Überlebenskampf der kleinen Leute

Annette-Gymnasiasten zeigten „Hase Hase”

 

Eine Großfamilie geht allmählich vor die Hunde, verlernt aber das Feiern nicht. Die Theateraufführung der Jahrgangsstufe 12 des Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasiums zeigte den Überlebenskampf kleiner Leute.

Zur gelungenen Premiere der Tragikomödie „Hase Hase” von Coline Serreau war die Aula fast voll besetzt. Mit vollständig neuer Besetzung bringt der Kurs das Stück am Donnerstag, 9. Juni, um 18.30 Uhr erneut auf die Bühne. Ein Jahr lang probte die Leiterin Sylke Wollbold in zweifacher Besetzung. „Etwas Schwierigkeiten hat uns die Auswahl des Stückes gemacht”, berichtete die Lehrerin. Am Ende fand sich aber die richtige Mischung: „Nicht zu klassisch, leicht, aber nicht stupide”.

Die „optimistische Komödie” erzählt vom sozialen Abstieg einer französischen Großfamilie. Waren in einem Moment alle fünf Kinder noch gut situiert, so zerstören Hiobsbotschaften in Reihe das Idyll. Marie (gespielt von Anne Stratmann) lässt sich von ihrem liebevollen Mann scheiden, weil der den törichten Fehler beging, sich das Salz reichen zu lassen. Lucie (Caroline Nemann) heiratet gar nicht erst, sondern verlässt ihren Verlobten auf dem Standesamt. Beben (Amelie Bärnwick) handelt mit Waffen, statt Medizin zu studieren. Jeannot (Matthias Krimphove) entpuppt sich als gesuchter Terrorist. Hase Hase (Birte Stuhldreier) ist von der Schule geflogen. Und der Ernährer der Familie verfällt am Esstisch in Lethargie: Papa Hase (Arne Schulz) muss den Verlust seines Arbeitsplatzes beichten.

Das sind einige schlechte Nachrichten zu viel für Mama Hase (Hannah Siebern). Das Ganze endet mit einer Geiselnahme samt abgedrehter Schluss­szene. Dabei bedient sich die Hauptfigur Hase Hase auch endlich ihrer besonderen Fähigkeiten. Die hat man eben, wenn man als Alien aus dem Äther sein Dasein fristet.

Münstersche Zeitung, 04.06.2005

 

 

 

 

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