European Work Experience 

Freunde zu Gast in der Welt

 Zum Betriebspraktikum nach England

Trotz der Fußball-WM im eigenen Land begaben wir - sechs Schülerinnen der Jahrgangsstufe 12 - uns im Juni 2006 zu einem 2-wöchigen Betriebspraktikum nach York in Nordengland, wo wir außer der WM noch einiges mehr erleben sollten.

Nach doch eher strapaziösen 25 Stunden Busfahrt kamen wir am 12. Juni mittags in York an, wo uns Mrs. Fulford, Lehrerin an der Easingwold School, begrüßte. Sie brachte uns zu dieser Schule, an der unsere Austauschpartner uns bereits erwarteten. Die Begrüßung war sehr herzlich. Nach einem ersten Abend in den Familien begann dann am Tag danach schon unser „ experience“.

Für zwei Wochen arbeiteten wir als Praktikanten in englischen Betrieben, hauptsächlich im Bereich der Erziehung und Bildung junger Menschen.

Dabei lernten wir alle viel Neues und Interessantes kennen. So bekamen wir vor allem Einblicke in das englische Schulsystem, denn einige machten ein Praktikum in den so genannten „Nurseries“ (zu Deutsch: Kindertagesstätten), einige in „Primary Schools“ und andere in der „Comprehensive School“ unserer Austauschpartner. Dabei entdeckten wir Unterschiede und Gemeinsamkeiten unserer Länder und Systeme. Die Erzieherinnen in den Nurseries beispielsweise müssen, anders als bei uns, studiert haben, um ihren Beruf ausüben zu können.

Wir alle lernten zudem die englische Sprache einmal ganz konkret und praktisch im Bereich „work & business“ zu verwenden. Ein z. T. witziges Ergebnis war dabei z. B. das Erlernen typischer Ausdrücke der englischen Kindersprache. Keiner von uns hatte schließlich im Englischunterricht davon gehört, dass „I need a wee-wee“ ein kindlicher Ausdruck für „Ich muss auf die Toilette“ ist. Aber auch mit den Erwachsenen, denen wir während oder nach unserer Arbeit begegneten, lernten wir uns recht flüssig zu unterhalten.

Unsere Freizeit verbrachten wir teils mit der gesamten Gruppe, teils auch nur mit der jeweiligen Familie oder in Kleingruppen. Die Siege der deutschen Fußballnationalmannschaft feierten wir grundsätzlich mit den Engländern gemeinsam. Als Gegenleistung unterstützten wir Deutschen natürlich auch die englische Mannschaft bei ihren Spielen.

Außer Fußball sahen wir aber auch noch einiges von York und Yorkshire allgemein, wobei diese Touren eher individuell gestaltet wurden, da jeder natürlich auch einmal gerne mit seiner Gastfamilie unterwegs sein wollte. So wurde uns außer der schönen Stadt York auch deren Umgebung gezeigt, deren teils überraschenden Weiten jeden faszinierte.

Auch das Meer bekamen wir zu sehen. Ein Höhepunkt war unser gemeinsamer Ausflug in die am Meer gelegene Stadt Scarborough, wo zwei von uns leider für eine Weile „verloren“ gingen... Aber auch sie fanden am Ende wieder nach York bzw. Easingwold zurück.

Entgegen unseren Erwartungen hat der für England so typische Regen uns bei diesen Unternehmungen übrigens nicht heimgesucht. Nahezu braungebrannt ging es schließlich nach einem tränenreichen Abschied am letzten Schultag nach Münster zurück.

Mit großer Vorfreude erwarten wir den Gegenbesuch unserer englischen Freunde Ende Oktober.

 

„Viele neue Wörter gelernt”

 Aimee Gowlett aus York machte in der Kreuzschule ein Betriebspraktikum

Heute geht sie in die City. Zum Shoppen. „Ich muss noch ein paar Sachen für meine Eltern und meinen Bruder kaufen”, erzählt Aimee Gowlett, die am Mittwoch der Kreuzschule sowie ihrer Gastfamilie Spliethoff „Bye, Bye” sagt. Dann geht es für sie wieder nach York in Nordengland. Zwei Wochen an der Kreuzschule liegen hinter der 17-Jährigen, die einen Koffer voller Eindrücke vom münsterischen Schulalltag mit in Münsters Partnerstadt nimmt.

Sie absolvierte ein Auslandsbetriebspraktikum, das bereits seit zwölf Jahren zwischen ihrer Schule — der Easingwold School in York – und dem Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium organisiert wird. Mit ihr waren auch vier weitere Schülerinnen und Schüler in Begleitung ihrer Lehrerin Kirsty Fulford zum Praktikum in Münster angereist, um in unterschiedlichen Einrichtungen in die deutsche Arbeitswelt zu schnuppern.

„Es hat viel Spaß gemacht. Die Kreuzschule mit ihren netten Kindern und Lehrern gefällt mir sehr gut“, lobt Aimee Gowlett, die schnell Zugang zu den Kindern fand und ihre Deutschkenntnisse vertiefte. „Ich habe viele neue Wörter gelernt”, freut sich die 17-Jährige von der Easingwold School, die sich vorstellen könnte, später als Dolmetscherin oder Übersetzerin zu arbeiten. Neben Deutsch beherrscht sie auch Französisch und Russisch.

Bei ihrem Praktikum konnte sie sich stets auf die Klasse verlassen. Besonders auf Bjarne (7). „Ich habe ihr alles gezeigt.” Der Blondschopf fand es toll, dass Aimee den Schulalltag begleitete.

Annette Friese-Schulte, Schulleiterin der Kreuzschule, ist bestens mit dem Einsatz von Aimee Gowlett zufrieden. „Sie hat den Unterricht erlebt, lernte die offene Ganztagsschule kennen und half bei den Hausaufgaben.“

Im Juni dieses Jahres waren die Austauschschüler vom Annette-Gymnasium zum Betriebspraktikum in England. „Die Nachfrage von deutscher Seite ist riesig”, informiert die Betreuungslehrerin auf deutscher Seite, Gabriele Freise.

Grundsätzliches Problem dabei sei jedoch die rückläufige Zahl von englischen Schülern, die Deutsch als Fremdsprache erlernen.

Westfälische Nachrichten, 07.11.2006

 

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