European Work Experience 

Das European Work Experience ist ein Austauschprogramm zwischen dem Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasiums und der Easingwold School in der Nähe von York. Im Verlauf des 14-tägigen Aufenthaltes haben die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, die Arbeitsverhältnisse im europäischen Ausland kennen zu lernen. Im Juli fuhr wieder eine Schülergruppe nach York: 

Betriebspraktikum im nordenglischen York

Am 19. Juni 2005 traten wir 5 Schüler/-innen der Jahrgangsstufe 12 (Schuljahr 04-05) des Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasiums unsere Reise nach York in Nordengland an. Dort sollten wir die nächsten spannenden zwei Wochen verbringen.

Beladen mit riesigen Lunchpaketen und guter Laune überstanden wir die recht lange Busfahrt (insgesamt 24 Stunden).

Nach einem wunderschönen Sonnenaufgang, den wir auf der Fähre bei ruhiger See erlebt hatten, erreichten wir schließlich am frühen Nachmittag unser Ziel in York. Dort wurden wir bereits von unseren Austauschpartnern von der Easingwold School erwartet. Nachdem jeder erst mal sein Quartier bezogen hatte, trafen wir uns noch am selben Abend zum Bowlen, um uns besser kennen zu lernen.

Wir verbrachten einen sehr netten Abend und schließlich „zuhause“ angekommen, schliefen wir schnell ein, da wir auf der Busfahrt kaum Schlaf bekommen hatten. Das war wohl zum Teil auch auf vorfreudige Aufregung zurückzuführen, weil keiner wusste, was und wer uns erwarten würde.

Unsere Austauschpartner hatten in der ersten Woche unseres Aufenthaltes Ferien und so war es leicht möglich, viel Zeit miteinander zu verbringen und sich gut in den Gastfamilien einzuleben.

Am Dienstag besuchten wir schon einmal kurz unsere Praktikumsstellen, um einen ersten Eindruck zu bekommen, welche Aufgaben in den nächsten knapp zwei Wochen auf uns warten würden. Mittwoch war dann unser erster „Arbeitstag“. Drei von uns hatten eine Praktikumsstelle in einer Grundschule, wo sie den Lehrern halfen, mit den Kindern bastelten, sangen und spielten. Eine von uns war bei einer Ärztin untergekommen und sollte in den nächsten zwei Wochen interessante Einblicke in den Umgang mit Patienten und deren verschiedenen Krankheiten bekommen. Die Fünfte im Bunde arbeitete als Praktikantin im Eye Department im York Hospital.

Trotz des Praktikums blieb uns in den nächsten Tagen genug Zeit für Unternehmungen. Wir trafen uns zu einem sehr lustigen, gemütlichen Abend bei Tom in Easingwold, gingen in einen spannenden Kinofilm und vertrieben uns die Zeit bei meist für Großbritannien untypisch sonnigem Wetter mit Fußball oder Tennis spielen.

Natürlich dufte auch eine Besichtigung von Yorks herrlicher Innenstadt nicht fehlen. Viele kleine Geschäfte luden manch einen auch zu Shopping-Versuchen ein.

Auch die vielen Pubs und Kneipen waren an einem Abend Teil unseres Programms. Von britischer Sperrstunde bemerkten wir nicht viel.

An einem unserer letzten Tage wurde von der Stufe unserer Austauschpartner ein Barbecue an der Schule in Easingwold veranstaltet, wozu wir herzlich eingeladen wurden. Die Schüler hatten eigens eine Hüpfburg organisiert und auch eine Runde Rounders, ein dem Baseball ähnelnder Sport, war Pflicht für uns.

Als sich unser Aufenthalt dem Ende neigte, wurden wir von unseren „Gasteltern“ zu einem leckeren Essen in einem kleinen, versteckten Restaurant in York eingeladen.

Am letzten Abend trafen wir uns dann noch einmal bei Rachel, um eine kleine Abschlussparty zu feiern und am nächsten Vormittag, nach nicht viel mehr als vier bis fünf Stunden Schlaf, war es leider Zeit, uns auf den Weg zum Busbahnhof in York zu  machen.

Nach überaus erlebnisreichen zwei Wochen, in denen wir viele Eindrücke und Erfahrungen sammeln konnten, mussten wir wohl oder übel die Rückreise antreten. Auch wenn die Zeit wie im Fluge vorbeigegangen war, freuten wir uns auf unsere „Heimat“ und sicher auch auf das eigene Bett.

Wir freuen uns nun schon auf den Gegenbesuch unserer Austauschpartner im November. Dann haben wir Gelegenheit, uns für die herzliche Gastfreundschaft und den (Fahr-)Service unserer Gasteltern zu revanchieren und unseren Austauschpartnern ebenfalls eine schöne, erfahrungsreiche Zeit zu bieten.

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Joanna lernt im Kindergarten

Junge Engländerin aus York ist Praktikantin in Margareta

Der Deutschlandbesuch mitten in der Schulzeit macht ihr immens viel Zusatzarbeit. Trotzdem genießt die 17-jährige Joanna Williamson aus York, Nordengland, ihre Zeit in Münster. „Ich möchte nach der Schule Deutsch an der Universität studieren und da ist dieses Praktikum unglaublich wertvoll”, sagt die junge Britin Donnerstagmorgen in fließendem Deutsch. Ihre Gastfamilie hat ihr den Praktikumsplatz im St. Margareta-Kindergarten vermittelt. Das wohl für Münster einmalige Programm eines Berufseinblicks im Ausland läuft bereits seit elf Jahren in Kooperation des Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasiums und der Easingwold School in York.

„Mitmachen können nur die sehr guten Schüler”, betont die betreuende Lehrerin Gabriele Freise. Denn die jungen Erwachsenen müssen alles selbständig in die Hand nehmen und zusätzlich den verpassten Stoff nachholen. Joanna Williamson ist bei der Familie Udally untergebracht, ihre Gastschwester Vera war selbst damals im St. Margareta-Kindergarten. „Wir verstehen uns prima. Sie macht genauso gern Musik wie ich”, erzählt die Engländerin, der man ihre Deutschland-Erfahrungen anmerkt. Im August war sie erst für einen Monat in Freiburg.

Das schnelle und undeutliche Sprechen der Kinder ist für sie kein großes Problem. „Aber die Lautstärke ist manchmal anstrengend”, sagt sie lächelnd. Da das Interesse auf englischer Seite an dem Fach Deutsch abnimmt, arbeiten mit Joanna Williamson nur vier Mitschüler in anderen münsterischen Betrieben. Am Mittwoch ist Abreise. Bis dahin möchte Joanna mit den Kindern noch ein englisches Lied einüben. „Ich hatte gar nicht erwartet, dass die Drei- bis Sechsjährigen schon im Kindergarten Englisch lernen”, wundert sich Joanna. „Für das nächste Jahr erwarten wir doppelt so viele Teilnehmer”, kündigt Gabriele Freise an. Sie kann immer nur so viele deutsche Schüler auswählen, wie englische kommen. „Und das Interesse auf deutscher Seite ist natürlich riesig. Hier ist das Spanische nicht so eine Konkurrenz wie in England”, so Freise. Vera Udally war im Juni in Joannas Grundschule in York. Die beiden möchten ihre Freundschaft durch gegenseitige Besuche am Leben erhalten.

 

Westfälische Nachrichten 11.11.2005

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