen Wirtschaft und der Heinz Nixdorf Stiftung ins Leben gerufen worden.
Umgesetzt wurde es von Studenten, die jeweils mit einem Stipendium gefördert
werden. Titel der Initiative: "Herausforderung Unternehmertum". "Der Sinn liegt
in der Förderung von unternehmerischem Denken und Handeln, Kreativität,
Realitätssinn, Glaubwürdigkeit und Präsentationsqualität", zählt Andreas Voß
Inhalte auf, die seine Münster-Gruppe mit rund 25 Studenten im Sinne der
Stiftungsvorgaben entworfen hat.
Zehn Minuten hatten die Schüler Zeit, einen Zukunftsentwurf für zehn Jahre zu skizzieren. Bewertet von einer prominenten Jury, in der neben Reinhard Aldejohann, Leiter der Abteilung Schule der Bezirksregierung, auch der Präsident des Verbandes Münsterländischer Metallindustrieller, Michael von Bartenwerffer, und Daniel Bahr, MdB aus Münster, saßen.
Den
größten Realitätssinn hatten nach Auffassung der Jury Mareike Wietholt und
Katrin Wolfert vom Annette-Gymnasium: Ein Reiseunternehmen für gemeinsame
Urlaube behinderter und nicht-behinderter Menschen würden sie gründen "unter
Berücksichtigung ihrer familiären Entwicklung.“
Auf Platz zwei folgte der Entwurf der Ratsgymnasiasten Nils Böckenhüser, Christoph Rösmann und Tobias Rose. Mit einer Musik-unterlegten Powerpoint-Darstellung zeichneten sie mögliche Lebenswege auf: einer wird KFZ-Mechaniker, der andere Raumfahrttechniker und der Dritte bringt es trotz Drogenabhängigkeit zum Koch.
Platz drei für die Kinderhauser: Alexander Engelmann und Florian Grunert entwarfen ein fiktives Interview mit einem erfolgreichen Manager.
Auf Mareike Wietholt und Katrin Wolfert wartet als Preis jetzt ein eintägiges "Coaching" durch den ehemaligen Manager der Daimler Chrysler AG, Dr. Joachim Schlaeper.
Das Projekt:
Wirklichkeitsnah sollte das von den Studenten geleitete Projekt sein, nicht an genormten beruflichen Werdegängen orientiert, lautete die Botschaft der Stiftungen. Zu vier Themen hatten die Stipendiaten im Laufe der Monate mit den Schülern gearbeitet: Eingangs wurde für jeden ein Profil mit eigenen Stärken, Schwächen und Fähigkeiten entworfen. Beim zweiten Treffen wurden Menschen eingeladen, die einen eher ungewöhnlichen, aber erfolgreichen beruflichen Werdegang hinter sich haben. Dann beschäftigte man sich mit Hilfe eines Personaltrainers mit Sozialkompetenz und Präsentationstechniken. Abschließend besuchten die Schüler die Stipendiaten in der Universität.
Münstersche Zeitung 10.02.2006