Musik nach Bildern und Grafiken 

Unterrichtsprojekt am Annette-Gymnasium / Komponist Dieter Schönbach zu Gast 

Begeistert zeigte sich der bekannte Komponist Dieter Schönbach von dem Projekt, welches die Schüler des angehenden Kunst-Leistungskurses der Jahrgangsstufe 11 am Annette-Gymnasium auf die Beine gestellt haben. Ein Schulhalbjahr haben sie sich mit dem Thema Bild und Musik beschäftigt. Aus diesem Grund luden sie Schönbach zu einer Unterrichtsstunde ein, wo sie den Komponisten über seine Arbeitsweise befragten.

„Ich finde es großartig, was hier gemacht wird. Ich fühle mich zu Hause und könnte sofort auf dem Klavier improvisieren“, brachte der Musiker seine Begeisterung zum Ausdruck. Schönbach beschäftigt sich selbst mit der Kunst, zu Bildern und Grafiken Musik zu erschaffen. So fühlte er sich auch gleich inspiriert von den Werken, welche die Schüler in der halbjährigen Projektphase erstellt hatten. Neben vielen Einzelbildern galt es vor allem, das Endergebnis in Form einer großformatigen Grafik vorzustellen. Mit dem mehrteiligen Werk werden einige Mitglieder des Leistungskurses am 18. und 19. November in der Waldorfschule auftreten, wo sie die Grafik musikalisch umsetzen wollen. 

„Es geht dabei um die Wechselbeziehungen von Kunst und Musik“, erklärt Kunstlehrer Heinz Baumgarten. Das Konzert unter dem Motto „Bilder hören, Klänge sehen“ ist eine Kooperation mit dem Orchester „Alte Philharmonie Münster“, das an Lehrer und Schüler herangetreten war und so das Ganze ins Rollen brachte. 

Ausgangspunkt für die Grafik der Schüler ist die Komposition „Farben und Klänge“, die Dieter Schönbach zu Werken des Malers Wassily Kandinsky kreiert hat. Die Arbeitsweise des Komponisten diente dem Kurs als Vorlage für das eigene Schaffen. 

Den Unterrichtsbesuch nutzten die Schüler nicht nur, um ihre Grafiken zu präsentieren, sondern auch, um Fragen an den prominenten Gast loszuwerden, die der Komponist bereitwillig und ausführlich beantwortete. Es schien fast, als bestünde eine Geistesverwandtschaft zwischen Schülern und Musiker, und so gab er seinen jungen Bewunderern auch noch ein aufmunterndes Schlusswort mit auf den Weg: „Was Ihr macht, hat man bis jetzt an keiner Schule erlebt. Ihr leistet Pionierarbeit für die Kunst!“ 

Münstersche Zeitung,  29.06.2001

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