Harry Potter war der Hit

Lange Lesenacht im Hülshoff-Gymnasium

Das Klassenzimmer mit der Raumnummer 110 im Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium sah am Freitagabend anders aus als sonst. Die Tische und Stühle waren beiseite geräumt. Anstatt der typischen Schulmöbel fand man auf dem Fußboden Schlafsäcke, Luftmatratzen und Isomatten vor. Darauf kuschelten sich die Schüler der fünften und sechsten Klassen, die es sich bereits mit heimischen Kopfkissen und allerlei Polstermaterial so richtig gemütlich gemacht hatten.

Die Schüler der Unterstufe hatten sich auf eine lange Nacht in der Schule eingestimmt, auf die lange Lesenacht. Zusammen mit Oberstufenschülern aus der Schülervertretung verbrachten die rund 80 Schüler die ganze Nacht im Schulgebäude. Dabei ging es aber nicht um eine simple Übernachtung, die ganze Nacht wollten die Mitglieder der Schülervertretung ihren Schützlingen vorlesen. Dafür rückten die rund 80 Kinder neben allerlei Kuscheltieren und Schmuseaccessoires, auch mit ihren Lieblingsbüchern im Gepäck an.

Harry Potter, Der Wunschpunsch und Geschichten von Hexen und Monstern waren ganz oben auf der Lesewunschliste. Grüppchenweise aufgeteilt auf verschiedene Klassenräume, die kurzerhand zu Schlafsälen umfunktioniert wurden, lasen die Oberstüfler die mitgebrachten Bücher vor.

„Wir wollen, dass die Schüler sich besser kennen lernen und natürlich auch uns”, so der Wunsch von Till Kreft aus der Schülervertretung. Kakao sollte die aufgedrehten Schüler zu Beginn erst mal beruhigen. Von Ruhe war nämlich lange Zeit nichts zu spüren. Aufgekratzt und aufgeregt wuselten die Kinder durcheinander. Vertrauenslehrerin Martina Achenbach hatte in weiser Voraussicht schon mal die Turnhalle zum Austoben für Zwischendurch mit eingeplant.

Aus den Reihen der Schüler waren schließlich oft Auskünfte wie jene der elfjährigen Joanne Atkins zu hören: „Ich bleib locker bis drei Uhr wach.” Die Oberstufenschüler rechneten bereits vor Beginn mit wenig Schlaf. Kein Problem, das große Frühstück am Samstagmorgen sollte alles wieder wett machen.

WN, 15.05.2006

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