An Annette-Schülerinnen erinnern

Die ersten Stolpersteine im Gedenken an Opfer des Nationalsozialismus hat der Kölner Künstler Gunter Demning am Montag auf der Hollenbeckerstraße verlegt (WN, 27. Januar). Bald kommen vier Stolpersteine hinzu, die an ehemalige Schülerinnen des Annette-von-Droste-Hüls­hoff-Gymnasiums erinnern sollen. Die Schülervertretung hat rund 450 Euro gesammelt, um die Erinnerungssteine für Ruth Cohn (Aegidiistraße 14), Sonja Kutner (Kanalstraße 14), Edith Miltenberg (Südstraße 26) und Ingeborg Saul (Schleswiger Straße 25/26) vom Künstler verlegen zu lassen.

Schülersprecherin Sarah Frenking überreichte jetzt die Spenden an den Künstler, der mit seiner Lebensgefährtin Uta Franke in die Schule gekommen war. "Ich bin erfreut, auch wenn die eigentliche Ursache kein Grund zur Freude ist, dass die Schüler für die Stolpersteine für ehemalige Schülerinnen gesammelt haben", verdeutlichte der Künstler. Und erzählte davon, wie schwer es gewesen sei, die ersten Stolpersteine in Köln verlegen zu dürfen. Inzwischen würde zwischen Flensburg und Freiburg mit Stolpersteinen an die Opfer des Nationalsozialismus gedacht.

Die vier ehemaligen Schülerinnen, an die seit 1990 eine Gedenktafel im Eingangsbereich der Schule erinnert, wurden Ende 1941 verschleppt und in Riga beziehungsweise Trawniki ermordet. Die Beton-Gusssteine mit der zehn mal zehn Zentimeter großen Erinnerungstafel sollen bald vor den ehemaligen Wohnhäusern installiert werden, versprach der Künstler, der bei dem Vorhaben in Münster vom "Projekt Spuren finden - Erinnern und Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus im Münsterland" unterstützt wird.

Westfälische Nachrichten 28. 01. 2004

 

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