"Gesteht, dass ihr frei seid“

 

Theater-AG der Stufe 11 des Annette-Gymnasiums entwickelte Theaterstück

 

Was bedeutet Freiheit und wodurch wird sie eingeschränkt? Diese Frage stand im Mittelpunkt des Theaterstücks "Freie Gesellschaft", das am Sonntag von der Theater-AG der Jahrgangsstufe 11 des Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasiums aufgeführt wurde. 

Unter der Leitung der Theaterpädagogin Silvia Schwab, die zurzeit eine Ausbildung an der Fachhochschule Lingen absolviert, beschäftigten sich die acht jugendlichen Akteure seit Januar intensiv mit der Schauspielerei und der Thematik "Freiheit". Letztendlich entwickelten sie ein Bühnenspiel, das sich aus selbst geschriebenen Texten und bekannten Gedichten zusammensetzt. 

"Gesteht, dass ihr frei seid!", so riefen die Schauspieler, bevor sie die Bühne betraten. Dass man jedoch selten von sich behaupten kann, tatsächlich frei zu sein, brachten sie im Laufe ihrer Aufführung deutlich zum Ausdruck. Mehrere Personenkonstellationen stellten abwechselnd Situationen dar, in denen die großen und kleinen Zwänge des menschlichen Daseins beleuchtet wurden.

So sah der Zuschauer zum Beispiel Szenen, die den Zwang der Anpassung thematisierten: "Wir sind wie die anderen. Unser Platz ist dort, wo die anderen sind. Es ist zu anstrengend ein 'Charakter' zu sein."  

Andere Szenen zeigten die oft unterschwelligen Zwänge, die in zwischenmenschlichen Beziehungen auftauchen können. Zunächst scheinen die agierenden Personen sich ihrer Unfreiheit gar nicht bewusst zu sein, doch nach und nach artikulieren sie vorsichtig den Wunsch auszubrechen. Eine einzige Figur strebt von Anfang an nach radikaler Freiheit, begibt sich dadurch aber auch in die Gefahr der Einsamkeit.

Zum Schluss heißt es wieder "Gesteht, dass ihr frei seid! Gesteht, dass ihr glücklich seid!" Jetzt gestehen sich die Personen ihre Unfreiheit ganz deutlich ein: "Eine einzige Stunde frei sein möchte ich. Meiner Seele Flügel geben!"

Das Spiel der jungen Akteure zeichnete sich durch eine beeindruckende Intensität aus und wirkte professionell. Man spürte den Enthusiasmus, mit dem die Schüler sich diesem Projekt gewidmet hatten.

Münstersche Zeitung 09.06.2004

 

 

 

 

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