Kishon ist gar nicht leicht

. . . aber Annette-Schüler bringen ihn trotzdem gekonnt auf die Bühne

 

Langsam schläft der Patient auf dem OP-Tisch ein – zumindest augenscheinlich. Doch als die Chirurgin das Skalpell ansetzen will, ist der Mann plötzlich wieder wach. Mit Kommentaren à la „Ich kann alle wichtigen Hafenstädte der Welt aufzählen – soll ich mal?" hält er das OP-Team auf Trab.

Was sich anhört wie eine Szene aus einer Krankenhaus-Satire, ist ein Stück von Ephraim Kishon. Dieses und noch sechs weitere hat sich der Literaturkursus des Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasiums vorgenommen, um sie zu inszenieren und als praktische Klassenarbeit auf die Bühne zu bringen. Unter dem Motto „Kishon statt Kino –ein satirischer Abend" legen die Schüler den Finger in die kleinen und vielleicht auch etwas größeren Wunden der Gesellschaft, ohne den besonderen Humor von Kishon dabei zu vergessen.

„Alle haben sich selbst übertroffen", lobte Kathrin Lambertz, Lehrerin und Leiterin des Literaturkurses. Dieser sei Bestandteil des Unterrichtes, ende meist mit einer Aufführung und werde mit einer Note bewertet. Dabei werde die Aufführung von den Schülern organisiert.

„Sie haben das Casting durchgeführt, das Bühnenbild gebaut und die Requisiten besorgt", so Lambertz. Dabei sei es gar nicht so leicht, Kishon auf die Bühne zu bringen. „Die Schüler müssen mehrere Rolle übernehmen. Sie müssen sich schminken, umziehen und dürfen den Text nicht vergessen", erklärte die Lehrerin.

Schulleiter Arnold Hermans ist von der Inszenierung begeistert. „Ich glaube, dass Theaterspielen ein wichtiger Bestandteil der Persönlichkeitsentwicklung ist." Zudem lobt er sowohl das Engagement der Schüler als auch den Einsatz von Frau Lambertz. „Ein solches Stück macht viel Arbeit, aber alle waren mit viel Freude bei der Sache und würden gerne ein weiteres Stück auf die Bühne bringen."

 

Westfälische Nachrichten, 07.06.2007

 

 

 

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