"Keine Charakterschwäche"

Thema Sucht: Westfälische Klinik und Annette-Gymnasium kooperieren

Sucht - das ist nicht nur Heroin, Kokain oder Cannabis, nein, auch Kaffee, Zigaretten oder Bier können abhängig machen. „Alles, was Freude macht, kann auch süchtig machen”, brachte Jutta Settelmayer, Chefärztin der Abteilung für Suchtkrankheiten der Westfälischen Klinik Münster, die Problematik auf den Punkt. Ein Thema also, das jeden angeht. Und über das jeder informiert sein sollte.

Die Schüler der Jahrgangsstufe 10 des Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasiums sind es seit Freitag, denn erstmals bot die Schule gemeinsam mit der Westfälischen Klinik eine Informationsveranstaltung zum Thema „Sucht” an.

Gemeinsam mit ihren Kollegen Claudia Schüngel, Ärztin in der Suchtambulanz, und Andre Lammers vom Psychologischen Dienst räumte Settelmayer untaugliche Erklärungskonzepte des Phänomens Sucht aus der Welt: „Sucht ist keine Charakterschwäche und auch keine Erbkrankheit, auch wenn es genetische Veranlagungen gibt.” Vielmehr spiele der Aspekt der Verfügbarkeit eine Rolle: Je leichter erreichbar, desto größer sei das Suchtpotenzial.

„Verändert sich das Suchtverhalten durch Legalisierungen?” – Schon steckten die Schüler mitten in der Diskussion. „Ja”, meinten, die einen, weil dann der „Kick, Grenzen zu überschreiten”, wegfalle. „Nein” sagten die anderen, denn die Gefährdung werde durch eine Legalisierung ja nicht geringer.

Jutta Settelmayer konnte keine endgültigen Antworten geben, sondern nur die Zahlen der Erkrankten in Deutschland präsentieren: 1,5 Millionen Menschen sind alkoholkrank, 16,7 Millionen Raucher gibt es und knapp 300 000 Menschen sind von illegalen Drogen abhängig.

WN, 06.02.2005

Sucht – Was ist das eigentlich?

Suchtpräventionstag in der Klasse 10 c

Sucht – das ist keine Charakterschwäche oder Erbkrankheit, wie viele glauben. Ganz im Gegenteil! Sucht ist ein untauglicher Problemlösungsversuch, eine schnelle Wunscherfüllung und die Abschirmung von der Außenwelt. Viele Menschen versuchen ihre ungelösten Probleme im Alkohol oder anderen Suchtmitteln zu ersticken.

Diese wichtigen Informationen erhielten wir an dem ersten Suchtpräventionstag für Schüler, organisiert von Frau Settelmeier, Chefärztin der Abteilung für Suchtkrankheiten an der Westfälischen Klinik für Suchtkrankheiten. Sie und ihre Kollegen Dr. Andre Lammers, Psychologe, und Frau Schüngel von der Suchtambulanz besuchten unsere Klasse am 27. Februar 2005, um uns über Sucht und deren Folgen und Gefahren aufzuklären. Nach ersten allgemeinen Informationen teilten wir uns in drei kleinere Gruppen auf und thematisierten unsere eigenen Erfahrungen mit Drogen im Alltag. Eine Gruppe konnte dann auch gleich den Selbstversuch mit Mon Cheri-Pralinen und deren Alkoholgehalt machen. Es gab wirklich erstaunliche Ergebnisse: bei einem Schüler betrug der Alkoholgehalt im Atem bereits nach sechs Pralinen 1,3 Promille. Am Ende dieses interessanten Vormittags kamen wir zu dem Schluss, dass Alkohol und Drogen keine Problemlösungen sind und das grundsätzlich alles, was Freude macht, auch süchtig machen kann.

Marie Fahlbusch, Kim Nolte und Karina Bischoff, Klasse 10c

 

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