Schüleraustausch mit A Coruña

 

Am 20.09.2004 sind wir (Henning Haselmann, Jenny Schulze-Ronhof, Hendrik Schulze, Anja Benter und Herr Walther) auf einen Schüleraustausch nach A Coruña (Spanien) gefahren.

Kurz vor dem Einstieg ins Flugzeug am Düsseldorfer Flughafen gab es ein kleines Problem: Ein Schüler hatte einen Teil seines Flugtickets verloren (angeblich nie gehabt). Nach langem Suchen und nicht Finden durfte er doch noch mit uns nach Madrid fliegen.

Mit einer kleinen Verspätung kamen wir nach dem Umstieg in Madrid gegen 18 Uhr in A Coruña an. Da erwartete uns auch schon die nächste Überraschung. Ein Koffer fehlte. Dieser war wahrscheinlich noch in Madrid. Zum Glück traf der Koffer schon am Dienstag Abend in A Coruña ein. Am Flughafen wurden wir von drei Lehrern in Empfang genommen und zur Schule gefahren, wo unsere Austauschpartner und deren Eltern auf uns warteten. Wir verabschiedeten uns voneinander und fuhren zu den Familien nach Hause. Dort hatten wir nur einen kurzen Aufenthalt, da wir uns kurze Zeit später schon wieder am Plaza de los Caídos getroffen haben, um miteinander den Abend zu verbringen und um uns etwas näher kennen zu lernen.

An den folgenden zwei Tagen besuchten wir morgens den Unterricht und nahmen am Unterricht in Spanisch, Englisch, Geschichte, Physik/Chemie und Biologie teil. Zunächst wurden wir jedoch dem Direktor kurz vorgestellt. Nun fing es an mit dem Spanisch-Sprechen! Wir wurden in eine Klasse geführt, der Lehrer stellte sich vor und fing auch gleich mit dem Unterricht an. Fach: lengúa: Spanische Grammatik. Es ging um Akzentsetzung. Die „Deutschen“ wurden natürlich in den Unterricht miteinbezogen, vor allem die, die in der ersten Reihe saßen (Anja und Jenny). Aber es war sehr lustig und eigentlich auch sehr informativ.

Als nächste Stunde stand Chemie an. Begrüßung, Anwesenheitsliste und der Unterricht begann. Der Lehrer redete, redete und redete, ohne auch nur irgendeinen Schüler mit einzubeziehen. Schon ein deutlicher Unterschied zu der 1. Stunde und auch zum Unterricht in Deutschland. Nur mit voller Konzentration war es möglich, diesem 50-minütigen Vortrag des Lehrers über Atome und Moleküle auf Spanisch zu folgen. Dringend nötig war der Kaffee danach.

Am nächsten Tag besuchten wir weitere drei Unterrichtsstunden. Unter anderem Englisch. Der Unterricht bestand darin, dass die Lehrerin sich mit uns auf Englisch unterhalten hat, was eigentlich die Aufgabe der Schüler gewesen wäre, die Fragen stellen sollten. Jedoch konnten viele sich nicht so gut auf Englisch ausdrücken. Danach stand „la clase de historia“ auf dem Programm. Um ehrlich zu sein, haben wir uns auf eine langweilige Stunde eingestellt, da wir davon ausgingen, nicht viel zu verstehen. Uns wurde ein Lehrbuch gegeben und wir bemerkten, dass dieses in „gallego“ geschrieben war, die Sprache bzw. der Akzent, der in Galicien gesprochen wird. Uns war vorher nicht bewusst, was für ein Unterschied zwischen „gallego“ und „normalem“ Spanisch ist. Zu unserem Glück mussten die Schüler die Texte ins Spanische übersetzen und wir konnten dem Unterricht einigermaßen folgen. Als letztes statteten wir noch einer „clase de inglés“ einen Besuch ab. Die Lehrerin redete mit uns auf Englisch über die Zeit nach der Schule. Wir haben erfahren, dass es in Spanien so etwas wie Zivil- und Wehrdienst nicht mehr gibt, dass noch ein bestimmter Test bestanden werden muss, um zur Universität gehen zu können, und dass es wesentliche Unterschiede zwischen einem Studium in Deutschland und einem Studium in Spanien gibt.

Am Mittwoch hatten wir nachmittags ein wenig Freizeit und konnten uns am Strand sonnen und im Meer baden gehen. Vom Strand aus sind wir zum la Torre de Hércules gegangen, dem größten noch funktionstüchtigen römischen Leuchtturm der Welt.

 

 

 

 

Er befindet sich  im Norden der Küste auf einer Halbinsel und hat eine Höhe von 58 m. Gegen 17 Uhr trafen wir uns am Fuße des 60 Meter hohen Hügels, auf dem der Leuchtturm gelegen ist. Als wir auf der Spitze angekommen waren, erklärte der spanische Lehrer Pepe, dass die Fassade des Turms im 18. Jahrhundert durch die Arbeit des Ingenieurs Eustaquio Gianni rekonstruiert wurde. Der äußere Teil besteht nur aus Granit, wobei der innere Bereich noch komplett aus der römischen Zeit stammt.  Als wir in den Turm eintraten, war Vorsicht für alle die geboten, die größer als 1,80 m waren, da die Decken sehr niedrig sind. Am Eingang zum Treppenhaus erwarteten uns 234 Stufen, die die sportliche „Leistung“ am Ende jedoch mit dem wunderbaren Blick über die Stadt von A Coruña, über den Atlantik und über die Bucht von Orzán belohnten. Auf der Spitze des Turmes wehte natürlich ein starker Wind. Trotzdem mussten alle anschließend für ein Gruppenfoto posieren. Nachdem wir den Ausblick und den frischen Wind, der bei den hochsommerlichen Temperaturen als Abkühlung ganz gut tat, genossen hatten, ging es auch schon wieder die 234 Stufen hinunter.

Nach dem Besuch des in der Altstadt gelegenen Leuchtturms wartete noch ein Meereswasseraquarium auf uns.  Dort wurden uns erneut die Auswirkungen der Öltanker-Katastrophe bewusst, die sich vor wenigen Jahren in A Coruña ereignete. So war ein Teil des Fischbestandes des Aquariums damals verloren gegangen. Der Bestand an Haien war nur noch sehr gering, stellte aber dennoch eine der größeren Attraktionen des Aquariums dar. Neben den Innenräumen, in denen sich Aquarien mit den verschiedensten Fischarten befanden, gab es auch eine Außenterrasse, von der man aufs Meer blicken konnte. Auch gab es eine Art „Streichelzoo“ mit offenen Becken, in denen man die Fische berühren konnte. Von dieser Möglichkeit machten dann aber doch eher unsere spanischen Austauschpartner als wir Gebrauch. So versuchte beispielsweise Hennings Austauschpartner Pablo beharrlich, einen der Fische mit der Hand zu fangen. Es gelang ihm aber nicht. Das war auch kaum verwunderlich, da die Fische ziemlich flink und schnell waren. Wir blieben fast während des gesamten Aufenthalts im Aquarium als Gruppe zusammen, auch weil wir uns mit unseren spanischen Austauschpartnern sehr gut verstanden. Unter anderem sahen wir uns auch noch einen Innenraum an, in dem außerordentlich große „calamares“ zu bestaunen waren. Wir verstanden uns mit unseren spanischen Austauschpartnern eben außergewöhnlich gut, so dass uns auch dieser Ausflug viel Spaß machte.

Nach der einstündigen Besichtigung war das Programm für diesen Tag beendet und wir gingen zusammen mit unseren spanischen Austauschpartnern über den „Paseo Marítimo“, die Strandpromenade A Coruñas, zurück in unsere Familien. Dazu mussten wir leider zunächst ca. 5 Kilometer zur Bushaltestelle laufen. Aber auch dabei wurde uns nicht langweilig, weil die Spanier fast ununterbrochen redeten, wie eigentlich immer. Reden schien eins ihrer „Hobbys“ zu sein. Aber es war eine nette Gruppe, die uns immer in ihre Gespräche einband. Da am Abend A Coruña gegen Valencia ( Fußball ) spielte, redeten sie hauptsächlich darüber, und nun wissen wir bestens über A Coruña und sein Stadion Bescheid. Ist ja auch was!

Am Donnerstag sind wir etwa 11 km auf dem Camino de Santiago, einem Pilgerpfad gewandert. Der Pfad nennt sich auch Jakobusweg. Dieser Weg besteht aus einem Hauptweg, der in Spanien von den Pyrenäen bis nach Santiago de Compostela und noch weiter bis ans Cap Finisterre am Atlantik führt.

Am Freitag haben wir dann die Stadt Santiago de Compostela besichtigt. Besonders interessant war die Kathedrale in Santiago de Compostela, wo das Ende der Pilgerreise erreicht wird.

Am Samstag hatten wir den ganzen Tag für uns und unsere Austauschpartner.

Leider war unser Austausch am Sonntag zu Ende und wir sind mit einem fünfstündigen Aufenthalt in Madrid zurück nach Deutschland geflogen.

 

Jenny Schulze-Ronhof, Hendrik Schulze

 

 

 

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