Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium und Gymnasium Wolbeck beim MINT-EC-Kongress der „Spitzenschüler“ in Berlin vertreten
Schülerinnen und Schüler des Annette-Gymnasiums und des Gymnasiums Wolbeck reisen in Berliner Forschungseinrichtungen und Unternehmen
Bereits Anfang Dezember trafen sich mehr als 300 ausgewählte Schülerinnen und Schüler und 70 Lehrkräfte der MINT-EC-Schulen aus ganz Deutschland bei der Veranstaltung MINT 300 in Berlin. Mit dem Prädikat „MINT-Excellence Center“ werden nur Schulen mit besonders herausragendem Niveau in den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) ausgezeichnet. In Münster gibt es derzeit zwei MINT-EC-Schulen, das Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium und das Gymnasium Wolbeck. Von beiden Schulen nahmen jeweils vier Schülerinnen und Schüler teil, die von ihren Physik- und Chemielehrern Dr. Carsten Penz und Dr. Franz Kappenberg begleitet wurden.
Die Veranstaltung bot den Schülerinnen und Schülern der Sekundarstufe II die Gelegenheit, in Laboren zu experimentieren und den Berufsalltag von Wissenschaftlern an Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen kennen zu lernen. Eine Auswahl aus insgesamt 23 Kursen stellte sicher, dass alle Teilnehmer ihre persönlichen Interessengebiete erfüllt sahen.
Im
Kurs „Magnetismus und Supraleitung“ erfuhren sie mehr über die
wissenschaftlichen Forschungsbereiche des Berliner Hahn-Meitner-Instituts. Zudem
konnten sie verschiedene Experimente mit Starkmagneten durchführen. Experimente
mit Supraleitern zum Widerstandsverhalten verschiedener Materialien bei
abnehmender Temperatur standen ebenfalls auf dem Programm. Dr. Penz zeigte
später am Abend den anderen Teilnehmenden aus Münster mit funkelnden Augen
Videos eines schwebenden Magneten und einer „magnetischen Weintraube“. In
einem Kurs über Innovationen in der Informations- und Kommunikationstechnologie,
der in englischer Sprache abgehalten wurde, ging es um die Realisation von
Geschäftsideen. „Unser
Projekt war deswegen das spannendste“, fand Fabian, „weil wir uns damit
beschäftigen mussten, aus einer einfachen Idee Millionen zu machen. Das war
nicht einfach, aber es hat sehr viel Spaß gemacht und gab einen guten Eindruck,
mit was für Problemen das Business zu kämpfen hat und wie viel Glück hinter
einem erfolgreichen Unternehmen steckt.“ Dass der Kurs in englischer
Sprache stattfand, war für die Teilnehmer ein „angenehmer Nebeneffekt.“ In einem
Kurs zur Elektrochemie wurde unter anderem an einer Brennstoffzelle unter
verschiedenen experimentellen Bedingungen der Wirkungsgrad bei der Umwandlung
von chemischer in elektrische Energie ermittelt. Die Schüler äußerten sich
begeistert: „Es war toll, Typen mit ähnlichen Interessen kennen zu lernen und
komplizierte, chemische Experimente durchzuführen und auszuwerten.“ Wieder
andere Schüler ließen sich in die Techniken modernster Bierbraukunst einführen.
Dr. Bernhard Keller, Vorsitzender des Vereins MINT-EC, hob die Ziele der Veranstaltung hervor: „Hochqualifizierter Nachwuchs bildet die Grundlage einer konkurrenzfähigen Industrie-, Dienstleistungs- und Wissensgesellschaft. Doch gerade im Bereich der Naturwissenschaften und Technik herrscht ein Mangel an gut ausgebildeten Fachkräften, der für Deutschland einen erheblichen Standortnachteil bedeutet. Mit der Großveranstaltung MINT 300 wollen wir deshalb Jugendliche für Naturwissenschaften und Technik begeistern.“ Doch welche Berufe haben wirklich Zukunft? Welche Anforderungen müssen erfüllt werden und welche Perspektiven bieten etwa Bachelor- und Masterstudiengänge im MINT-Bereich? Diese Fragen standen im Mittelpunkt der Diskussionen, die die Schülerinnen und Schüler mit Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft über Ausbildungsmöglichkeiten, Berufsfelder und Karrierechancen führten.
Bei der Abschlussveranstaltung erklärte Benjamin Burde, Geschäftsführer von MINT-EC, noch einmal, dass die Veranstaltung in Berlin als Orientierung und Schnupperkurs für weitere Aktionen von MINT dienen solle. Denn die eigentliche Wissenschaft betreibe man in Camps, die von MINT organisiert würden und zu denen man sich bewerben könne. Der abschließende Applaus machte deutlich, dass die Veranstaltung die Teilnehmenden erreicht und für eine weitere Zusammenarbeit mit MINT-EC gewonnen hatte.